Friedrich Wilhelm von Dachenhausen

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Friedrich Wilhelm von Dachenhausen (wirklicher Name Friedrich Wilhelm Christian von Dachenhausen; * 12. März 1791 in Celle; † 23. Mai 1855 in Hannover) war Landdrost in Hannover und 1834 Begründer und Vizepräsident des Gewerbevereins für das Königreich Hannover.

Leben[Bearbeiten]

Ein von Friedrich Wilhelm von Dachenhausen untertiteltes Schreiben von 1846 im Auftrag der Direction des Gewerbevereins... zur Entsendung von Friedrich Heeren nach England

Friedrich Wilhelm von Dachenhausen war laut Hannoverschem Staatskalender Regierungsrat unter Landdrost Ernst Georg Ludwig von Campe, Mitglied des Staatsrats (Abteilung für das Innere), ab 1845 Mitglied der Kommission der Blindenanstalt vor Hannover und der Baukommission zu Hannover, ab 1855 Geheimer-Rat und Dr., Träger des Kommandeurkreuzes erster Klasse des Königlichen Guelphen-Ordens (1837), der Waterloo-Medaille, der Kriegs-Denkmünze für die im Jahre 1813 freiwillig in die Hannoversche Armee eingetretenen Krieger und des Preußischen Johanniter-Ordens.

Michael Wrage weiß zu berichten: 1818 Regierungsassessor bei der Provinzialregierung Hannover, 1821 Regierungsrat ebendort, seit 1824 bei der Landdrostei Hannover, 1826 Klosterrat bei der Klosterkammer, 1830–1855 Landdrost der Landdrostei Hannover, 1839–1855 Mitglied des Staatsrats.[1]

Mit Wirkung vom 24. Juli 1829 wurde Friedrich Wilhelm von Dachenhausen zum Landdrost in Hannover ernannt. Über von Dachenhausen heißt es: „Ohne bedeutende persönliche Energie stets wohlwollend, ein allgemein geschätzter Vermittler.“[2]

Kriegsrat Carl Georg Ludolph Justus von Hattorf und der Landdrost von Dachenhausen riefen im Dezember 1833 in den Zeitungen der größeren Städte des Königreichs zur Gründung eines weiteren Gewerbevereins auf, der die Gewerbeförderung auf eine breitere Basis stellen sollte als der erste. Dieser sollte seinen Hauptsitz in Hannover haben. Als Filialen sollten außerdem Provinzial- und Lokalgewerbevereine entstehen. Der besagte Gründungsaufruf wurde von 18 Personen unterzeichnet, von denen zwölf in der höheren Verwaltung tätig und nur vier Gewerbetreibende waren. Die konstituierende Sitzung des Gewerbevereins für das Königreich Hannover fand am 27. April 1834 unter Vorsitz des hannoverschen Finanz- und Handelsministers Geheimer Kammerrat Caspar Detlev von Schulte in der Residenzstadt statt.[3]

Von Dachenhausen initiierte die erste Gewerbeausstellung 1835 in Hannover. Bis zu seinem Tode 1855 bewohnte von Dachenhausen das nach ihm benannte Dachenhausenpalais in der Calenberger Neustadt (Calenberger Straße 34, heute im Eigentum des Friederikenstifts).

Sein Grabmal befindet sich auf dem Gartenfriedhof.

Nach dem Tode von Dachenhausens wurde sein Palais von dem Bankier Louis Ephraim Meyer erworben und zum Firmensitz des Bankhauses Ephraim Meyer & Sohn umgenutzt.[4]

Ehrungen[Bearbeiten]

1885 wurde ein Teilstück der Adolfstraße in Dachenhausenstraße umbenannt.[5]

Literatur[Bearbeiten]

  • Matthias Blazek: Von der Landdrostey zur Bezirksregierung – Die Geschichte der Bezirksregierung Hannover im Spiegel der Verwaltungsreformen. ibidem: Stuttgart 2004 ISBN 3-89821-357-9
  • Wilhelm Rothert: Hannoversche Biographie, Band 2 (von 3): Im alten Königreich Hannover, 1814–1866. Hannover 1914

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wrage, Michael: Der Staatsrat im Königreich Hannover 1839–1866 (Juristische Schriftenreihe, Bd. 161), Münster 2001, S. 30.
  2. Rothert: S. 525.
  3. Mohr, Daniel: Auseinandersetzungen um Gewerbereformen und um die Einführung der Gewerbefreiheit im Königreich Hannover, Dissertation zur Erlangung des philosophischen Doktorgrades an der Philosophischen Fakultät der Georg-August-Universität zu Göttingen, Göttingen 2001, S. 101.
  4. Schulze, Peter: Bankhaus Ephraim Meyer & Sohn, in: Stadtlexikon Hannover, S. 47.
  5. Stadtlexikon Hannover, S. 121. Die heutige Straße verbindet die Calenberger Straße in Höhe des Dachenhausenpalais mit der Adolfstraße.