Friedrich Wilhelm Kieling

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Friedrich Wilhelm Kieling (* 14. März 1902 in Leipzig; † 2. Mai 1953 in Bad Oldesloe) war ein deutscher Verwaltungsjurist und Bürgermeister.

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Nach dem Abitur studierte Kieling Rechtswissenschaften. Während seines Studiums wurde er 1920 Mitglied der Burschenschaft Teutonia Jena.[1] Er promovierte und trat 1924 in den thüringischen Verwaltungsdienst ein. Von 1928 bis 1932 war er Stadtsyndikus (also Leiter des Rechtsamtes) der Stadt Gera. Während des Zweiten Weltkrieges war Kieling zunächst gegen seinen Willen vom Wehrdienst freigestellt worden. 1941/42 leistete er Kriegsdienst als Kriegsverwaltungsrat bei der Heeresgruppe Süd. Am 4. Juni 1945 wurde er vorübergehend verhaftet.

Öffentliche Ämter[Bearbeiten]

Am 19. Januar 1932 wurde der Kieling zum Bürgermeister von Bad Oldesloe, der größten Stadt im Kreis Stormarn, berufen. Er setzte sich sehr für die Verlegung der Kreisverwaltung aus der kreisfreien Stadt Wandsbek nach Bad Oldesloe ein, aber selbst nach der Eingemeindung Wandsbeks nach Hamburg durch das Groß-Hamburg-Gesetz verblieb die Verwaltung bis zur Ausbombung 1943 dort. Der Streit um den Verwaltungssitz führte zu einem dauerhaften Zerwürfnis mit dem Landrat Constantin Bock von Wülfingen. Im Jahr 1943, Bock von Wülfingen war inzwischen in den Hamburgischen Staatsdienst gewechselt, wurde Kieling zum stellvertretenden Landrat ernannt.

Nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft wurde Kieling zunächst beurlaubt und am 17. Dezember 1947 aus dem Dienst der Stadt Bad Oldesloe entlassen. Vom 1. Dezember 1948 bis zum 15. Mai 1950 war er Kreisdirektor des Kreises Stormarn.

Partei[Bearbeiten]

Ob Kieling je der NSDAP beitrat, ist bis heute unklar. Seine Reden und Schriften machen jedoch deutlich, dass er sich mit den Zielen des Nationalsozialismus identifizierte.

Literatur[Bearbeiten]

  • Sylvina Zander: Kieling, Friedrich Wilhelm, in: Barbara Günther (Hrsg.), Stormarn Lexikon, Wachholtz Verlag, Neumünster 2003, S. 186, ISBN 3-529-07150-1

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Willy Nolte (Hrsg.): Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934. Berlin 1934. S. 241.