Fritz Wendel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Friedrich (Fritz) Wendel (* 21. Februar 1915 in Monzernheim; † 9. Februar 1975 in Augsburg) war ein deutscher Flugkapitän, Testpilot und Weltrekordinhaber.

Leben[Bearbeiten]

Wendel interessierte sich nach seiner Schulzeit für das Fliegen und bekam eine Position als Fluglehrer bei der Luftwaffe. 1936 wechselte er als Testpilot zu den Flugzeugwerken Messerschmitt und avancierte dort zum Chefpiloten.

Mit einer Messerschmitt Me 209 mit Daimler-Benz DB 601-Motor stellte er am 26. April 1939 über einer Messstrecke zwischen Augsburg und Buchloe einen Geschwindigkeitsweltrekord für Flugzeuge mit Kolbentriebwerk von 755,138 km/h auf, der bis zum Jahr 1969 hielt. Am 18. Juli 1942 startete Wendel vom Fliegerhorst Leipheim bei Ulm als erster mit einem serienmäßig gebauten düsengetriebenen Flugzeug, der Messerschmitt Me 262 zu einem erfolgreichen Testflug.

Nach dem Zweiten Weltkrieg heiratete er in eine mittelständische Augsburger Brauerei ein. Am 30. Oktober 1950 gründete Fritz Wendel mit Helmut Kaden und Ernst Frank den Augsburger Verein für Luftsport (AVL). Fritz Wendel war, wie auch der Ballonpionier Ernst Frank, Vorsitzender des zugehörigen Augsburger Verein für Segelflug (AVS). Zeitweise war Wendel auch Präsident des Augsburger Eislauf-Vereins. Im Jahr 1975 beging der frühere Inhaber eines Flugweltrekords Suizid.

Ehrungen[Bearbeiten]

  • Goldene Sportplakette der Stadt Augsburg im Jahr 1939
  • In Augsburg wurde die Fritz-Wendel-Straße nach ihm benannt.

Rekorde und Daten[Bearbeiten]

  • 26. April 1939: Als Flugkapitän stellte er mit einer Me 209 V1 einen Geschwindigkeitsweltrekord für Kolbenflugzeuge (755 km/h) auf, der 30 Jahre lang halten sollte.
  • 18. Juli 1942: Erstflug (mit Strahlentriebwerken allein) des ersten in Serie gebauten Flugzeugs mit Strahlenantrieb (Me 262 A). Es wurden insgesamt fast 1600 Stück gefertigt.
  • 5. November 1943: Erstflug des Prototyps Bf109H-0 V54 (Wrk. Nr. 15708). Die „H“ sollte ein Höhenaufklärer werden, jedoch wurde das Projekt wegen Flatterproblemen im Flügel und des weiten Fortschritts der Ta 152 eingestellt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert Deininger: Augsburg - Porträt einer Fliegerstadt. Presse-Druck- und Verlags GmbH, Augsburg 1995.
  • Friedrich (Fritz) Wendel. In: Wolfram Baer: Augsburger Stadtlexikon. 2. Auflage. Perlach, Augsburg 1998. ISBN 3-922769-28-4
  • Fritz Wendel, in: Internationales Biographisches Archiv 25/1975 vom 9. Juni 1975, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)

Weblinks[Bearbeiten]