Fritillaria

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Fritillaria
Gewöhnliche Schachblume (Fritillaria meleagris)

Gewöhnliche Schachblume (Fritillaria meleagris)

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Lilienartige (Liliales)
Familie: Liliengewächse (Liliaceae)
Unterfamilie: Lilioideae
Gattung: Fritillaria
Wissenschaftlicher Name
Fritillaria
L.

Fritillaria, deutsch Schachblume, ist eine Gattung aus der Familie der Liliengewächse (Liliaceae). Viele Arten der Fritillaria werden als Zierpflanzen geschätzt, am bekanntesten ist wohl die Kaiserkrone.

Der wissenschaftliche Name geht zurück auf das lateinische Wort fritillus für „Würfelbecher“ und spielt auf die Form der Blüten und auf die viereckige Musterung an.[1]

Beschreibung[Bearbeiten]

Fritillaria-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Die Zwiebel dieser Geophyten besteht aus meist zwei bis drei dicht gepackten, fleischigen, stärkehaltigen Zwiebelschuppen, die anfangs durch eine dünne, durchscheinende Außenhaut geschützt werden, welche aber mit zunehmendem Alter verschwindet. Gelegentlich bilden sie auch kleine Tochterzwiebeln.

Der Stängel ist einzeln, unverzweigt, aufrecht und belaubt. Die Laubblätter am Stängelgrund sind gestielt, die Blätter am Stängel sitzend, in Wirteln, gegen- oder wechselständig angeordnet und lineal bis eiförmig.

Die Blüten stehen entweder einzeln (dann meist nickend), oder in doldigen oder in vielblütigen traubigen Blütenständen. Tragblätter sind üblicherweise vorhanden. Die zwittrigen Blüten sind glocken- bis schalenförmig. Die sechs unverwachsenen Blütenhüllblätter sind oft schachbrettähnlich mit wechselnd hellen und dunklen Vierecken gemustert und haben in der Mitte oft einen grünen Längsstreifen; am Grund befinden sich auffällige Nektarien. Die Basis der sechs Staubfäden liegt meist knapp oberhalb des Ansatzes der Staubbeutel. Der Fruchtknoten ist oberständig, der Griffel ist ungeteilt oder dreispaltig und hinfällig, die Narben sind linealisch oder sehr kurz.

Die dreifächrigen Kapselfrüchte sind aufrecht, mit sechs manchmal geflügelten Längskanten, oben abgeflacht und öffnen sich der Länge nach. Die flachen, gelb-braunen Samen sind in zwei Reihen je Fach angeordnet.

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 12 oder x = 13; häufig finden sich Chromosomenfragmente.

Verbreitung[Bearbeiten]

Die rund 140 Arten der Gattung sind sämtlich in den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel beheimatet, Mannigfaltigkeitszentren sind Zentralasien und der Mittelmeerraum, so kommen in der Türkei mit rund 30 Arten mehr Arten als in ganz China oder Nordamerika vor.

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Fritillaria wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum erstveröffentlicht.[2] Ihre Typusart ist Fritillaria meleagris.[3] Die Gattung besteht aus rund 140[4] Arten und ist nah verwandt mit den Lilien (Lilium) und Nomocharis. In Mitteleuropa wild vorkommend ist nur die in Deutschland wie in Österreich gefährdete Gewöhnliche Schachblume.

Arten[Bearbeiten]

Nachweise[Bearbeiten]

  • Edward Martin Rix: Fritillaria L. In:  Peter Hadland Davis (Hrsg.): Flora of Turkey and the East Aegean Islands. Vol. 8 (Butomaceae to Typhaceae). Edinburgh University Press, Edinburgh 1984, ISBN 0-85224-494-0, S. 284.
  • Chen Xinqi (陈心启), Helen V. Mordak: Fritillaria. In:  Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 24: Flagellariaceae through Marantaceae, Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 2000, ISBN 0-915279-83-5, S. 127 (online).
  • Bryan Ness: Fritillaria. In:  Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 26: Magnoliophyta: Liliidae: Liliales and Orchidales, Oxford University Press, New York/Oxford u. a. 2002, ISBN 0-19-515208-5, S. 164 (online).
  • Edward Martin Rix: Fritillaria L. In:  T. G. Tutin, V. H. Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. Volume 5: Alismataceae to Orchidaceae (Monocotyledones), Cambridge University Press, Cambridge 1980, ISBN 0-521-20108-X, S. 31–34 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  •  Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Begründet von Werner Rothmaler. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen, Springer, Spektrum Akademischer Verlag, Berlin/Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8, S. 682–688.
  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band. 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3. Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7, S. 256 (Nachdruck von 1996, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Carl von Linné: Species Plantarum. Band 1, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 303 (Digitalisat).
  3. Charlie Jarvis: Order out of Chaos: Linnaean Plant Names and their Types. Linnean Society, Natural History Museum, London 2007, ISBN 0-9506207-7-7, S. 522.
  4. Rafael Govaerts: World Checklist of Liliaceae: Fritillaria. The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew 2010, Internet-Veröffentlichung, letzter Zugriff am 27. Juli 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fritillaria – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien