Fritz Julius Kuhn

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Fritz Julius Kuhn (* 15. Mai 1896 in München; † 14. Dezember 1951 ebenda) war der Leiter des Amerikadeutschen Bundes vor dem Zweiten Weltkrieg. Der deutschstämmige Kuhn war ein eingebürgerter US-Amerikaner und überzeugter Anhänger des Nationalsozialismus, dessen Ideen er in den Vereinigten Staaten zu popularisieren suchte.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Kuhn wurde als Sohn von Georg Kuhn und Julia Justnya Beuth geboren. Während des Ersten Weltkrieges erhielt er das Eiserne Kreuz als Infanterieoffizier. Nach dem Krieg erwarb er an der Universität München ein Chemie-Diplom. In den 1920er Jahren arbeitete Kuhn vier Jahre als Chemiker in Mexiko, um 1928 schließlich in die Vereinigten Staaten überzusiedeln, wo er 1934 eingebürgert wurde.

Als Leiter des Amerikadeutschen Bundes galt er als „das amerikanische Pendant zum Führer“. 1939 enthüllte eine vom New Yorker Bürgermeister Fiorello LaGuardia angeregte Untersuchung, dass Kuhn über 14.000 Dollar Einnahmen aus der letzten großen Versammlung im Madison Square Garden veruntreut hatte, mit denen er unter anderem seine Geliebte ausgehalten hatte. Die Anhänger des Amerikadeutschen Bundes hielten Kuhn trotzdem die Treue. Am 6. Dezember 1939 wurde er zu 2,5 bis 5 Jahren verurteilt und tags darauf nach Sing Sing eingeliefert. Im Juni 1941 wurde seine Berufung mit der Begründung, dass er ein öffentliches Sicherheitsrisiko sei, abgelehnt.[1] Er wurde danach von der Regierung in einem Lager in Texas interniert. Im April 1945 wurden seine Frau Elsa und seine Tochter Waltraut bei Nürnberg kurzzeitig verhaftet, wo sie bereits vor dem Krieg lebten.

[Bearbeiten] Nachkriegsdeutschland

Kuhn wurde am 17. September 1945 „zusammen mit 500 weiteren unbelehrbaren Deutschen“ über Ellis Island nach Deutschland deportiert[2] und in einem Camp bei Augsburg interniert, aus dem er am 25. April 1946 nach München zu seiner Familie entlassen wurde. Im Frühjahr 1947 erneut verhaftet, floh er im Februar 1948 aus dem Internierungslager Dachau, indem er sich unter Besucher mischte. Ein Entnazifizierungsgericht unter Vorsitz von Julius Herf verurteilte ihn im April 1948 in Abwesenheit zu zehn Jahren Gefängnis. Am 16. Juni 1948 wurde er in der Französischen Besatzungszone beim Versuch, ein chemisches Labor anzumelden, verhaftet.[3] Ein Appellationsgericht reduzierte seine Strafe auf zwei Jahre, so dass er am 22. Februar 1949 endgültig entlassen wurde.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. New York Times, 9. Juni 1941
  2. New York Times, 17. September 1945
  3. New York Times, 18. Juni 1948
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