Fritz Steinbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fritz Steinbach

Fritz Steinbach (* 17. Juni 1855 in Grünsfeld; † 13. August 1916 in München) war ein deutscher Dirigent und Komponist.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Fritz Steinbach stammte aus einer Badener Musikerfamilie. Er studierte am Leipziger Konservatorium und in Wien bei Martin Gustav Nottebohm (Theorie und Kontrapunkt) und Anton Door (Klavier). Er war von 1874 bis 1878 Stipendiat der Frankfurter Mozart-Stiftung. Nachdem er zunächst als Komponist arbeitete, begann er 1879 seine Laufbahn als Dirigent in Mainz als 2. Kapellmeister. Anschließend war er als Lehrer für Komposition und Kontrapunkt am Raffschen Konservatorium in Frankfurt am Main tätig.

1886 übernahm Fritz Steinbach für 17 Jahre von Richard Strauss die Hofkapelle in Meiningen als Hofkapellmeister, das zuvor Hans von Bülow von 1881 bis 1885 zu einem Eliteorchester formte. In Meiningen arbeitete Fritz Steinbach eng mit Johannes Brahms zusammen, der von 1881 bis 1896 oft zu Gast bei Herzog Georg II. und der Hofkapelle war. Steinbach entwickelte sich so zum bekanntesten Brahms-Dirigenten, der die Werke von Brahms mit großem Abstand am meisten aufführen ließ. Er baute damit die gute Stellung Brahms in der Konzertwelt weiter aus und begründete eine besondere, bis heute andauernde Brahms-Pflege in der Stadt Meiningen.

Die Meininger Hofkapelle mit Dirigent Fritz Steinbach 1899

Steinbach strebte die Profilierung der Residenzstadt Meiningen zu einer Brahms-Stadt nach dem Vorbild von Bayreuth an, das den Bau einer Brahms-Konzerthalle mit angeschlossenem Konservatorium beinhaltete. Er initiierte zu diesem Zweck 1897, 1899 und 1903 drei erfolgreiche, auf die Werke von Brahms zugeschnittene Landesmusikfeste von Sachsen-Meiningen, die zahlreiche Brahms-Kenner anzogen und große Beachtung in der europäischen Musikwelt fanden. 1897 war Johannes Brahms als Ehrengast selbst anwesend. Unter der Leitung von Fritz Steinbach ging das Orchester ab 1897 wieder auf Tournee und gab 297 Gastspiele in 85 Städten in der Schweiz, in Holland, Dänemark, England und Böhmen. An der Errichtung des ersten deutschen Denkmals für Brahms, 1899 vom Bildhauer Adolf von Hildebrand in Meiningen erbaut, war Steinbach maßgeblich beteiligt.

Nach dem Scheitern seiner Pläne für ein Konservatorium in Meiningen wechselte Fritz Steinbach Anfang 1903 zum Gürzenich-Orchester nach Köln und wurde zum Direktor des Kölner Konservatorium. Dort lehrte er bis Juli 1914 Komposition und Orchesterleitung. Zu seinen Schülern zählten unter anderem Hans Knappertsbusch, Adolf Busch und Franz Mittler. Fritz Steinbach zog sich dann nach München zurück, wo er 1916 an einem Herzinfarkt starb.

Werke[Bearbeiten]

  • Opus 7, Septett A-Dur für Oboe, Klarinette, Horn, Violine, Viola, Violoncello und Klavier, Verlag Schotts Söhne, Mainz, 1882.

Literatur[Bearbeiten]

  • Walter Blume: Brahms in der Meininger Tradition – seine Sinfonien und Haydn-Variationen in der Bezeichnung von Fritz Steinbach, Stuttgart 1933.
  • Kuratorium Meiningen: Stadtlexikon Meiningen, Bielsteinverlag Meiningen, 2008. ISBN 978-3-9809504-4-2

Weblinks[Bearbeiten]