Friedrichsdorf

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Friedrichsdorf in Hessen. Zu anderen Bedeutungen siehe Friedrichsdorf (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Friedrichsdorf
Friedrichsdorf
Deutschlandkarte, Position der Stadt Friedrichsdorf hervorgehoben
50.2568758.6418055555556200Koordinaten: 50° 15′ N, 8° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Hochtaunuskreis
Höhe: 200 m ü. NHN
Fläche: 30,16 km²
Einwohner: 24.577 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 815 Einwohner je km²
Postleitzahl: 61381
Vorwahlen: 06172 (Friedrichsdorf, Dillingen, Seulberg),
06175 (Köppern),
06007 (Burgholzhausen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: HG, USI
Gemeindeschlüssel: 06 4 34 002
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hugenottenstraße 55
61381 Friedrichsdorf
Webpräsenz: www.friedrichsdorf.de
Bürgermeister: Horst Burghardt (Grüne)
Lage der Stadt Friedrichsdorf im Hochtaunuskreis
Frankfurt am Main Lahn-Dill-Kreis Landkreis Limburg-Weilburg Main-Taunus-Kreis Rheingau-Taunus-Kreis Wetteraukreis Wiesbaden Bad Homburg vor der Höhe Friedrichsdorf Glashütten (Taunus) Grävenwiesbach Königstein im Taunus Kronberg im Taunus Neu-Anspach Oberursel (Taunus) Schmitten (Hochtaunus) Steinbach (Taunus) Usingen Weilrod WehrheimKarte
Über dieses Bild

Friedrichsdorf ist eine Stadt im Hochtaunuskreis, rund 20 Kilometer nördlich von Frankfurt am Main.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Friedrichsdorf liegt am Südhang des Taunushauptkamms und ist nach Bad Homburg und Oberursel die drittgrößte Stadt im Hochtaunuskreis. Das Stadtgebiet umfasst zum einen landwirtschaftlich geprägte Flächen wie etwa bei Burgholzhausen, die den Übergang zur Wetterau bilden. Zum anderen findet sich ein großes zusammenhängendes Waldgebiet am Taunuskamm. Dort befindet sich der höchste Punkt der Gemarkung, der Berg Gickelsburg, mit 471 m ü. NN. Vom Taunuskamm her durchfließt der Erlenbach die Stadt.

Klima[Bearbeiten]

Die Lage der Stadt am Südhang des Taunushauptkamms bewirkt eine höhere Zahl an Sonnenstunden, außerdem ist die Stadt dadurch vor kalten Nordwinden geschützt.


Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Friedrichsdorf
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 3 5 10 14 19 22 25 25 20 14 8 5 Ø 14,2
Min. Temperatur (°C) 0 0 3 5 9 12 14 14 11 7 3 1 Ø 6,6
Niederschlag (mm) 62,4 54,9 61,5 50,3 64,9 68,4 60,1 60,2 52,1 59,4 76,4 82,7 Σ 753,3
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  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: Temperatur: MSN Weather, Niederschlag: DWD (freie Wetterdaten) Station Bad Homburg-Gonzenheim

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Friedrichsdorf grenzt im Norden und Osten an die Stadt Rosbach (Wetteraukreis), im Süden an die Stadt Bad Homburg sowie im Westen an die Gemeinde Wehrheim (beide Hochtaunuskreis).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Blick über Dillingen zur Mainebene

Friedrichsdorf setzt sich aus der Kernstadt um die Hugenottenstraße mit fließendem Übergang zu Dillingen sowie den Ortsteilen zusammen. Der Ortsteil Köppern liegt nördlich der Kernstadt. Burgholzhausen liegt als einziger Teil Friedrichsdorfs östlich der A 5. Südlich der Kernstadt ist Seulberg gelegen; die Besiedlung geht ebenfalls nahtlos über. Die zu Seulberg gehörenden Siedlungen Römerhof und Schäferborn, östlich der Bahnstrecken und südöstlich der Stadtmitte gelegen, grenzen direkt an die Besiedlung an.

Im Jahre 1916 wurde Dillingen eingemeindet. Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden am 1. August 1972 die Stadt Friedrichsdorf und die bis dahin selbstständigen Gemeinden Köppern, Burgholzhausen vor der Höhe aus dem Landkreis Friedberg und Seulberg per Gesetz zur Stadt Friedrichsdorf im Obertaunuskreis zusammengeschlossen.[2]

Für die Stadtteile Seulberg, Köppern und Burgholzhausen vor der Höhe und Friedrichsdorf wurden Ortsbezirke eingerichtet.[3]

Köppern[Bearbeiten]

Hauptartikel: Köppern

Köppern wird 1269 erstmals urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit wurde dem Buchard von Printsac eine Mühle zu coppern vom Grafen Gerhard von Eppstein zum Lehen gegeben. Leinenweberei und Ziegelbrennerei stellten neben der Landwirtschaft lange Zeit die wichtigsten Erwerbszweige dar. Später kamen die Fabrikation von Hüten und die Verarbeitung von Leder hinzu. 1901 wurde vom Frankfurter Arzt Emil Sioli das heute noch bestehende Waldkrankenhaus (Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie) gegründet.

