Fritz Vilmar

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Fritz Vilmar (* 28. Juli 1929 in Insterburg, Ostpreußen) ist ein deutscher Hochschullehrer. Er lehrte Politikwissenschaft und Soziologie am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin.

Leben[Bearbeiten]

Nach seinem Soziologiestudium war er in der politischen Erwachsenenbildung tätig. 1959-70 Referent in der Abt. Bildungsarbeit beim Vorstand der IG Metall. Er war einer der Mitbegründer der „Kritischen Friedensforschung“, unter anderem durch seine Bücher Rüstung und Abrüstung im Spätkapitalismus (1965) und Sozialistische Friedenspolitik für Europa (1972). Seit den 1970er-Jahren konzentrierte er seine Arbeit auf die Theorie reformtheoretisch fundierter „humaner Alternativen“ zu den herrschenden Wirtschafts- und Gesellschaftsstrukturen.

Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Vilmar ist seit 1975 Professor für Politikwissenschaft an der FU Berlin. Gegen linken Dogmatismus gründete er 1976 mit Gleichgesinnten die „Hochschulinitiative Demokratischer Sozialismus“. (1980 publizierte er in diesem Zusammenhang mit Ossip K. Flechtheim und anderen Der Marsch der DKP durch die Institutionen.) Ab 1977 Mitglied der Grundwertekommission der SPD, 1984 wegen Bekenntnis zu den Grünen abgewählt. Seit 1983 ist er Vorsitzender beziehungsweise Vorstandsmitglied des „Arbeitskreises Atomwaffenfreies Europa“ sowie 1990 Initiator der „Ökologischen Lebens- und Arbeitsgemeinschaft“ (ÖkoLeA), die seit 1993 in Klosterdorf bei Strausberg ein kibbuzähnliches Kommuneprojekt aufbaut. Derzeit ist Vilmar Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat von Attac Deutschland.

Wichtige Elemente von Vilmars Lebenswerk haben Weggefährten und Schüler 1994 in der Festschrift Mut zur Utopie (Hrsg. Scherer, Wasmuth; ISBN 3929440466) dargestellt.

Am 15. November 2003 entschloss sich Fritz Vilmar nach 52-jähriger Mitgliedschaft, die SPD zu verlassen, weil sie zunehmend kapitalhörig sei und einen hochgradigen sozialen Substanzverlust zeige.

Die Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde hat Fritz Vilmar den Menschenrechtspreis 2008 vergeben.

Schriften[Bearbeiten]

Eine Auswahl:

  • Strategien der Demokratisierung (2 Bde. 1973)
  • Menschenwürde im Betrieb (auch Hg. 1973), ISBN 3499116049
  • Industrielle Demokratie in Westeuropa (auch Hg. 1975), ISBN 3499117118
  • Wirtschaftsdemokratie und Humanisierung der Arbeit (mit K-O. Sattler, 1978), ISBN 3434450718
  • Arbeitswelt. Grundriß einer kritischen Soziologie der Arbeit (mit L. Kißler, 1992), ISBN 3825211673
  • Vollbeschäftigung durch Arbeitszeitverkürzung? (mit W. Kutsch, 1983)
  • Ökosozialismus (mit K-J. Scherer, 1986), ISBN 3922778054
  • Handbuch Selbsthilfe (mit B. Runge 1988)
  • Die rettende Kraft der Utopie. Deutsche Juden gründen den Kibbuz Hasorea (mit W. Godenschweger, 1990), ISBN 3630867332

Seit 1991 koordinierte er die „Forschungsgruppe Kritische Analyse der Vereinigungspolitik“; deren Arbeitsergebnisse:

Weblinks[Bearbeiten]