Friedrich Wilhelms-Hütte
| Friedrich Wilhelms-Hütte | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1848 |
| Sitz | Mülheim an der Ruhr |
| Mitarbeiter | 656 (2008) |
| Umsatz | 109,9 Mio. EUR (Gj. 2008) |
| Branche | Stahl |
| Website | www.fwh.de |
Die Friedrich Wilhelms-Hütte ist eine Stahlgussfabrik mit Sitz in Mülheim an der Ruhr. Erstmals im Ruhrgebiet erfolgte hier 1849 die Herstellung von Roheisen in einem Hochofen, der mit Koks beschickt wurde. Das Unternehmen war bis 1998 Teil des Thyssen-Konzerns und gehört seit der Fusion von Thyssen und Krupp zur Georgsmarienhütte Holding GmbH. Der Umsatz betrug im Jahre 2005 über 68 Mio. €.
Im Bereich des Stahl- und Eisengusses werden Zylinderblöcke, Gehäuse für Gas- und Dampfturbinen und Rotornaben für Windenergieanlagen gefertigt.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Im Herbst 1811 errichtete Johann Dinnendahl in Mülheim eine mechanische Werkstatt am rechten Ruhrufer. Nachdem er zunächst Dampfmaschinen produziert hatte, gründete er 1820 mit seinem Bruder Franz Dinnendahl eine Eisenschmelze zur Herstellung von gegossenen Maschinenteilen. Gemeinsam mit dem Ruhrorter Kaufmann Friedrich Wilhelm Liebrecht als finanzkräftigem Partner beantragte er 1832 die Konzession für zwei Hochöfen mit Koksbetrieb. Einer davon sollte neben der Eisenschmelze in Mülheim errichtet werden und wurde in Anlehnung an Liebrechts Vornamen Friedrich Wilhelms-Hütte genannt. Erst 1848/1849 konnte die Produktion von Roheisen in dem modernen Kokshochofen aufgenommen werden. Nach dem Tod Dinnendahls wurde das Unternehmen 1852 in die „Bergwerks-Verein Friedrich Wilhelms-Hütte AG“ umgewandelt. 1862 wurde die Hütte um eine Rohrgießerei erweitert. Im Jahr 1905 schloss Hugo Stinnes die Gesellschaft der Deutsch-Luxemburgische Bergwerks- und Hütten-AG (DL) an und wurde deren Aufsichtsratvorsitzender. 1907 wurde die Stahlgießerei in Betrieb genommen. 1926 wurde der Montanbereich der DL in die Vereinigte Stahlwerke AG (VSt) eingebracht. 1933 wurde mit den Werken der Friedrich Wilhelms-Hütte, dem Schalker Verein, der Hütte in Meiderich und der Gießerei in Hilden die Deutsche Eisenwerke AG als eigener Betriebsgesellschaft der VSt gegründet.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden 1948 die Friedrich Wilhelms-Hütte sowie die Hütte Meiderich im Zuge der Entflechtung der Vereinigte Stahlwerke AG in die Eisenwerke Mülheim/Meiderich AG mit 4626 (im Jahr 1947) bzw 6969 (im Jahr 1951) Arbeitern zusammengefasst.[1] 1963 erfolgte die Übernahme durch Rheinstahl und die Zusammenlegung mit den Eisenwerken Gelsenkirchen und der Ruhrstahl zur Rheinstahl Hüttenwerke AG.[2]
In den 1960er Jahren führten Umstrukturierungen und der Niedergang der Montanindustrie im Ruhrgebiet zur Stilllegung des Hochofenbetriebes, des Zementwerkes und der Stahlgießerei mit Handformguss. Nach der Übernahme des Rheinstahlkonzerns durch die „August Thyssen-Hütte AG“ wurde die FWH 1976 in „Thyssen Gießerei AG, Werk Friedrich Wilhelms-Hütte“ umbenannt.
Heute gehört die Hütte zur Route der Industriekultur (Themenroute 11 − Frühe Industrialisierung sowie Themenroute 12 − Geschichte und Gegenwart der Ruhr).
Bilder der Hütte [Bearbeiten]
Zeichnungen des Hochofens von 1875 [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ o.V.: "Entflechtung der Stahl-Industrie" in: "Hüttenzeitung" des Bochumer Vereins, JG 22/23, 1951
- ↑ Internetseite der Georgsmarienhütte zur Geschichte des Standortes FWH online (englisch) (abgerufen am 26. Juli 2010)
Weblinks [Bearbeiten]
- Webpräsenz der Friedrich Wilhelms-Hütte
- Fotodokumentation der FWH
- Beschreibung dieser Sehenswürdigkeit auf der Route der Industriekultur
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51.4363546.872506Koordinaten: 51° 26′ 11″ N, 6° 52′ 21″ O