Blick von Dillingen über die Kernstadt und Seulberg Richtung Odenwald

Burgholzhausen[Bearbeiten]

1221 wird in Urkunden Burgholzhausen als Holzhausen erstmals erwähnt. Im Jahr 1803 zählte Burgholzhausen zu den letzten fünf verbliebenen freien Reichsdörfern im Alten Reich. Als wichtigste Erwerbszweige galten neben Landwirtschaft und Leinenweberei die Herstellung von Fliesen, deren Grundstoff aus nahegelegenen Lehmgruben gewonnen wurde. Ende des 17. Jahrhunderts wurde durch die Herrschaft des Geschlechtes der Ingelheimer der Obstanbau in Burgholzhausen intensiviert.

Seulberg[Bearbeiten]

Hauptartikel: Seulberg

Im Lorscher Codex wird Seulberg 767 zum ersten Mal erwähnt. Seulberg gilt als eine der ältesten Siedlungen im Hochtaunuskreis. Funde der Rössener Kultur deuten auf eine Besiedlung in der Jungsteinzeit hin. Neben Landwirtschaft und Leinenweberei ist hier die Töpferei lange ein wichtiger Erwerbszweig gewesen. Mit den Hugenotten in Friedrichsdorf bestanden rege Handelsbeziehungen. Seulberg blieb von Hexenverfolgungen nicht verschont, denen zwischen 1652 und 1656 26 Frauen und 6 Männer zum Opfer fielen.

Geschichte[Bearbeiten]

Wallreste der Schnepfenburg

Bereits aus der Römerzeit sind für das Stadtgebiet von Friedrichsdorf Siedlungsspuren durch eine Ziegelei nachgewiesen.[4]

Denkmal für Landgraf Friedrich

Die Gründung im Jahre 1687 geht auf die Hugenottenverfolgung in Frankreich zurück. Rund 200.000 der damals 800.000 in Frankreich lebenden Protestanten flohen aus ihrer Heimat. Landgraf Friedrich II. lud sie angeblich mit den Worten „Lieber will ich mein Silbergerät verkaufen, als diesen armen Leuten die Aufnahme versagen“ ein, sich in der Landgrafschaft Hessen-Homburg niederzulassen. Die Hugenotten gründeten Friedrichsdorf, welches sie aus Dankbarkeit nach ihm benannten. Sie brachten Kenntnisse im Textilgewerbe mit und legten damit den Grundstein für ein schnelles wirtschaftliches Wachstum, was von Friedrich II. so beabsichtigt war. Zunächst stellten sie Leinen und Feinleinen, ab Mitte des 18. Jahrhunderts Strümpfe und schließlich Flanell her. Die wirtschaftliche Prosperität wurde 1771 mit der Verleihung der Stadtrechte gewürdigt. In der ehemaligen Hauptstraße, die nach kurzer Namensänderung während des Deutschen Reiches 1933-1945 in Hugenottenstraße umbenannt wurde, erinnert gegenüber der Kirche eine Steinsäule an die Verleihung. Im Jahr 1873 wurde eine gusseiserne Büste von Landgraf Friedrich angefertigt und auf einer ehemaligen nassauischen Grenzsäule aus Lahnmarmor an der Schnepfenburg aufgestellt, 1937 dann auf den nach ihm benannten Landgrafenplatz in der Innenstadt versetzt.[5]

Schild Stadt des Zwiebacks

Das heutige Dillingen war erst 1804 gegründet worden, hier siedelten unter Gestattung Friedrich V. Vogelsberger Bauern im bis dato bewaldeten Areal nördlich einer Wüstung. Das alte Dillingen – 1192 bezeugte ein Friedrich von Dillingen den Vertrag, mit dem Gottfried von Eppstein Burgrechte kauft, 1229 erfolgt die erste Erwähnung des Dorfes Tulingen – war mit dem Ort Willkommshausen und einer Motte, deren östlich des Ortes an der Alten Grenzstraße gelegenen Wallreste als Schnepfenburg bekannt sind, im Dreißigjährigen Krieg entvölkert.

Als die Textilproduktion gegenüber der Industriefertigung in England nicht mehr konkurrenzfähig war, dominierte das Färben von Textilien, insbesondere das Blaufärben (mit Pflanzenstoffen, Alkohol und menschlichem Urin). Von den ehemals sehr zahlreichen Färbehäuschen sind heute noch vier erhalten. Kurzfristig wurde Leder hergestellt, eine Hutproduktion (der Homburger) fand in nennenswertem Umfang statt, beispielsweise in der Köpperner Hutfabrik.

Später kam in Friedrichsdorf die Produktion von Zwieback hinzu, welcher sich von anderen damaligen äußerst widerstandsfähigen (harten) Produkten sehr vorteilhaft unterschied. Damit waren die Friedrichsdorfer so erfolgreich, dass ihre Stadt den Beinamen „Stadt des Zwiebacks“ erhielt. Aus dem Zwiebackfabrikanten Emil Pauly ging die Firma Milupa hervor, die im Stadtzentrum auf eine große Fläche expandierte.

Einer der berühmtesten Bürger der Stadt war Philipp Reis, Physiklehrer am Institut Garnier und Erfinder der elektrischen Übertragung von Sprache, besser bekannt als Telefon.

