Fritz-Albert Popp

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Fritz-Albert Popp (* 1938 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Biophysiker, der sich seit den 1970er Jahren der Erforschung so genannter „Biophotonen“ widmet. Er dokumentiert seine Forschung durch Publikationen in eigenen Büchern und Fachzeitschriften. Seine Aussagen zur Entstehung der „Biophotonen“ und ihrer angeblichen Funktion für ein hypothetisches, auf Licht basierendes zelluläres Informationssystem stoßen allerdings auf die Kritik der Wissenschaftsgemeinde und finden vor allem in Esoterikkreisen Resonanz.

Biografie[Bearbeiten]

Fritz-Albert Popp besuchte das Gymnasium Ernestinum in Coburg. Danach begann er ein Studium der Physik an den Universitäten in Göttingen und Würzburg. Er diplomierte in Experimentalphysik zum Thema Quantenmechanik[1]. Seine Promotion absolvierte er in Theoretischer Physik an der Universität Mainz. An der Universität Marburg habilitierte er sich in Biophysik[1]. Dort war er auch als Dozent tätig und wurde später vom Senat der Universität Marburg zum Professor (H2) ernannt. Nach Streitigkeiten mit Senat und Fakultätsleitung verlor er im Jahr 1980 seinen Lehrstuhl.

Popp wiederholte den Nachweis biologischer Strahlung durch Einzelphotonenmessung, nachdem dieser mehrere Jahre zuvor von Terence Quickenden in Australien erbracht worden war. Sein erstes Patent handelte vom Nachweis der Malignität von Tumorzellen mit Hilfe der „Biophotonen“. 1975 erschien sein erstes populärwissenschaftliches Buch: So könnte Krebs entstehen. Ab 1981 war er im Forschungsbereich der pharmazeutischen Industrie tätig. Von 1983 bis 1986 arbeitete er in der Arbeitsgruppe von Walter Nagl (Zellbiologie, Universität Kaiserslautern). Fritz-Albert Popp begründete eine eigene, umstrittene Variante der Biophotonik im Sinne spezieller biologiespezifischer Photonen, die er als „Biophotonen“ bezeichnete im Sinne einer „integrativen Biophysik“. Die vorgelegten Daten für die von Popp behaupteten speziellen Eigenschaften der „Biophotonen“ gelten unter Physikern als nicht stichhaltig und werden in der Fachwelt nicht anerkannt.

Popp ist Mitglied unter anderem in der ICRL-Gruppe, einer privaten Nachfolgeorganisation des Princeton Engineering Anomalies Research Labors der Princeton-Universität, das sich mit der Erforschung paranormaler Effekte beschäftigte. Er ist Mitglied in der New York Academy of Sciences. Er gründete den Verein International Institute of Biophysics e.V., das nun auf der „Museumsinsel“ der Stiftung Insel Hombroich ein Institut betreibt.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten]

  • Biophotonen: Ein neuer Weg zur Lösung des Krebsproblems. Verlag für Medizin, Heidelberg 1976.
  • mit Volkward E. Strauß: So könnte Krebs entstehen. Biophysikalische Zellforschung, Hoffnung für Millionen? DVA, Stuttgart 1977, ISBN 3-421-02706-4.
  • Neue Horizonte in der Medizin. Haug, Heidelberg 1983.
  • Biologie des Lichts: Grundlagen der ultraschwachen Zellstrahlung. Parey, Berlin 1984, ISBN 3-489-61734-7.
  • Molekulare und biophysikalische Aspekte der Malignität. Verlag Grundlagen und Praxis, Leer 1985, ISBN 3-921229-17-0.
  • Bericht an Bonn: Ergebnisse eines Forschungsauftrages zum Wirksamkeitsnachweis der Homöopathie. VGM, Essen 1986, ISBN 3-88699-012-5.
  • Die Botschaft der Nahrung: Unsere Lebensmittel in neuer Sicht. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-596-11459-4.

Zeitschriftenartikel[Bearbeiten]

  • F. A. Popp und K. H. Li: Hyberbolic Relaxation as a Sufficient Condition of a Fully Coherent Ergodic Field. In: International Journal of Theoretical Physics. Bd. 32 (1993), S. 1573–1583.
  • F. A. Popp und Y. Yan: Delayed luminescence of biological systems in terms of coherent states. In: Physics Letters. Bd. A 293 (2002), S. 93–97.
  • F. A. Popp, J. J. Chang, A. Herzog, Z. Yan und Y. Yan: Evidence of non-classical (squeezed) light in biological systems. In: Physics Letters. Bd. A 293 (2002), S. 98–102.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Fritz.A.Popp: Das Licht des Lebens – Die Entdeckung der Bio-Photonen, Auszüge aus einem Interview von Mathias Bröckers mit Prof. Dr. Fritz A.Popp – erschienen als Einführung in dessen Buch Die Botschaft der Nahrung, Unsere Lebensmittel in neuer Sicht, 1999, ISBN 3596114594, Exzerpt bei broeckers.com
  2. Dachverband Geistiges Heilen am 24. Oktober 2006: „Wir müssen eine andere Definition für ‚Gesundheit‘ finden.“ Abgerufen am 12. Juli 2011.