Friedrich von Erckert

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Friedrich von Erckert als Schutztruppenoffizier

Friedrich von Erckert (* 30. Dezember 1869 in Bromberg, Westpreußen; † 16. März 1908 bei Seatsub, Betschuanaland (heute: Botswana)) war ein deutscher Offizier der Garde und Kaiserlichen Schutztruppe. Wegen der ersten nennenswerten Einführung von Kamelen (genauer: Dromedaren) in die deutsche Militäreinheit der Kamelreiter (Kavallerie) gilt er als „Vater der Kamelreitertruppe“.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Militärischer Werdegang

[Bearbeiten] Auszeichnungen

[Bearbeiten] „Der Zug des Hauptmann von Erckert“

Der mit großer militärischer Gründlichkeit vorbereite Feldzug gegen die „Simon-Kooper-Hottentotten“ (heute Nama) mit tragischem Ausgang wurde literarisch von Hans Grimm in seinem Roman Volk ohne Raum (1926) aufgearbeitet: Hauptmann von Erckert bekommt den Auftrag die letzten aufständischen „Hottentotten“ zu bekämpfen, die aus der Kalahari, vom britischen Gebiet aus, immer wieder deutsche Siedlungen und Posten angreifen. Um die Gegner in die Wüste verfolgen und schlagen zu können plant von Erckert seine Soldaten mit Kamelen auszustatten. Akribisch wird jede Kleinigkeit geplant und die Soldaten, die Pferde gewohnt sind, auf Kamelen ausgebildet. Der Zeitpunkt der Verfolgung wird in die Reifezeit der Wüstenmelonen gesetzt, die als Wasserreserve für Mensch und Tier wichtig sind.

Der betreffende Auszug erschien auch als eigenes Büchlein Der Zug des Hauptmann von Erckert (1932). Grimms Buch um den intellektuellen Militär, der in der Realität immer wieder bei engstirnigen Vorgesetzten aneckte, machte von Erckert schon in der Weimarer Republik bekannt. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde Friedrich von Erckert schließlich zum Vorbild einer Generation hochstilisiert.

Friedrich von Erckert schrieb selbst unter Pseudonym Artikel für die Zeitung „Die Zukunft“ und trug zum Buch „Mit der Schutztruppe durch Deutsch-Afrika“ bei, wo er unter dem Pseudonym Simplex Africanus schrieb.

Sein bekanntestes Zitat, ein Sinnspruch, entstammt seinem Tagebuch, was man bei dem Toten fand: „In erster Linie die größte Selbstachtung - Nichts Gemeines tun, Leib und Seele reinhalten - Sich stets beherrschen; selbstlos, heiter und mutig sein - Sich sagen, daß eine gerade, aufrechte Haltung auch die Äußerung einer geraden Seele ist - Sich an einfachen Dingen erfreuen, nichts Unmögliches verlangen, an ein erreichbares Ziel aber Geduld, Ausdauer, gesammelten Willen wenden - Bleibe nie im Schmutz. Auch der Beste kann gelegentlich hineingeraten, aber darin zu bleiben braucht niemand“

[Bearbeiten] Literatur

  • Hans Schmiedel: Hauptmann Friedrich von Erckert in Deutschsüdwestafrika und seine Zeit, Dortmund 1974
  • Ernst Anders: Hauptmann Friedrich von Erckert – Ein Lebensbild, in: Militärwochenblatt 1910 s.a. http://edocs.ub.uni-frankfurt.de/volltexte/2009/13180/
  • Julius Ohlemann: Beim Kamelreiterkorps des Hauptmann von Erckert, in: „Auf weiter Fahrt“ Band VI, 1909
  • ohne Namen: Gefechtsmeldung und Nachruf auf Friedrich von Erckert, in: Südwestafrikanische Zeitung vom 25. März 1908
  • Die Expedition des Hauptmann von Erckert gegen Simon Copper, in: Zeitschrift „Die Woche“, Juli 1908
  • Volker Lohse: 1908 – Der Kalaharifeldzug der Kopper-Hottentotten, in: Zeitschrift „Damals“, 1989
  • Volker Lohse: Kalaharimarsch gegen die Hottentotten 6.-22.3.1908, in: „Die Zinnfigur“, Heft 2/1974
  • W. Grunow: Entstehung und Einsatz des Kamelreiterkorps der kaiserlichen Schutztruppe für DSWA, in: „Die Zinnfigur“ Heft 3/1974
  • Zum 50.Jahrestag des Todes von Hauptmann Friedrich von Erckert, in: Mitteilungsblatt des Traditionsverbandes ehem. Schutz- und Überseetruppen Nr. 6, 1958
  • Arne Schöfert: Der chilenische Orden des Hauptmann Friedrich von Erckert, in Zeitschrift "Orden und Ehrenzeichen", Heft 66, April 2010

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

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