Gebäude des ehem. Institut Garnier

Charakteristisch für Friedrichsdorf war die lang überdauernde französische Sprache der Hugenotten, die sich mit dem hessischen Dialekt mischte. In einem Gedicht fasste Friedrich Stoltze das Sprachgemisch zusammen:

„Hélas, Martin! Hélas, Martin!
Chassez le Gickel aus dem jardin!
Il verkratzt mer, häst tu le Steuwe!
Toutes les nouveaux gehle Reuwe!“

Stoltze

Bis zum Ersten Weltkrieg war Französisch die primäre Sprache in Friedrichsdorf. Die Gottesdienste in der reformierten Kirche wurden bis 1913 ebenfalls in Französisch gehalten.

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
Kommunalwahl 2011
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40
30
20
10
0
31,7 %
25,5 %
18,4 %
17,4 %
7,0 %
n. k.
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,4 %p
+9,6 %p
-1,5 %p
+1,9 %p
-1,6 %p
-1,9 %p
-1,1 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 31,7 12 37,1 14
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 25,5 9 15,9 6
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 18,4 7 19,9 7
FWG Freie Wählergemeinschaft 17,4 6 15,5 6
FDP Freie Demokratische Partei 7,0 3 8,6 3
REP Die Republikaner 1,9 1
LLF Linke Liste Friedrichsdorf 1,1 0
Gesamt 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 49,5 46,9

Bürgermeister[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Das erste Wappen erhielt Friedrichsdorf 1821 in Erinnerung an den Besuch des russischen Großfürsten Nikolaus Paulowitsch und seiner Frau Alexandra Feodorowna (und ihrer acht Gäste) bei Landgraf Friedrich in Bad Homburg: Auf blauem Grund neun ringförmig angeordnete silberne Rosen.

Wegweiser Wimsbach in Seulberg
Wappen Friedrichsdorf
Blasonierung:

„Im schräggevierten Schild oben in Blau eine silberne Rose mit silbernen Butzen, unten in Rot ein goldener Turm, vorn in Silber ein vierspeichiges rotes Rad und hinten in Silber ein rotes Hufeisen.“[6]

Beschreibung:

Nach der Gebietsreform wurde 1975 ein neues Wappen geschaffen, das die neuen Stadtteile berücksichtigt: die silberne Rose von Friedrichsdorf, das rote vierspeichige Rad für Köppern, ein rotes Hufeisen für Seulberg und der goldene Turm aus dem Wappen von Burgholzhausen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Partnerschaft mit der österreichischen Marktgemeinde Bad Wimsbach-Neydharting besteht bereits seit 1968 und wurde damals von Seulberg ins Leben gerufen. Nach jeder Teilgemeinde ist eine Straße in Seulberg benannt. 1973 folgte als weitere Partnerstadt das französische Houilles, dem der Houiller Platz in der Kernstadt südlich des Bahnhofs gewidmet ist. Die Verschwisterung mit dem englischen Chesham, nach dem eine Straße nahe dem Houiller Platz benannt ist, wurde 1990 besiegelt.

Religion[Bearbeiten]

Mormonentempel[Bearbeiten]

Frankfurt-Tempel, August 2005

In Friedrichsdorf steht der 1987 eröffnete Frankfurt-Tempel, einer der beiden Tempel der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) in Deutschland.

Evangelische Kirchen[Bearbeiten]

Die evangelisch-reformierte (früher: französisch-reformierte) Kirche in der Hugenottenstraße wurde 1834 bis 1837 errichtet. Sie ersetzte eine zu Beginn des 18. Jahrhunderts errichtete kleine Fachwerkkirche an gleicher Stelle. Architekt des am 28. Juni 1837 eingeweihten Neubaus war der Frankfurter Architekt Rudolf Burnitz. Erbaut wurde eine Kirche mit rechteckigem Grundriss und eine Fassade die in drei Portale gegliedert ist. Über dem mittleren Portal erhebt sich der Turm, dessen Spitze ein Spitzhelm, geschmückt mit einer vergoldeten Kugel, einer Wetterfahne und einem Stern mit sechs Spitzen, bildet. Der Innenraum wird durch die barocke Kanzel dominiert, die noch aus der ersten Kirche stammt. Bis 1914 wurden die Gottesdienste in französischer Sprache gehalten. Französische Inschriften am marmornen Blockaltar, an der Orgel und dem Opferstock im Eingangsbereich stammen aus dieser Zeit.[7] Von den drei Glocken mit der Tonfolge d1-f1-g1 wurden die größte und die kleinste 1950 - unter anderem finanziert durch eine Spende des Hochkommissariats der Französischen Republik in Deutschland - von Friedrich Wilhelm Schilling in Heidelberg gegossen. Die mittlere stammt aus der Erbauungszeit der heutigen Kirche und wurde 1836 von Ph. H. Bach in Windecken gegossen. Neben einer französischen Inschrift ist die Glocke mit einem Relief des Friedrichsdorfer Wappens geschmückt.

