Fritz von Opel

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Fritz von Opel (rechts) bei einem Motorbootrennen am Templiner See, Juni 1928

Friedrich Adam Hermann „Fritz“ Opel (ab 1917 von Opel; * 4. Mai 1899[1] in Rüsselsheim; † 8. März 1971 in Samedan, Schweiz) war ein deutscher Industrieller, Raketenpionier und Motorsportler aus der Familie Opel. Sein Spitzname war „Raketen-Fritz“.

Leben[Bearbeiten]

Er war ein Enkel von Adam Opel und Sohn von Wilhelm von Opel. Seine Schwester war Elinor von Opel, ein Vetter Georg von Opel. Als Fritz Opels Vater Wilhelm 1917 in den erblichen Adelsstand erhoben wurde, waren damit auch seine Nachkommen nobilitiert und berechtigt, das Adelsprädikat zu führen.

Fritz von Opel studierte an der TH Darmstadt und wurde zunächst Testleiter der Adam Opel AG. 1930 heiratete er seine erste Frau Margot Löwenstein, nach der Scheidung in zweiter Ehe 1947 Emita Herrán Olozaga, Tochter des Diplomaten Rafael Bernando Herrán Echeverri und seiner Frau Lucia Olozaga. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor, Frederick von Opel, genannt Rikky (* 1947), und Marie Christine von Opel, genannt Putzi (1951–2006).

Er baute gemeinsam mit Max Valier und Friedrich Wilhelm Sander einen Rennwagen mit Pulverraketenantrieb (Opel-Sander-Rakwagen 1) und erreichte am 11. April 1928 mit diesem Fahrzeug eine Geschwindigkeit von 138 km/h, mit dem Opel-Sander-Rakwagen 2 am 23. Mai desselben Jahres dann 235 km/h. Am 23. Juni schraubte die unbemannte RAK 3 den Geschwindigkeitsrekord für Schienenfahrzeuge auf einer schnurgeraden Eisenbahnstrecke, der „Hasenbahn“ bei Burgwedel, auf 254 km/h.

Fritz von Opel finanzierte den ersten bemannten Raketenflug am 11. Juni 1928 mit einer Lippisch-Ente, welche mit Feststoffraketen versehen wurde. Darauf aufbauend unternahm Opel am 30. September 1929 auf dem Frankfurter Flugplatz Rebstock einen weiteren bemannten Raketenflug. Der Flugzeugkonstrukteur Julius Hatry entwickelte dafür einen Hochdecker mit doppeltem Leitwerk. Bei diesem handelt es sich um das erste speziell für den Raketenantrieb gebaute Flugzeug weltweit. Das Raketenflugzeug Opel-Sander RAK.1 erreichte eine Höhe von 20 bis 30 Metern und legte in 80 Sekunden knapp zwei Kilometer zurück. Es kam allerdings zu einer Bruchlandung, die Fritz von Opel jedoch unbeschadet überstand. Zu weiteren Raketenversuchen kam es daraufhin nicht mehr.

Opel schrieb auch Gedichte. 1968 veröffentlichte er einen Lyrikband Zwischen Schatten und Licht im Limes-Verlag.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. siehe Hessisches Staatsarchiv Marburg (HStAMR Best. 906 Nr. 425 S. 331)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fritz von Opel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien