Fritz Hippler

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Fritz Hippler (* 17. August 1909 in Berlin; † 22. Mai 2002 in Berchtesgaden) war ein bedeutender nationalsozialistischer Filmpolitiker im "Dritten Reich". Hippler produzierte auch den antisemitischen Hetzfilm Der ewige Jude.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Kurzbiografie

Hippler studierte in Heidelberg (Mitglied der Landsmannschaft Teutonia) und Berlin (Mitglied der Landsmannschaft Arminia). Seine nationalsozialistische Laufbahn begann, nachdem er bereits als Schüler 1927 der NSDAP beigetreten war. 1932 wurde er NSDAP-Gauredner. 1933 war er zum Kreis- und Hochschulgruppenführer für Berlin-Brandenburg im Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes ernannt worden.

1933 war er an der Bücherverbrennung in Berlin beteiligt. Er eröffnet am 10. Mai 1933 den Demonstrationszug zum Opernplatz mit einer Rede und leitete dann die Demonstration zum Opernplatz, wo gegen Mitternacht bei einer Rede von Goebbels Bücher verbrannt wurden.[1] Hippler trat auch in die SS ein.

Nach der Promotion (1934) wurde Hippler Dozent an der Deutsche Hochschule für Politik in Berlin. Ab 1936 arbeitete Hippler im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda und zwar zunächst unter Hans Weidemann, der die Herstellung der Deutschen Wochenschau leitete, dann übernahm er 1939 selbst die Leitung. Es folgten erste Regiearbeiten für Kultur- und Dokumentarfilme.

1938 wurde Hippler zum SS-Hauptsturmführer ernannt. 1939 berief Joseph Goebbels den 30-Jährigen zum Leiter der Filmabteilung im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, wenig später ernannte er ihn auch zum Reichsfilmintendanten. In diesen beiden Funktionen war Fritz Hippler der wichtigste Filmpolitiker des „Dritten Reiches“ nach Goebbels. Seine Aufgabe war die Lenkung, Überwachung und Ausrichtung des deutschen Filmschaffens. Laut Veit Harlan ging er in Uniform.

Auch in diesen Funktionen produzierte Hippler Filme. So war er 1939/1949 verantwortlich für den dokumentarischen Propagandastreifen Der Feldzug in Polen, der auch Feuertaufe hieß. 1940 machte er die Aufnahmeleitung und Gestaltung des Films "Der ewige Jude" - laut Courtade , "Geschichte des Films im Dritten Reich" der niederträchtigste der antisemitischen Nazi-Filme.[2] Der Filmhistoriker Frank Noack beurteilte Jud Süß als den wohl radikalsten Hetzfilm aller Zeiten.[3] Hippler selbst bezeichnete Juden als Parasiten nationaler Entartung.

Bei der Produktion des Großfarbfilms Münchhausen setzte Hippler sich dafür ein, dass Erich Kästner unter dem Pseudonym „Berthold Bürger“ das Drehbuch schreiben konnte. Laut Goebbels wurde er 1943 seines Postens wegen vieler Pannen und Alkoholabusus enthoben.[4]

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Fritz Hippler zunächst interniert und dann wegen seiner Verbrechen zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Anschließend wirkte er – zum Teil unter Pseudonym – an der Erstellung von Dokumentar- und Industriefilmen mit. Neben Fernsehkritiken für die rechtsextreme Presse schrieb Hippler zahlreiche Bücher, in denen er die These von Deutschlands Alleinschuld am Zweiten Weltkrieg zu widerlegen sowie die Verantwortung für sein Hauptwerk, den Dokumentarfilm Der ewige Jude, allein seinem Dienstherrn Joseph Goebbels anzulasten versuchte.

[Bearbeiten] Filmografie

  • Wort und Tat. Ein Filmdokument (1938, Regie)
  • Der Westwall (1939, Regie)
  • Feldzug in Polen (1939/40, Regie)
  • Der ewige Jude. „Filmbeitrag zum Problem des Weltjudentums“ (1940, Regie, Koordination)
  • mehrere Kurzfilmbeiträge für die "Frontschau" (1941, Regie)
  • Sieg im Westen (1941, Produzent)
  • Orient-Express (1944, Produzent)

[Bearbeiten] Bücher von Fritz Hippler

  • Betrachtungen zum Filmschaffen. Mit einem Vorwort von C. Froelich und einem Geleitwort von E. Jannings, 2. Aufl., Berlin (Hesses Verlag) 1942
  • Die Verstrickung : auch e. Filmbuch … ; Einstellungen u. Rückblenden , Düsseldorf (Mehr Wissen) 1981
  • Meinungsdressur? ein heiter-kritisches Fernsehtagebuch, Berg/Starnberger See (Kurt Vowinckel Verlag) 1985
  • Verbrecher Mensch? Beobachtungen des Historikers Johannes Scherr, Berg/Starnberger See (Türmer-Verlag) 1987
  • Schopenhauer heute - Denkanstöße und Kostproben, Berg/Starnberger See (Türmer-Verlag) 1988
  • Korrekturen. Zeitgeschichtliche Spurensuche, einmal anders, Berg/Starnberger See (Verlagsgesellschaft Berg) 1995
  • Einspruch euer Ehren - den Zeitgeist an den Pranger. Neue Nachrichten aus der deutschen Provinz, Berg/Starnberger See (Verlagsgesellschaft Berg) 1999

[Bearbeiten] Literatur über Fritz Hippler

  • Hans-Jürgen Brandt, NS-Filmtheorie und dokumentarische Praxis: Hippler, Noldan, Junghans, Tübingen (Niemeyer) 1987
  • Roel Vande Winkel, Nazi Germany's Fritz Hippler; in: Historical Journal of Film, Radio und Television, Vol. 23, No. 2, 2003 (engl.)
  • Wunderwaffe Film, Reichsfilmintendant Fritz Hippler, Bochum (ZeitReisen-Verlag)2007 (DVD Filmdokumentation)

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Anmerkungen

  1. Das war ein Vorspiel nur … : Bücherverbrennung Deutschland 1933: Voraussetzungen u. Folgen; Ausstellung d. Akad. d. Künste vom 8. Mai - 3. Juli 1983 , Medusa Verlag 1983. S. 46
  2. Ernst Klee, Das Kulturlexikon zum Dritten Reich : wer war was vor und nach 1945, Frankfurt 2007, 3-10-039326-0, S. 251
  3. Ernst Klee, Das Kulturlexikon zum Dritten Reich : wer war was vor und nach 1945, Frankfurt 2007, 3-10-039326-0 , S. 251
  4. Ernst Klee, Das Kulturlexikon zum Dritten Reich: wer war was vor und nach 1945, Frankfurt 2007, 3-10-039326-0 , S. 252
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