Ev.-ref. Kirche Friedrichsdorf

1820 genehmigte der Landgraf die Durchführung einer Kollekte zum Bau einer Schule und eines Betsaals in Dillingen und brachte ein zweistöckiges Wohnhaus als Schenkung selbst ein. Bis dahin mussten die Dillinger in die Kirche in Köppern gehen. 1821 war das Wohnhaus umgebaut. Allerdings waren die geschaffenen Räume aufgrund der kleinen Fenster so düster, dass die landgräfliche Regierung den Bau mit einem „Arrest-Lokal“ verglich und den Einbau eines großen gitischen Kirchenfensters anordnete. 1837 wurde eine Glocke erworben. Eine zweite Glocke stand teilweise als Leihgabe zur Verfügung. 1883 wurde ein Anbau errichtet, der als Gefängnis diente. 1888 erfolgte ein weiterer Ausbau zu dem heutigen Gebäude. Das Haus enthielt nun eine Volksschule und die Kirche.[8] Heute befinden sich im Dachreiter zwei Glocken der Glocken- und Kunstgießerei Rincker aus den Jahren 1924 und 1976 und der Tonfolge a2-c3.

Seit 1853 besteht die evangelisch-methodistische Kirchengemeinde, die heute ein Gebäude in der Wilhelmstraße besitzt.[9]

In Köppern befindet sich die 1731 errichtete evangelische Kirche[10]

Im Ortsteil Seulberg steht die von der Autobahn gut sichtbare neugotische evangelisch-lutherische Kirche, die aus im Ort gebrannten Feldbrand-Ziegelsteinen erbaut wurde.[11]

Burgholzhausen wurde durch den Augsburger Religionsfrieden im 16. Jahrhundert konfessionell zweigeteilt, weshalb im Ortskern relativ nahe beieinander die katholische sowie die 1718 erbaute und an dieser Stelle insgesamt dritte evangelische Kirche[12] stehen.

Katholische Kirche[Bearbeiten]

Katholische Kirche St. Bonifatius

Die Katholische Kirche ist dem heiligen Bonifatius geweiht. Es handelt sich um einen modernen Neubau in der Ostpreußenstraße in Seulberg, der 1991–1993 durch den Architekten Prof. Rolf Hoechstetter aus Darmstadt umgesetzt wurde. Der mit zwei Architekturpreisen ausgezeichnete Bau mit einer BGF von 2.173 m² kostete 3,85 Millionen Euro. Die Kirche mit Festsaal, das Pfarrhaus und der allein stehende Glockenturm bilden eine Freifläche in Form einer Arena. Die Inneneinrichtung der Kirche wurde durch den Architekten und Bildhauer Ulrich Hahn aus Aachen konzeptioniert und umgesetzt., entworfen und gefertigt.[13] Die drei kleinen Glocken mit der Tonfolge h1-cis2-e2 wurden 1960 von Petit & Gebr. Edelbrock in Gescher für die damals noch in der Gartenstraße in Seulberg ansässige Kirche gegossen.

In der Taunusstraße in Friedrichsdorf stand seit 1913 die Herz-Jesu-Kirche. Das Grundstück wurde 2012 an die Nieder-Ramstädter Diakonie verkauft und die Kirche 2013 abgerissen. Die Glocken mit der Tonfolge g1-a1-c2-d2, 1962 bei Petit & Gebr. Edelbrock gegossen, wurden auf den Dillinger Friedhof (größte), St. Bonifatius (zweitgrößte) und St. Marien in Bad Homburg verteilt, die Fenster erhielt eine anglikanische Kirche in den Arabischen Emiraten.[14]

In Köppern befindet sich das Gemeindezentrum St. Josef, das mit St. Bonifatius zur Pfarrei St. Marien Bad Homburg/Friedrichsdorf im Bistum Limburg gehört. Die Heilig-Kreuz-Kirche in Burgholzhausen ist dem Bistum Mainz zugehörig.

Jüdische Gemeinde[Bearbeiten]

In einer Urkunde aus dem Jahr 1547 wird ein unter dem Schutz des Landgraf Ludwig IV. stehender Jud Mayer von Seulberg schriftlich erwähnt. Ein Friedhof bei Seulberg existiert mindestens seit 1580, jüdische Familien in beiden Orten im 16. und 17. Jahrhundert. Sie gehörten zuerst zur Homburger Gemeinde, ab 1855 war die Seulberger Gemeinde mit Köppern eigenständig. Zu dieser Zeit gab es schon Spannungen, unter anderem wegen des jedem Bürger zustehenden Losholzes aus dem Gemeindewald, das 1848 zu einem erst mittels 300 Soldaten beendeten Krawall führte. Wo sich der Betsaal bzw. später die Synagoge befand, ist unklar.[15]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der vom Heimatmuseum Seulberg unterhaltene Aulofen

Im Ortsteil Köppern befindet sich das im Familienbetrieb unterhaltene Kino. Es geht auf den 1890 vom damaligen Betreiber eine Gaststätte Johann Weidinger gegründeten Verein zurück, der zunächst einen Turn-, Gesangs- und Tanzsaal unterhielt. Ab 1926, nach zwei Umbauten und Lichspielvorführer-Prüfung, gab es in Friedrichsdorf erstmals ein richtiges Kino. Der Filmprojektor wurde nach dem Zweiten Weltkrieg für zwei Jahre von den Amerikanern beschlagnahmt, wieder zurückgegeben und wird heute noch betrieben.[16] Ebenfalls in Köppern befindet sich das Forum Friedrichsdorf, ein Bürgerhaus, das für verschiedene Kulturveranstaltungen wie Live-Auftritte bekannter Personen genutzt wird.

