Friedrichskoog
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| Wappen | Deutschlandkarte | ||
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| Basisdaten | |||
| Bundesland: | Schleswig-Holstein | ||
| Kreis: | Dithmarschen | ||
| Amt: | Marne-Nordsee | ||
| Höhe: | 2 m ü. NN | ||
| Fläche: | 53,96 km² | ||
| Einwohner: | 2469 (31. Dez. 2007) | ||
| Bevölkerungsdichte: | 46 Einwohner je km² | ||
| Postleitzahl: | 25718 | ||
| Vorwahlen: | 04854, 04856 | ||
| Kfz-Kennzeichen: | HEI | ||
| Gemeindeschlüssel: | 01 0 51 034
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| Adresse der Amtsverwaltung: | Alter Kirchhof 4/5 25709 Marne |
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| Webpräsenz: | |||
| Bürgermeister: | Gerd Dethlefs (KWV) | ||
| Lage der Gemeinde Friedrichskoog im Kreis Dithmarschen | |||
Friedrichskoog ist eine Gemeinde im Südwesten des Kreis Dithmarschen (Schleswig-Holstein) zwischen der offenen Nordsee und der Elbmündung. Ursprünglich durch Landwirtschaft geprägt kam Anfang des 20. Jahrhunderts die Fischerei hinzu, mittlerweile ist es vor allem ein Touristenort. Vor der Küste im Nationalpark Wattenmeer liegen sowohl die Vogelschutzinsel Trischen als auch die größte deutsche Bohrinsel Mittelplate.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Friedrichskoog liegt in der Marsch Süderdithmarschens. Das Land, das erst im 19. und 20. Jahrhundert eingedeicht wurde, ist ausnehmend fruchtbar. In der Elbmündung entwickelte es sich aus natürlicher Landgewinnung, die erst zum Entstehen der Dieksander Hallig, heute Friedrichskoog, dann zum entstehen des Dieksanderkoogs und heute zu umfangreichen Salzwiesen vor der Küste führte.
Die Salzwiesen zwischen Hafen und Trischendamm waren 2001 insgesamt 485 Hektar groß und bis zu 1,2 Kilometern breit. Ungefähr die Hälfte der Fläche wird intensiv beweidet, die andere Hälfte aus Naturschutzgründen nicht. Etwa 40 Hektar dienen als Spülfläche, um Schlick aufzunehmen, der aus dem Hafenbecken gebaggert wird. Seit den Naturschutzmaßnahmen nahm die Zahl der Vegetationstypen von fünf auf 17 zu, dominante für intensiv genutztes Grünland typische Gesellschaften wie der Andelrasen ist von 53% auf 13% gesunken, dafür zeigten sich erstmals beweidungsempfindliche Pflanzengesellschaften wie Strandquecken-Flur oder Salzmelden-Flur. Der 2001 am weitesten verbreitete Vegetationstyp war die Schlickgras-Flur, die ein Viertel der Fläche einnahm.[1]
[Bearbeiten] Gemeindegliederung
Friedrichskoog, Friedrichskoog Spitze, Kaiserin-Auguste-Victoria-Koog, Dieksanderkoog und Trischen.
Trischen ist eine 180 Hektar große Insel vor der Dithmarscher Küste, die auch als „Vogelinsel“ gilt. Mit Ausnahme eines Vogelwarts im Sommer ist sie unbewohnt, das Betreten der Insel verboten.
[Bearbeiten] Geschichte
Die Gemeinde, benannt nach dem dänischen König Friedrich VII., entstand ab 1853 durch Eindeichungen aus der Nordsee und umfasste vor allem die damalige Insel Dieksand. Das Land wurde nach Beendigung des Deichbaus von der dänischen Krone verkauft.
Zur Gemeinde gehört der Dieksanderkoog (ehemals: Adolf-Hitler-Koog) der von 1933 bis 1935 eingedeicht wurde und als nationalsozialistische Mustersiedlung geschaffen wurde.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
Seit 1985 besteht in Friedrichskoog die Seehundstation Friedrichskoog. Sie ist die einzige zur Aufzucht von Heulern autorisierte Stelle an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste. Ihr Aussehen wurde zahlreichen Fernsehzuschauern durch die Fernsehserie Hallo Robbie! bekannt, von der große Teile in der Station gedreht wurden.[2]
Unweit der Seehundstation verläuft in unmittelbarer Nähe zur Schleuse der 54. Breitengrad, das ist in etwa die gleiche geografische Breite wie Danzig oder die Kommandeur-Inseln in Alaska. Auf der Deichkrone befindet sich ein Gedenkstein, wobei sich der tatsächliche Verlauf aber einige hundert Meter weiter südlich jenseits der Schleuse befindet.
An der „Spitze“ befindet sich der 1935 erbaute Trischendamm. Während des Saison finden diverse Veranstaltungen zur Unterhaltung der Gäste statt, meist im oder in der Nähe des „Haus des Kurgastes“ im Ortsteil Spitze.
2008 wurde am Hafen ein 2500 m² Indoor-Spielpark in der architektonisch interessanten Form eines Wals erbaut. [3]
[Bearbeiten] Wirtschaft
Der wohl bedeutendste Wirtschaftszweig in Friedrichskoog dürfte der Tourismus sein. Zwar verfügt Friedrichskoog über keinen Sandstrand – weder natürlich noch künstlich – und kann seinen Gästen nur den Deich anbieten, dafür grenzt der Deich aber unmittelbar an das Wattenmeer und ermöglicht ausgedehnte Wattwanderungen. Im Rahmen der Förderung des Tourismus wurde seit Ende der 1970er der Bereich der „Spitze“ in mehreren Abschnitten massiv ausgebaut, wobei die bisher letzte größere Maßnahme 2007 begonnen wurde. Seit 2004 ist der Ortsteil Friedrichskoog-Spitze als Nordseeheilbad anerkannt, dort befindet sich auch eine große Kurklinik, die auf gemeinsame Aufenthalte mit Kindern spezialisiert ist.
Friedrichskoog verfügt an der Westküste über den Hafen mit den meisten registrierten Krabbbenkuttern[4], der nach Büsum und Husum der drittwichtigste Fischereihafen der Schleswig-Holsteinischen Nordseeküste ist.[5] Im Tidehafen findet jährlich eine Kutterregatta statt, die einen hohen touristischen Wert hat.
Vor Friedrichskoog im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer befindet sich das größte deutsche Ölfeld, die Mittelplate. Gefördert wird von einer künstlichen Insel im Watt sowie seit 2000 auch von Friedrichskoog aus. Seit 2005 ist eine Pipeline von der Bohrinsel zum Förderbetrieb Holstein in Friedrichskoog in Betrieb. Dort erfolgt die Abtrennung des Öles von den übrigen Bestandteilen (vor allem Wasser) sowie eine Abtrennung des Ölgases. Die so aufbereiteten Produkte werden über eine Leitung nach Brunsbüttel gepumpt, wo teilweise eine Verarbeitung, teilweise eine Weiterleitung zur Raffinerie bei Heide erfolgt.
[Bearbeiten] Verkehr
Friedrichskoog ist am besten über die B 5 zu erreichen, die man entweder in Marne oder ein Stück weiter nördlich verlassen muss. Der Eisenbahnbetrieb ist seit Mitte der 1970er eingestellt, die Gleisanlagen wurden mittlerweile komplett zurückgebaut. Der nächstgelegene Bahnhof ist Sankt Michaelisdonn an der Marschbahn (Strecke Hamburg – Niebüll – Westerland), von dort verkehrt eine Buslinie über Marne nach Friedrichskoog.
[Bearbeiten] Anmerkungen
- ↑ M. Stock et al: "Salzwiesen an der Westküste von Schleswig-Holstein 1986-2001", Heide Boyens Buchverlag 2005, ISBN 3-8042-0703-0 S. 37-38
- ↑ Pia Klatt und Kai Labrenz: Filmland Schleswig-Holstein, Heide Boyens 2001 S. 124
- ↑ http://www.wal-friedrichskoog.de
- ↑ http://www.friedrichskoog.de/hafen.html
- ↑ Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein: "Raumordnungsbericht Küste und Meer 2005 S. 14 als pdf
[Bearbeiten] Weblinks
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