Friedrich VI. (Dänemark und Norwegen)

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Friedrich VI., König von Dänemark, Gemälde von Friedrich Carl Gröger, 1808
Friedrich VI
König Friedrich VI.

Friedrich VI. (* 28. Januar 1768 in Kopenhagen; † 3. Dezember 1839 ebenda) wurde mit dem Tod seines Vaters Christians VII. am 13. März 1808 König von Dänemark und Norwegen.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Jugend[Bearbeiten]

Friedrichs Mutter, die aus England stammende und bei seiner Geburt erst sechzehn Jahre alte Königin Caroline Mathilde, begann 1770 eine Beziehung mit dem Arzt Johann Friedrich Struensee, der damals als Vertrauter des Königs quasi allein regierte. Caroline Mathildes Vertrauen erlangte Struensee dadurch, dass er den Kronprinzen während einer Pockenepidemie vaccinierte und damit sein Leben rettete. Ihre 1771 geborene Tochter Louise Auguste war vermutlich Struensees Tochter. Struensee kümmerte sich auch um eine Erziehung des Kronprinzen im Sinne der Aufklärung.

Als Friedrich vier Jahre alt war, wurde seine Mutter gemeinsam mit ihrem Geliebten verhaftet und musste Dänemark verlassen. Sie starb 1775, ohne ihre Kinder wiederzusehen. Friedrich und seine Schwester wurden am Hof von Juliane von Braunschweig-Wolfenbüttel, der Stiefmutter ihres Vaters, erzogen, die aufgrund der Geisteskrankheit von Friedrichs Vater Christian VII. gemeinsam mit dem konservativen Staatsministers Ove Høegh-Guldberg die eigentlich Macht in Dänemark war.

Kronprinzregent[Bearbeiten]

1784 wurde Friedrich mit sechzehn Jahren für volljährig erklärt und ergriff die Macht an Stelle von Høegh-Guldberg. Von da an regierte er als Kronprinzregent im Namen seines Vaters. Unterstützt vom Staatsminister Andreas Peter Bernstorff leitete eine Reihe von liberalen Reformen ein. So wurde 1788 in Dänemark und 1798 in den Herzogtümern Schleswig und Holstein die Schollengebundenheit der Bauern aufgehoben und damit die Leibeigenschaft abgeschafft. Der Dänische Gesamtstaat erlebte unter seiner Regentschaft eine Zeit des Friedens und des wirtschaftlichen Aufschwungs.

1790 heiratete Friedrich Marie von Hessen-Kassel. Von ihren acht Kindern überlebten nur zwei Töchter das Kleinkindalter.

1800 trat Dänemark im Zweiten Koalitionskrieg einer anti-britischen Koalition bei, die sich auf ihre bewaffnete Neutralität berief und erklärte, ihre Handelsschiffe verteidigen zu wollen. Um eine Vereinigung der dänischen, russischen und preußischen Flotten zu verhindern, griff Großbritannien in der Seeschlacht von Kopenhagen 1801 die dänische Flotte an und fügte ihr große Verluste zu.

Bis 1807 eroberte Napoleon das europäische Festland außer Dänemark und Russland und weitete die Kontinentalsperre auch auf die neutralen Staaten aus. Großbritannien versuchte Dänemark zu einer Koalition zu zwingen. Kronprinz Friedrich, der sich gerade in Holstein befand, gab den Briten keine Antworten. Anfang September 1807 beschossen die Briten Kopenhagen von der Seeseite aus und erzwangen so die Auslieferung der dänischen Flotte. Dabei brannte auch die Frauenkirche aus. Daraufhin erklärte Friedrich Großbritannien den Krieg und verbündete sich mit Frankreich. Anschließend setzte er den Staatsrat bis 1814 aus und fungierte selbst als Außenminister.