Museen[Bearbeiten]

Selwicher Dippe

Im ehemaligen Wohnhaus von Philipp Reis wurde ein Museum eingerichtet, dass sich mit Reis' Leben, der Erfindung des Telefons und der Geschichte der hugenotten befasst. In Seulberg liegt das Heimatmuseum, das sich vor allem mit der Lokalgeschichte widmet.

Parks[Bearbeiten]

Die einzige parkartig angelegte Grünfläche in Friedrichsdorf ist das Gelände an der Bleiche, ein Ort, an dem früher Wäsche zum Bleichen aufgehängt wurde. Dort befinden sich neben einer Wiese eine Rollschuhbahn und ein Spielplatz.

Der Batzenbaum

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Am westlichen Rand der Germarkung im Wald stand bis 2007 der Batzenbaum, eine alte Eiche auf einer Lichtung. Da der alte Baum krank war, wurde inzwischen eine neue Eiche gepflanzt, der alte Baum steht aber noch. Der Name deutet auf einen alten Handelsplatz hin. An der Hardtwaldallee in Seulberg, am Rand des Hardtwalds, steht ebenfalls eine als Naturdenkmal ausgewiesene alte Eiche.

Sport[Bearbeiten]

Am Dillinger Hang befindet sich das im Sommerhalbjahr betriebene, 1989 eröffnete Friedrichsdorfer Freibad mit Kleinkind-, Schwimmer-, Sprung- und Erlebnisbecken. Neben einem 5-Meter-Sprungturm ist eine Wasserrutsche installiert. Das Schwimmbad ist beheizt, bis zur Schließung der Tettauer Glaswerke geschah dies mit deren Kühlwasser.

Freibad

In den Ortsteilen und der Kernstadt existieren mehrere Sportvereine mit kleineren Sportanlagen für verbreitete Sportarten; in Seulberg wird ein Tennisplatz im Winter mit einer aufblasbaren Hülle überspannt und ist somit ganzjährig bespielbar. In unmittelbarer Nähe liegt im Hardtwald der Kletterwald Taunus. Im Zuge des Neubaus der Philipp-Reis-Schule entstand am Spießwald ein neues Sportzentrum.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

In jedem Ortsteil gibt es ein traditionelles Fest. In Friedrichsdorf selbst findet jährlich der Hugenottenmarkt statt. Dabei sind in der Hugenottenstraße vom östlichen Ende bis zum Rathaus verschiedene Verkaufsstände mit Speisen und Getränken, Haushaltsgegenständen oder Dekoration aufgestellt. Ergänzt wird das Programm von verschiedenen Musikbühnen und Flohmärkten. In Seulberg wird im alten Ortskern das Brunne- und Dippefest gefeiert, bei dem überwiegend handwerkliche Gegenstände verkauft werden. Außerdem findet jährlich das Schützenfest statt, bei dem ein kleiner Festumzug zum Vereinsheim des Schützenvereins am Rand des Hardtwalds läuft. Im Heimatmuseum werden ergänzend kleine Märkte, regelmäßig der Oster- und Nikolausmarkt, abgehalten. Das Batschkappenfest wird in Köppern gefeiert. Wegen der Übernahme der Finanzierung durch die Feuerwehr ist diese während des Fests für Besucher offen. In Burgholzhausen findet der Dorfspaß statt, bei dem einzelne Fahrgeschäfte aufgebaut werden. Weitere kulturelle Veranstaltungen stellen die von der Stadt ausgerichtete Kult(o)ur und die Friedrichsdorfer Sommerbrücke dar, zu denen Musikgruppen und andere Unterhaltungskünstler auftreten.

Zweimal in der Woche, Mittwochs und Samstags, findet auf dem Landgrafenplatz der Wochenmarkt größtenteils mit dem Verkauf von frischen Nahrungsmitteln statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Friedrichsdorf wies im Jahr 2012 einen weit überdurchschnittlichen Kaufkraftindex von 135,5 Prozent des Bundesdurchschnitts (100 Prozent) auf.[17] Somit lag das Pro-Kopf-Einkommen in der Stadt bei 27.932 Euro.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Peiker in der Max-Planck-Straße

Teilweise handelt es sich um die deutschen Niederlassungen von weltweit agierenden Unternehmen oder um die Zentrale deutscher Firmen. Während der historische Schwerpunkt auf Handwerk und Herstellung lag, sind heute durch die Lage im Speckgürtel von Frankfurt verschiedenste Unternehmen angesiedelt, teilweise knüpft die Telekommunikationsbranche an die technischen Leistungen von Philipp Reis, dem Erfinder des Telefons, und von Professor Willy Wagner, dem Erfinder der Siebkettentechnik, an.

Im Gewerbegebiet Max-Planck-Straße befinden sich beispielsweise: AXICORP GmbH (Pharma), Bose Corporation (HiFi), Bionic Medizintechnik GmbH (Medizintechnik), CUTES Europe Ltd. (Vakuumtechnik), JM2 Technologies GmbH & Co. KG (Entwicklung von Fahrzeugelektronik), Kawasaki Motors Europe (Motorräder), MAXON (3D-Software), OETTINGER Performance GmbH (Fahrzeugtuning), Peiker Acustic (Kommunikationslösungen für die Automobilindustrie), Spang & Brands GmbH (Medizinische Kunststofftechnik) und Takko International Einkaufsgesellschaft mbH (TKI).

Ehemalige Produktions- und Laborgebäude der Milupa auf dem Gelände zwischen Bahn- und Professor-Wagner-Straße

Eine große Fläche im Stadtzentrum nahmen die Gebäude samt Produktionsanlagen der Firma Milupa ein. In Friedrichsdorf wurde Säuglingsnahrung und Pulmoll hergestellt. Mit der Übernahme durch internationale Unternehmen wurden nach und nach verschiedene Bereiche ins Ausland verlagert, zuletzt die Laboratorien,[18] so dass nur noch Qualitätskontrolle und Büros übrig blieben. Auf dem Gelände wurde das Einkaufszentrum Taunus Carré errichtet und im Juli 2013 eröffnet.

Die Firma Metallbau Arnold‎ ist bekannt dafür, dass sie für Künstler wie Jeff Koons Skulpturen herstellt. Zwieback wird in Friedrichsdorf heute noch von den Firmen Praum und Pauly (zu Brandt) hergestellt, wobei Praum im Februar 2010 die Produktion nach Neu-Anspach verlegte.

Ebenfalls nicht mehr in Friedrichsdorf ansässig sind die Tettauer Glaswerke, deren Werk III sich mit der Herstellung von medizinischen und insbesondere keimfreien Glasverpackungen befasste. Die Abwärme der Glasöfen wurde effizient genutzt, um das Freibad und einige Wohnhäuser zu beheizen. Nach der Stilllegung wurde dafür neben dem Schwimmbad ein kleines Gas-Blockheizkraftwerk errichtet. Auf der Fläche der Glaswerke wurde ein Wohngebiet errichtet.

Im Jahr 1970 eröffnete im Stadtteil Seulberg der erste toom Markt.

Die evangelikale Hilfsorganisation World Vision Deutschland hat ihren Sitz ebenfalls in Friedrichsdorf.

Der Hessische Bauernverband hat seinen Sitz und seine Hauptgeschäftsstelle in Friedrichsdorf. In seinen Gebäuden befinden sich ebenso die Geschäftsstellen des Landfrauenverbandes, der Hessischen Landjugend und seiner Steuerberatungsgesellschaft. Er betreibt dort ein Seminar- und Tagungshaus mit Übernachtungsmöglichkeiten.

Verkehr[Bearbeiten]

Straße[Bearbeiten]

Durch die Friedrichsdorfer Gemarkung verläuft die Verkehrsachse A 5, die am nördlichen Rand des Stadtgebiets eine Anschlussstelle (16, Friedberg/Friedrichsdorf) hat. Außerdem durchquerte die B 455 die Stadt, die durch die L 3057 (seit 2006 die Friedrichsdorfer Entlastungsstraße) abgelöst wurde.

Hugenottenstraße

Die Entlastungsstraße verläuft fast immer parallel zur A 5 und ist somit eine vielgenutzte Ausweichstrecke zur Autobahn. Nach langen Planungen war im November 2002 Spatenstich für den ersten Abschnitt. Der westlich von Burgholzhausen gelegene Straßenabschnitt einschließlich des ersten Friedrichsdorfer Kreisverkehrs beim Gewerbegebiet Max-Planck-Straße wurden 2003 eröffnet. Im April 2005 begannen die Arbeiten am Nordabschnitt östlich Köppern. Er beginnt am bisherigen Ende des mittleren Abschnitts. An der Verbindungsstraße Köppern–Rodheim endet der Neubau, bis zum Köpperner Kreuz wurde die alte Straße ausgebaut. Das Köpperner Kreuz wurde komplett neu angelegt und der Hauptverkehrsfluss auf die Entlastungsstraße ausgelegt. Im Oktober 2006 konnte der Nordabschnitt wesentlich früher als geplant für den Verkehr freigegeben werden. Für den Südabschnitt lief seit Frühling 2007 ein Planfeststellungsverfahren. Ursprünglich war geplant, die vorhandenen Kreisstraßen und das Zwischenstück der Seulberger Umgehungsstraße auszubauen. Nach Protesten seitens der Anwohner wurde ein Lärmschutz mit in die Planungen einbezogen. Es zeigte sich jedoch, dass diese Kombination teurer sein würde als der bis dahin als unwahrscheinliche Variante gehandelte Neubau unmittelbar neben der Autobahn. Mitte Juni 2007 wurde der Bau des Südabschnitts dann beschlossen. Als Ausgleich soll die Kreisstraße Seulberg–Burgholzhausen aufgelassen werden.[19][20] Im Februar stimmte die Regionalversammlung Hessen der Änderung des Regionalplans zu, so dass nach einer erfolgten Änderung des Flächennutzungsplan 2009 mit dem Bau begonnen sollte. Als Bauzeit wurden sechs Monate angegeben.[21] Damit kann die L 3057 zur Ortsstraße zurückgestuft werden und mit Umgestaltungsarbeiten begonnen werden.[22] Ende 2008 schien der Bau zunächst zu scheitern, da verschiedene Siedlungsreste im Bereich der Trasse gefunden wurden, die zunächst gesichert werden mussten.[23] Kurz darauf wurde vom Land Hessen die Bereitstellung eines ausreichenden Betrags zur Finanzierung im Straßenbau für das Jahr 2009 in Aussicht gestellt, womit die Sicherungsarbeiten der historischen Reste dann beginnen konnten.[24] Bei den Ausgrabungen wurden unter anderem Tonstücke gefunden, die der Rössener Kultur zugeordnet werden. Erst 2012 wurde die Auftragsvergabe vorbereitet[25] und im Sommer 2013 mit den Bauarbeiten begonnen. Neben den Funden war die Verlegung einer Gasfernleitung Grund für die Verzögerungen.

