Fritz Behn (KPD)

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Fritz Behn (* 17. Februar 1904 in Benz; † 6. Januar 1944 bei Tallinn) war ein deutscher Kommunist und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.

Leben[Bearbeiten]

Behn verbrachte seine Kindheit in ärmlichen Verhältnissen auf Usedom. Nach Beendigung der Pflichtschulzeit in einer einklassigen Dorfschule arbeitete er mehrere Jahre in Westfalen und wurde Zimmermann. 1924 wurde er Mitglied der SPD und kehrte er in seine Heimat zurück. Aus Enttäuschung über die Koalitionspolitik der SPD wechselte er im Frühjahr 1927 in Swinemünde zur KPD.

Im Herbst 1927 gründete er mit einigen Freunden eine Ortsgruppe der KPD in seinem Heimatdorf. Behn wurde KPD-Redner und trat auf vielen Dorfversammlungen in Pommern auf.

Im März 1933 wurde er für einige Wochen im Gefängnis Swinemünde inhaftiert. Trotzdem setzte er nach der Haftentlassung seinen Widerstand fort.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde er zu einem Marine-Baubataillon eingezogen und ab dem Sommer 1941 im Frontabschnitt Leningrad eingesetzt und bei Ust-Luge in Estland stationiert. Mit anderen Kriegs- und Nazigegnern in seiner Einheit bildete er heimlich eine antifaschistische Soldatengruppe, die sich zu einer Wehrmachtsgruppe des Nationalkomitees Freies Deutschland (NKFD) entwickelte. Sie standen mit einem estnischen Lehrerpaar in Verbindung, die es ihnen ermöglichten, die deutschsprachigen Sendungen von Radio Moskau zu hören. Die Widerstandsgruppe verbreitete diese Nachrichten unter den Soldaten der Wehrmacht in ihrer Umgebung. Über Kontakte zu estnischen Widerstandskämpfern konnte Behn diese und die sowjetischen Partisanen mit wichtigen Plänen der Marine-Bauvorhaben versorgen.

Im August 1943 wurden acht Angehörige der NKFD-Gruppe nach einer Denunziation verhaftet. Ein Kriegsgericht verurteilte Fritz Behn, Karl Görs und einen Obermaat und ließ alle drei in den Dünen bei Reval standrechtlich erschießen. Die Lehrer wurden ohne Verfahren gehängt.

Ehrungen[Bearbeiten]

Auf dem Dorfplatz von Benz wurde 1969 ein vom Bildhauer Hans Kies geschaffenes Denkmal für Fritz Behn errichtet und eine Straße nach ihm benannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Luise Kraushaar et al.: Deutsche Widerstandskämpfer 1933–1945. Biographien und Briefe. Dietz-Verlag: Berlin 1970, Band 1, S. 95–97
  • Gottfried Hamacher, Andre Lohmar und Harald Wittstock: Deutsche in der Résistance, in den Streitkräften der Antihitlerkoalition und der Bewegung »Freies Deutschland«. Ein biographisches Lexikon. Berlin 2003, S. 20 PDF

Weblinks[Bearbeiten]