Fritz Heckert

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Fritz Heckert auf einer DDR-Briefmarke

Friedrich (Fritz) Carl Heckert (* 28. März 1884 in Chemnitz; † 7. April 1936 in Moskau) war ein deutscher Politiker, unter anderem Mitbegründer des Spartakusbundes, später Mitglied der SPD und Vorkämpfer für die Gründung der KPD.[1] Er war 1923 kurzzeitig Wirtschaftsminister von Sachsen.

Leben[Bearbeiten]

Fritz Heckert wurde 1884 als Sohn einer Arbeiterfamilie in Chemnitz geboren. Sein Vater war Messerschmied und seine Mutter Handschuhweberin. Nach der Schule erlernte er den Beruf des Maurers und besuchte die Gewerbeschule.

Im Jahr 1902 trat Fritz Heckert der Bauarbeitergewerkschaft und der SPD bei. Sein politischer Standpunkt veränderte sich stetig weiter nach links. In der Zeit des Ersten Weltkriegs war Heckert einer der Mitbegründer der Spartakusgruppe und der USPD. Im November 1918 wurde er Vorsitzender des Chemnitzer Arbeiter- und Soldatenrates. Heckert gehörte zu den Gründern der KPD und gehörte dem Zentralkomitee bis zu seinem Tode an.

Als im Jahr 1923 eine erste Arbeiterregierung im Land Sachsen an die Macht gelangte, wurde Heckert Wirtschaftsminister. Verzweifelt und teilweise recht planlos versuchte er, die Arbeitslosigkeit zu verringern, die Lebenssituation der Arbeiter zu verbessern und bemühte sich um Produktionsaufträge und Lebensmittellieferungen aus der Sowjetunion. So schnell zeigten die Projekte und Aktionen aber keine Wirkung. Dagegen war der Reichsregierung unter dem Präsidenten Friedrich Ebert die Arbeiterregierung ein „Dorn im Auge“ und man ließ sie per Dekret am 19. Oktober des gleichen Jahres auflösen. Als schließlich im November auch noch die KPD verboten wurde, begannen Terror und Verfolgung. Heckert musste untertauchen.[2]

Im Jahr 1924 übernahm er im ZK der KPD die Leitung der Gewerkschaftsabteilung und 1925 des Politbüros. Um Verfolgungen zu entgehen, wurde Heckert ab 1932 Mitglied im Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationale in Moskau – zusammen mit Wilhelm Pieck. Außerdem war er Mitglied des Vollzugsbüros der Roten Gewerkschaftsinternationale.[1]

Im Jahr 1924 wurde Heckert Abgeordneter der KPD im deutschen Reichstag, dem er bis 1933 angehörte. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten organisierte Heckert den illegalen Kampf gegen die drohende Kriegsgefahr in Deutschland.[1] Den neuen Machthabern war der Moskauaufenthalt nicht bekannt, sie ließen in Deutschland öffentlich nach ihm fahnden: Heckerts Name stand am 25. August 1933 in der Ersten Ausbürgerungsliste des Deutschen Reichs. Heckert starb am 7. April 1936 an einem Schlaganfall in Moskau.

Sein Urne wurde in der dortigen Nekropole an der Kremlmauer beigesetzt.

Ehrungen[Bearbeiten]

In der DDR wurde Fritz Heckert zum Helden stilisiert und sein Name einer Vielzahl von Einrichtungen, Straßen und Schulen verliehen. Nach ihm wurde die Gewerkschaftshochschule „Fritz Heckert“ in Bernau, die 31. Kampfgruppenhunderschaft (mot.) der WEMA Plauen, das 1961 in Dienst gestellte Urlauberschiff Fritz Heckert des FDGB sowie der Fußballverein BSG Motor Fritz Heckert Karl-Marx-Stadt benannt. Anlässlich des 15. Todestages von Fritz Heckert, am 7. April 1951, wurde der VEB Wanderer-Fräsmaschinenbau Siegmar-Schönau in VEB Fritz-Heckert-Werk umbenannt.[3] Die größte Karl-Marx-Städter Plattenbausiedlung trug den Namen Wohngebiet Fritz Heckert. Von 1955 bis 1990 verlieh der FDGB verdienstvollen Mitarbeitern die Fritz-Heckert-Medaille.

Galerie und Restaurant Heck-ART

Sein Geburtshaus befindet sich seit 1974 nach einer Translozierung um wenige hundert Meter an der Mühlenstraße in Chemnitz. Es ist im 21. Jahrhundert unter der Bezeichnung Heck-Art-Haus ein Teil der Chemnitzer Kunstszene.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Meyers Neues Lexikon in acht Bänden. VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1964/65; Band 4, Seite 75
  2. Fritz Heckert auf www.historisches-chemnitz; Abschnitt "Minister für 19 Tage"
  3. Historie des Fritz-Heckert-Werkes in Chemnitz (bzw. Karl-Marx-Stadt)