Fritz Köthe

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Fritz Köthe (* 26. September 1916 in Berlin; † 22. Oktober 2005 in Berlin) war ein deutscher Maler und Grafiker. Er gilt als einer der wichtigsten deutschen Vertreter der Pop Art und des Fotorealismus.

Leben und Schaffen[Bearbeiten]

Köthe ging 1931 von der Schule ab und begann eine Ausbildung als Anstreicher. Nach Abschluss der Gesellenprüfung wurde er auf die Höhere Graphische Fachschule Berlin zugelassen. Ab 1936 studierte er an der Hochschule für graphische Künste in Leipzig, wo er wegen seiner Beschäftigung mit „Entarteter Kunst“ jedoch nur schlechte Noten erhielt. 1939 kehrte er nach Berlin zurück und lebt dort von seinem Verdienst an Gebrauchsgraphiken, insbesondere Karikaturen, deren Veröffentlichung in der Zeitschrift Koralle einen Verweis nach sich zogen. Malerisch beschäftigte er sich zu dieser Zeit mit dem Werk von Otto Nagel und Käthe Kollwitz. Es entstehen „dunkle und düstere Blätter und Bilder mit geduckten, deprimierten Menschen“,[1] von denen er eins zu Kriegsbeginn zu einer Propagandaausstellung einreicht. „Nur seiner Jugend wegen“, lässt ihn der Reichsbeauftragte für künstlerische Formgestaltung Hans Herbert Schweitzer wissen, wurden keine Maßnahmen dafür eingeleitet. Bis zum Kriegsende verdingte er sich als Anstreicher bei Großausstellungen, wo er August Wilhelm Dressler kennenlernte. Dressler entwickelte sich zu einem Mentor Köthes, 1945 bezogen sie benachbarte Ateliers in der amerikanischen Besatzungszone in Berlin und nahmen gemeinsam an ersten Ausstellungen teil. Köthe hatte einigen Erfolg im Ostteil der Stadt, zog sich aber aufgrund des Drängens, sich an den offiziellen Sozialistischen Realismus zu halten, in den Westteil zurück. Dort blieben seine realistischen Arbeiten wegen der internationalen Blütezeit der Abstrakten Kunst jedoch erfolglos. Er musste sein Atelier aufgeben und Sozialhilfe beantragen. Er arbeitete daraufhin als Grafiker für diverse Verlage und Werbeagenturen, wobei er sich den Ruf einer Instanz erarbeitete. Mit seinen gemalten Collagen mit Motiven aus der Werbung entwickelte er ab 1960 eine eigene Bildsprache und arbeitete bis zu seinem Tod als freier Künstler.

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinz Ohff: Fritz Köthe (Monographie und Werkverzeichnis). Berlin: Nicolai Verlag, 1976. ISBN 3-87584-048-8.
  • Heidi Müller (Bearbeitung): Fritz Köthe: Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, 1938-1972. Berlin: Neuer Berliner Kunstverein, 1972 (Ausstellungskatalog).
  • Helga Huskamp: „Wer geht denn da noch durch die Landschaft und sieht das Panorama wie Caspar David Friedrich?“: Gemalte dé-collage; zum Werk des Malers Fritz Köthe. München: wak 1998. ISBN 3-9804250-2-9.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heinz Ohff: Fritz Köthe - Versuch eines Porträts. In: Heinz Ohff, Wolfgang Sauré: Fritz Köthe. Das malerische Werk 1963-1980. Galerie Wilbrand Köln, 1979. S. 5.