Friedrich Wilhelm von Hohenzollern

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Friedrich Wilhelm von Hohenzollern, Porträt von Günter Rittner (2003)

Friedrich Wilhelm Fürst von Hohenzollern[1][2] (* 3. Februar 1924 auf Schloss Umkirch bei Freiburg im Breisgau; † 16. September 2010[3] in Sigmaringen) war ein deutscher Industrieller und seit 1965 Oberhaupt des ehemals fürstlichen Hauses Hohenzollern.

Leben[Bearbeiten]

Friedrich Wilhelm war der älteste Sohn Friedrichs von Hohenzollern (1891–1965) und dessen Gattin Margarete von Sachsen (1900–1962), Tochter des letzten sächsischen Königs Friedrich August III. aus dem Haus Wettin und dessen Gattin, der Erzherzogin Luise von Österreich-Toskana.

Er wuchs im Schloss Umkirch auf und besuchte in Freiburg im Breisgau die Grundschule und ab 1935 das Berthold-Gymnasium. 1943 wurde er noch zum Reichsarbeitsdienst (RAD) eingezogen, dann aber infolge des sogenannten Prinzenerlasses von 1940 für wehrunwürdig erklärt und daher nicht zur Wehrmacht einberufen. Von September 1944 bis April 1945 erlebte er die zwangsweise Ausquartierung der Familie und Internierung auf Schloss Wilflingen. In dieser Zeit war das Schloss Sigmaringen Sitz des Vichy-Regimes unter Marschall Pétain. Nach dem Abitur am Friedrich-Gymnasium in Freiburg im Jahr 1944 studierte er ab 1945 Betriebswirtschaftslehre an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Universität Genf. 1948 schloss er sein Studium ab. Er heiratete am 3. Februar 1951 Margarita Prinzessin zu Leiningen (1932–1996), Tochter des Karl zu Leiningen und der Maria Kirillovna Großfürstin von Russland. 1954 wurde er in den Konstantinorden aufgenommen.

Als die damaligen Fürstlichen Hüttenwerke Ende der 1970er Jahre mit 100 Millionen Mark überschuldet waren, trennte er sich von privatem Besitz, um das Unternehmen zu sanieren.[4] Er war Ehren- und Devotionsgroßkreuz-Bailli des Souveränen Malteser Ritterordens[5] und von 1972 bis 1992 Präsident des Malteserordens in Deutschland sowie ein großer Förderer der Malteser in Baden-Württemberg. Er hatte sich besonders um den Aufbau des Malteser Hilfsdienstes e. V. hervorragende Verdienste erworben.[5]

Friedrich Wilhelm von Hohenzollern war Eigentümer der Unternehmensgruppe Fürst von Hohenzollern, die sich 2006 aus der Hofkammer, der Verwaltung der gesamten Besitzungen von Hohenzollern-Sigmaringen, neu formierte. Unter anderem zählen hierzu Schloss Sigmaringen, die Arber-Bergbahn im Wintersportgebiet Großer Arber im Bayerischen Wald sowie Beteiligungen an dem Industriebetrieb ZOLLERN GmbH & Co. KG und dem Wein- und Sektunternehmen Prinz von Hohenzollern GmbH.

Er verstarb auf Schloss Sigmaringen am 16. September 2010. Das Requiem für den Fürsten fand am 23. September 2010 in der Erlöserkirche im Kloster Hedingen statt. Dort befindet sich auch die Grablege der Hohenzollern, wo er anschließend bestattet wurde. Der Wahlspruch der schwäbischen Hohenzollern Nihil sine Deo („Nichts ohne Gott“) war für den Fürsten stets die Prämisse seines Handelns.[6]

Vorfahren[Bearbeiten]

Ahnentafel Friedrich Wilhelm von Hohenzollern
Ururgroßeltern

Fürst
Karl Anton von Hohenzollern
(1811–1885)
∞ 1834
Prinzessin
Josephine von Baden
(1813–1900)

König
Ferdinand II. von Portugal (1816–1885)
∞ 1836
Königin
Maria II. von Portugal (1819–1853)

König
Ferdinand II. von Neapel-Sizilien (1810–1859)
∞ 1837
Erzherzogin
Maria Theresia Isabella von Österreich (1816–1867)

Herzog
Maximilian Joseph in Bayern (1808–1888)
∞ 1828
Prinzessin
Ludovika Wilhelmine von Bayern (1808–1892)

König
Johann von Sachsen (1801–1873)
∞ 1822
Prinzessin
Amalie Auguste von Bayern (1801–1877)

König
Ferdinand II. von Portugal (1816–1885)
∞ 1836
Königin
Maria II. von Portugal (1819–1853)

Großherzog
Leopold II. von Toskana (1797–1870)
∞ 1833
Prinzessin
Maria Antonie von Neapel-Sizilien (1814–1898)

Herzog
Karl III. von Bourbon-Parma (1823–1854)
∞ 1845
Prinzessin
Luise von Frankreich (1819–1864)

Urgroßeltern

Fürst
Leopold von Hohenzollern
(1835–1905)
∞ 1861
Prinzessin
Antonia Maria von Portugal
(1845–1913)

