Fritz Hartlauer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

(Friedrich)Fritz Hartlauer (* 1919 in Kumberg bei Graz; † 6. September 1985 in Graz, Österreich) war ein österreichischer Maler, Graphiker, Bildhauer, Kunsthandwerker, Designer und Architekt

Leben und Werk[Bearbeiten]

Nach dem Kriegsdienst zwischen 1945 und 1948, als Fritz Hartlauer schon erste Plastiken schuf, absolvierte er ein außerordentliches Studium an der Ortweinschule (Kunstgewerbeschule, Meisterschule für Handwerk) in Graz. Er selbst bezeichnete seine damalige künstlerische Ausgangsposition Die Faszination der auf diesem Wege gemachten Entdeckungen von Gestalten und Zusammenhängen ließ mir ein Studium an der Kunstakademie als nicht notwendig erscheinen und blieb daher Autodidakt. 1948 begann er die künstlerische Analyse des menschlichen Kopfes und entwickelte daraus die Urzelle als zentrales Motiv seiner künstlerischen Forschungsarbeit. 1955 begann er sich mit der geometrisch-symbolischen Gestaltung unter Behandlung der Themenkreise Urzelle oder Urzellensystem, Geheimnis des Kreuzes und phantastischer Gesetzmäßigkeit auseinanderzusetzen. Zugleich erhielt er von der katholische Kirche Aufträge für den öffentlichen Raum. im Sommer 1962 nahm er am Bildhauersymposion St. Margarethen im Burgenland teil und setzte sich zwischen 1972 und 1976 mit dem von Karl Prantl initiierten 'Stephansplatz-Projekt' auseinander. Am 6. September 1985 beendete er sein Leben mit dem Freitod.

Gedanken zur Urzelle[Bearbeiten]

Meine Arbeit ist das Sichtbarmachen einer aus Gegensätzen geformten Einheit. Im Kreuzen von Linien, Flächen und Körpern liegt die Dynamik des Lebens, die zum Kreuz führt. Wie die Waagrechte die Senkrechte bedingt, bedingt das ursprüngliche Kreuz ein gegengeordnetes. Durch die „Kreuzung“, Ausdruck der Aktivität, entsteht der relative Ruhepunkt. Dieser Punkt ist Einheit von Ruhe und Spannung. Mein Anliegen ist es, die dynamischen Kräfte, die zur relativen Ruhe führen, in dem Punkt der Kreuzung herauszustellen und sichtbar zu machen. Diesem Vorgang ist künstlerisch keine Grenze gesetzt, weder im Makroskopischen noch im Mikroskopischen. In beiden Fällen klingt im Endlichen Unendlichkeit an. Mein Ziel ist es, jene optimale Formung zu erreichen, in der die konstruktive Gesetzmäßigkeit Gestalten hervorbringt, so wie das Licht, selbst nicht sichtbar, die Dinge sichtbar macht. Ich bin der Überzeugung, dass das Kreuz mit Gegenkreuz, welches im Kreuzungspunkt das Achteck ergibt, die optimale Einheit ist. Diese Gesetzmäßigkeiten erklärten sich mir bei künstlerischen Analysen des menschlichen Kopfes. Die geometrische Struktur des Kopfes, in der die Kugel bzw. der Kreis anklingt, ist für alle Gestalten konstitutiv, wie auch das Kreuz. Kreuz und Kugel, die Gestalt gewordenen und ins Ganze sich wieder fügenden Einheiten, die mathematische Gesetzmäßigkeit, die unterschiedliche Gestalten erscheinen läßt, das ist Philosophie in der Sprache des Symbols, ist Forschung und Aussage über den Menschen und sein Weltverständnis, künstlerische und spirituelle Aussage, aber auch Einblick in das Schöpfungsgeheimnis. (Fritz Hartlauer)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1979: Ernennung zum Professor
  • 1982: Würdigungspreis der Landes Steiermark

Weblinks[Bearbeiten]