König[Bearbeiten]

Als Christian VII. am 13. März 1808 starb, wurde der Kronprinz als Friedrich VI. zum König Dänemarks. Am folgenden Tag brach der Krieg zwischen Dänemark und dem mit Großbritannien verbündeten Schweden aus, der im Dezember 1809 ergebnislos endete. Eine Krönung fand vorerst nicht statt, weil Friedrich persönlich die Kronjuwelen bereits 1807 aus Angst vor einem englischen Angriff von Schloss Rosenborg in die Klosterkirche von Sorø gebracht hatte, wo sie bis 1815 blieben.[1]

Im Zusammenhang mit dem Friedensschluss mit Schweden wurde auch über eine Ehe der ältesten Tochter Caroline mit dem schwedischen Kronprinzen Karl August verhandelt. Dessen früher Tod 1810 machte dies zunichte.

Friedrichs Krönung am 31. Juli 1815

1814 musste Friedrich während der Napoleonischen Kriege, wo er auf Seiten Frankreichs stand, dem militärischen Druck Schwedens und Englands nachgeben und den Kieler Frieden unterzeichnen, wodurch Dänemark Norwegen an Schweden verlor, aber Grönland, Island und die Färöer behalten konnte und sogar für eine kurze Zeit Schwedisch-Pommern erwarb. Dieses tauschte er 1815 gegen das Herzogtum Lauenburg ein. Dadurch sah Friedrich Dänemarks Existenz bedroht und reiste persönlich zum Wiener Kongress. Dänemarks finanziellen Ruin konnte er nicht verhindern. Trotzdem wurde er nach seiner Rückkehr in sein Reich triumphal empfangen und wurde am 31. Juli 1815 in der Schlosskirche von Frederiksborg gekrönt.

1831 musste er der Bildung von vier Provinzialständeversammlungen zustimmen.

Friedrich VI. starb 1839 nach insgesamt 55 Regierungsjahren als Kronprinzregent und König. Er wurde im Dom zu Roskilde bestattet. Da er ohne männliche Nachkommen war, folgte ihm sein Cousin Christian VIII.

Die nördlich von Hamburg gelegene Ortschaft Friedrichsgabe wurde nach dem König benannt.

Nachkommen[Bearbeiten]

Friedrich VI. war mit Marie von Hessen-Kassel (1767–1852) verheiratet, die ihm acht Kinder gebar:

  • Christian (* 22. September 1791; † 23. September 1791)
  • Marie Louise (* 19. November 1792; † 12. Oktober 1793)
  • Caroline (* 28. Oktober 1793; † 31. März 1881) ∞ Prinz Friedrich Ferdinand von Dänemark (1792–1863)
  • Louise (* 21. August 1795; † 7. Dezember 1795)
  • Christian (* 1. September 1797; † 5. September 1797)
  • Juliane Louise (* 12. Februar 1802; † 23. Februar 1802)
  • Friederike Marie (* 3. Juni 1805; † 14. Juli 1805)
  • Wilhelmine Marie (* 18. Januar 1808; † 30. Mai 1891) ∞ 1. November 1828 mit dem späteren König von Dänemark Friedrich VII. (geschieden 4. September 1837); ∞ am 19. Mai 1838 mit Herzog Karl von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg

Friedrich VI. war zudem Vater von vier unehelichen Kindern mit seiner langjährigen Mätresse Frederikke Dannemand (1790–1862):

Louise, verh. von Zachariae (* 1810; † 1888), Caroline, verh. von Brockdorff (* 1812; † 1844), Friedrich (* 1813; † 1888) und Waldemar (* 1819; † 1835).

Literatur[Bearbeiten]

  • Otto Andrup; Hans Bølling: Danmarks Konger fra Christian I til Christian X. Udsendt af Nationaltidende 1944–45, S. 28f.
  • Jan E. Janssen, Erik Thorud: Deutsche Spuren in Kopenhagen. Tyskforlaget, Greve 2000, S. 16
  • Erik Kjersgaard: Eine Geschichte Dänemarks. Kopenhagen 1974. S. 52–54

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Friedrich VI. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Vorgänger Amt Nachfolger
Christian VII. König von Dänemark
1808–1839
Christian VIII.
Christian VII. König von Norwegen
1808–1814
Christian VIII.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. kronebog (dänisch)