Busverkehr[Bearbeiten]
Bahnhof Friedrichsdorf

In Friedrichsdorf besteht ein Busnetz. Es verkehren die regionalen Linien 59 nach Grävenwiesbach sowie FB-16 nach Friedberg. Dazu kommen die Linien 53 und 54, die vom Bahnhof ausgehend die Ortsteile Dillingen, Köppern und Burgholzhausen anfahren und eine Verbindung zum Kurhaus Bad Homburg (eine Verknüpfungshaltestelle des dortigen Netzes) herstellen. Weiterhin wird Friedrichsdorf von der Nachtbuslinie n35 bedient.

Schiene[Bearbeiten]

Hauptartikel: Bahnhöfe in Friedrichsdorf

Insgesamt gibt es vier Stationen in Friedrichsdorf, die auf alle Stadtteile verteilt sind. Damit ist die Stadt an die S-Bahn (S5), die Taunusbahn und als Querverbindung zur Main-Weser-Bahn die Strecke nach Friedberg angeschlossen.

Sonstiges[Bearbeiten]

Mit dem PKW ist der internationale Flughafen Frankfurt am Main in 25 Minuten zu erreichen. In Burgholzhausen hat das Hubschrauberflug-Unternehmen Rotorflug seinen Sitz und Landeplatz.

Siedlungs- und Neubaugebiete[Bearbeiten]

Neubauten in der Siedlung Waldkristall
Römerhof
  • Schäferborn: Die rund 27 ha große Siedlung wurde zwischen 1976 und 1984 erbaut und schließt an den Houiller Platz an. Der Name stammt von einer Quelle im nahen Spießwald. Die Straßen im offenen, begrünten Wohngebiet tragen Pflanzennamen, was der hauptsächlich aus Einfamilienhäusern von mittelständischen Familien bestehenden Siedlung den nicht ernst gemeinten Namen Blumenghetto eingebracht hat.
  • Am Römerhof: Diese heute 17 ha bedeckende Siedlung entstand in mehreren Abschnitten, der letzte wurde 2011 fertiggestellt. Er liegt östlich der Bahn zwischen dem Schäferborn und Seulberg. Ein römisches Landgut (Villa rustica) wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den heutigen Äckern ausgegraben und aus konservatorischen Gründen wieder zugeschüttet. Auf diese Spuren römischer Besiedlung geht die Namensgebung zurück. Die Straßen sind nach Namen berühmter römischer Feldherren benannt. Im Jahr 2006 wurden Infotafeln aufgestellt und als Bindeglied zwischen der Siedlung Am Römerhof und der offenen Feldflur wurde der Erlebnisspielplatz villa rustica angelegt. Der Grundriss des Spielplatzes zeigt die Grundfläche der villa rustica, die Einrichtung nimmt Bezug auf die Römerzeit.
  • Waldkristall: Die 3,3 ha große Fläche liegt nördlich der Hugenottenstraße und wird von der Taunusbahn auf der einen und der Verbindungsstraße Friedrichsdorf–Köppern auf der anderen Seite begrenzt. Vor der Umwidmung der Gewerbefläche in ein Wohn- und Mischgebiet befand sich dort das Werk III der Tettauer Glaswerke. Das Glaswerk, das einige städtische Wohnhäuser und das Freibad mit der Abwärme der Glasöfen beheizte, wurde im Jahr 2002 stillgelegt. 2005 begann die Demontage und die Einebnung der Fläche, um sie für die geplante Verwendung vorzubereiten. Dabei wurde einer der letzten hohen Schornsteine der Stadt gesprengt. 2007 bis 2010 erfolgte die Bebauung.
  • Milupa-Gelände: In der Stadtmitte liegt das Gelände der ehemaligen Milupa-Werke. Neben einem Einkaufszentrum, dem Taunus-Carré, entstehen seit dem Abschluss des Kaufvertrag sowie der Vorlage eines Konzepts für das Taunus-Carré im März 2010[26] mehrere Mehrfamilienhäuser an der Bahnstraße.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt in Friedrichsdorf in jedem der vier Stadtteile jeweils eine Grundschule; die Grundschule in der Kernstadt heißt Peter-Härtling-Schule, die Seulberger Hardtwaldschule Seulberg.