Prinz
Ludwig von Neapel-Sizilien (1838–1886)
∞ 1861
Herzogin
Mathilde in Bayern (1843–1925)

König Georg von Sachsen (1832–1904)
∞ 1859
Prinzessin Maria Anna von Portugal (1843–1884)

Großherzog Ferdinand IV. von Toskana (1835–1908)
∞ 1868
Prinzessin Alicia von Bourbon-Parma (1849–1935)

Großeltern

Fürst Wilhelm von Hohenzollern (1864–1927)
∞ 1889
Prinzessin
Maria Theresia von Neapel-Sizilien (1867–1909)

König Friedrich August III. von Sachsen (1865–1932)
∞ 1892
Erzherzogin Luise von Österreich-Toskana (1870–1947)

Eltern

Friedrich von Hohenzollern (1891–1965)
∞ 1920
Prinzessin Margarete von Sachsen (1900–1962)

Friedrich Wilhelm von Hohenzollern (1924–2010)

Nachkommen[Bearbeiten]

Auf die Frage, wie der hohenzollerische Besitz in der Familie zusammengehalten wird, sagte Karl Friedrich von Hohenzollern, dass trotz des modernen Erbschaftsrechts das Vermögen nach wie vor an den ältesten Nachkommen weitergegeben wird, während die Geschwister eine Abfindung erhielten.[7] Im Falle des verstorbenen Friedrich Wilhelm von Hohenzollern sind nachfolgende Kinder erbschaftsberechtigte Nachkommen:

  • Karl Friedrich (* 20. April 1952) ∞ 1985–2010 Alexandra Schenk Gräfin von Stauffenberg (* 1960); ∞ 2010 Katharina de Zomer (* 1959)
  • Albrecht Johannes (* 3. August 1954) ∞ 2001 Nathalie Viets-Rocabado (* 1970)
  • Ferdinand Maria (* 14. Februar 1960) ∞ 1990 Ilona Gräfin Kálnoky von Kőröspatak (* 1968)

Ehrungen[Bearbeiten]

Er erhielt auf Grund seines sozialen Engagements das Verdienstkreuz Erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und die Ehrenbürgerschaft in Sigmaringen, Sigmaringendorf, Umkirch und Bayerisch Eisenstein. Am 7. Mai 1988 wurde ihm außerdem die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg verliehen.

Friedrich Wilhelm Fürst von Hohenzollern war seit 1951 Ehrenmitglied der K.D.St.V. Wildenstein Freiburg im Breisgau.

Am 3. Februar 2004 wurde ihm die goldene Ehrennadel des Bayerischen Skiverbandes verliehen.[8]

Weitere Auszeichnungen sind

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Friedrich Wilhelm von Hohenzollern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der vollständige Name lautete: Friedrich Wilhelm Ferdinand Josef Maria Manuel Georg Meinrad Fidelis Benedikt Michael Hubert Fürst von Hohenzollern. Vgl. Standesamtliche Nachrichten für Sigmaringen und Umgebung. September 2010. Sterbefälle. In: Schwäbische Zeitung, 28. Oktober 2010.
  2. Friedrich Wilhelms Familienname bei Geburt war Prinz von Hohenzollern-Sigmaringen. Nach einer Melderegisterauskunft vom 9. Juni 2010 lautete der amtliche Nachname jedoch Fürst von Hohenzollern. Wie dieser ehemalige Adelsbestandteil des Erstgeburtstitels, entgegen den einschlägigen Bestimmungen von § 109 Abs. 3 WRV von 1919, § 22 Preußisches Adelsgesetz von 1920 und Grundgesetz, sowie gefestigter höchstgerichtlicher deutscher Rechtsprechung als Namensbestandteil in den Nachnamen gekommen ist, konnte nicht verifiziert werden.
  3. Michael Hescheler: Fürst von Hohenzollern stirbt im Alter von 86 Jahren. In: Schwäbische Zeitung, 16. September 2010. Abgerufen am 16. September 2010.
  4. Fürst von Hohenzollern stirbt im Alter von 86 Jahren. In: Schwäbische Zeitung, 16. September 2010, abgerufen am 24. September 2010
  5. a b Traueranzeige der Malteser in Deutschland. In: Schwäbische Zeitung, 23. September 2010
  6. Sigmaringen: Halbmast auf dem Schloss. In: Südkurier, 23. September 2010
  7. Der Fürst freut sich aufs Fest. In: Südkurier, 25. März 2011
  8. Erhard Gattermann: Friedrich Wilhelm Fürst von Hohenzollern erhält die goldene Ehrennadel des BSV. „Ansprache anläßlich des 80. Geburtstages Seiner Hoheit Friedrich Wilhelm Fürst von Hohenzollern am 3. Februar 2004 im Schloß Sigmaringen.“ Website des Bayerischen Skiverbandes, 11. März 2004. Abgerufen am 13. Juni 2010.
Vorgänger Amt Nachfolger
Friedrich Chef des ehemals fürstliches Hauses Hohenzollern
1965–2010
Karl Friedrich