Die ehemaligen Gebäude der Philipp-Reis-Schule am Hohen Weg

In der direkten Nachbarschaft der Peter-Härtling-Schule lag am Hohen Weg die 1969 errichtete Philipp-Reis-Schule (Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe), welche jährlich rund 1.600 Schüler besuchen. Die Schule wurde als Ganztagsschule mit Mensa zwischen Schäferborn und Spießwald neu gebaut und im Januar 2012 bezogen.

Des Weiteren gibt es in der Hugenottenstraße die Rhein-Main International Montessori School (RIMS), eine kostenpflichtige Privatschule, die zwischen 2006 und 2007 erweitert und ausgebaut wurde.

Friedrichsdorf ist ferner Sitz der Hessischen Landvolk-Hochschule. Diese Bildungseinrichtung wurde bereits 1949 als zentrale Bildungseinrichtung für die Landwirtschaft und die Bewohner des ländlichen Raumes eingerichtet.

Einwohner[Bearbeiten]

(Wenn nicht anders angegeben, jeweils zum 31. Dezember)

Jahr Einwohner
1987 (25. Mai) 22.336
1998 24.404
1999 24.128
2000 24.282
2001 24.406
2002 24.572
2003 24.497
2004 24.605
2006 (30. Juni) 24.522
2007 24.330
2010 24.875

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Das Philipp-Reis-Haus

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Gesetz zur Neugliederung des Obertaunuskreises und des Landkreises Usingen Vom 11. Juli 1972. In: GVBl. I 1972, 227
  3. Hauptsatzung der Stadt Friedrichsdorf im Hochtaunuskreis (PDF; 105 kB) vom 7. März 2005 (GVBl. I S. 142), zuletzt geändert durch Gesetz vom 16. Dezember 2011
  4. Ulrich Brandl und Emmi Federhofer: Ton + Technik. Römische Ziegel. Theiss, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8062-2403-0 (Schriften des Limesmuseums Aalen. Nr. 61)
  5. Durchlaucht sind zurück, Artikel der Taunus-Zeitung vom 21. Dezember 2012
  6. http://www.stadtrally.de/Wappen/swfriedrichsdorf.htm
  7. Kirchenführer Hochtaunus, Seite 22/23 (PDF-Datei; 1,53 MB)
  8. Christel Wösner-Rafael: Vom „Arrest-Lokal“ zum Dom; in: Taunuszeitung vom 23. April 2011, Seite 19
  9. Evangelisch-methodistische KG Friedrichsdorf
  10. Evangelische KG Köppern → unsere Gemeinde → Geschichte der Kirche
  11. Evangelisch-lutherische KG Seulberg
  12. Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Burgholzhausen
  13. Kirchenführer Hochtaunus, Seite 24/25
  14. Herz Jesu: Abriss im Januar, Artikel der Taunus-Zeitung vom 19. Dezember 2012
  15. alemannia-judaica.de: Jüdische Geschichte in Seulberg und Köppern, abgerufen am 11. November 2013 sowie Der jüdische Friedhof Seulberg ebenda
  16. kinokoeppern.de → Historie
  17. '. Stadt Friedrichsdorf. Abgerufen am 25. April 2014.
  18. Milupa verlagert Forschung nach Utrecht, Taunus-Zeitung vom 12. März 2010
  19. Bericht der Taunus-Zeitung
  20. Die Entlastungsstraße auf friedrichsdorf.de
  21. Bericht der Taunus-Zeitung vom 23. Februar 2008 und News-Eintrag auf der Internetseite der Stadt
  22. Lockere Steine in der Lindenstraße, Bericht der Taunus-Zeitung vom 26. Februar 2008
  23. Römische Reste kommen teuer, Bericht der Taunus-Zeitung vom 8. November 2008
  24. 16,1 Millionen für Straßenbau in Friedrichsdorf, Bericht der Taunus-Zeitung vom 3. Dezember 2008
  25. Ausschreibung online
  26. Einstimmig für’s Taunus-Carré, Taunus-Zeitung vom 18. März 2010

Literatur[Bearbeiten]

  •  Uschi Flacke: Die Hexenkinder von Seulberg. Carlsen, 2003, ISBN 3-551-35250-X (Historischer Jugendroman: Ein trauriges Kapitel schrieb die Friedrichsdorfer Geschichte Mitte des 17. Jahrhunderts, als etliche Kinder und Frauen aus dem damaligen Dorf und heutigem Stadtteil Seulberg Opfer einer üblen Hexenverfolgung wurden.).
  •  Angelika Baeumerth, Magistrat der Stadt Friedrichsdorf (Hrsg.): 300 Jahre Friedrichsdorf (1687-1987). Aus der Geschichte der Hugenottenstadt am Taunus.. Friedrichsdorf 1987.

Autor = Auguste Descamps Herausgeber: Privatausgabe Titel: Friedrichsdorf Taunus, Un village français en Allemagne Jahr: unbekannt

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Friedrichsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien