From Hell (Film)

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From Hell (dt. „Aus der Hölle“) ist ein Thriller mit Johnny Depp aus dem Jahr 2001. Die Regie führten Albert und Allen Hughes. Das Drehbuch beruht auf der Graphic Novel From Hell.

Handlung[Bearbeiten]

Der Polizeiinspektor Frederick Abberline lebt Ende des 19. Jahrhunderts in London. Er verlor seine Ehefrau und sein Kind, und konsumiert Opium, um im Rauschzustand Visionen der von ihm aufzuklärenden Fälle zu bekommen.

Abberline untersucht die Morde an Prostituierten im Londoner Stadtteil Whitechapel, die Jack the Ripper beging. Dabei lernt er Mary Kelly kennen, die die Opfer gut kannte. Kelly und Abberline kommen sich näher.

Eine Verschwörung der Freimaurer behindert die Ermittlungen, deren Mitglied Abberlines Vorgesetzter Sir Charles Warren ist. Abberline findet trotzdem heraus, dass hinter den Morden der Adelige Sir William Gull steckt. Dieser ist der Arzt der königlichen Familie und ebenfalls Mitglied der Freimaurerloge. Durch diverse Anhaltspunkte hatte sich bereits zuvor herausgestellt, dass der Mörder wohlhabend und mit umfassenden anatomischen Kenntnissen ausgestattet sein muss. Gull wollte die Existenz der ehelichen Tochter Alice des Thronfolgers Albert Victor mit einer Frau niederen Standes vertuschen, denn deren Kinder hätten Anspruch auf den englischen Thron gehabt. Alle ermordeten Frauen waren bei der Trauung anwesend und hatten deshalb Kenntnis von der wahren Identität Alice’. Als Strafe für seine Taten unterziehen die Freimaurer Gull einer primitiven Form der Lobotomie.

Gulls letztes Opfer war jedoch nicht Mary Kelly, sondern eine belgische Prostituierte, die in der Wohnung Kellys zu Gast war. Um Mary vor den Freimaurern zu schützen, entschließt sich Abberline, der als Einziger von Gulls Irrtum weiß, seinem Leben ein Ende zu setzen, indem er eine Überdosis Opium einnimmt. Mary Kelly dagegen ist in ihre irische Heimat geflüchtet, um Alice großzuziehen.

In seiner letzten Vision sieht Abberline Mary Kelly, die mit der älter gewordenen Alice in einem Haus am Wasser lebt. Nachdem er aus der Vision aufwacht, stirbt er.

Kritiken[Bearbeiten]

„Ambitionierte Variation des ‚Jack the Ripper‘-Themas, die sich dezidiert als Verfilmung des gleichnamigen Moore/Campbell-Comics versteht und ihre suggestive Kraft weniger aus der äußeren Spannung der kriminalistischen Vorlage als aus den überzeugenden Darstellern sowie dem hohen formalen Gestaltungswillen entwickelt.“

Lexikon des internationalen Films[1]
  • Roger Ebert beschrieb den Film in der Chicago Sun-Times als düsteren Querschnitt der viktorianischen Gesellschaft. Der Film wende sich an keine bestimmte Zielgruppe und sei keinem spezifischen Genre zuzuordnen.[2]
  • Die Prisma-Redaktion vermisste die ‚Dichte‘ und die ‚akribische Detailverliebtheit‘ des Comics.[3]

Sonstiges[Bearbeiten]

In From Hell werden verschiedene Filme, historische Persönlichkeiten und Fakten zitiert. Neben den Opfern Jack the Rippers, deren Namen und Ermordungsweise (ausgenommen des letzten Ripper-Mordes im Film) den tatsächlichen Fakten entsprechen, hat es auch Sir William Gull gegeben, der damals Leibarzt der Königsfamilie war.

  • Der Tod Abberlines zum Schluss hin ist jedoch Filmdramatik: Der wahre Inspektor Abberline starb im Dezember 1929.
  • Nebenbei wird die Figur des John Merrick eingeführt, auch als „Der Elefantenmensch“ bekannt. Merrick wird in einer entsprechenden Szene einer geschlossenen Sitzung vorgeführt, der auch der Inspektor beiwohnt. Dies ist ein indirektes Zitat aus David Lynchs Der Elefantenmensch. Zudem ist die Darstellung des Elefantenmenschen fast identisch dem filmischen Vorbild übernommen.
  • Außerdem tritt der Elefantenmensch in einer Traumsequenz des Inspektors auf, in der er in einer kurzen Überblende eine Gasse entlang geht; die nächste Sequenz zeigt eine der ermordeten Prostituierten. Hier wird auf den Verdacht hingewiesen, dass es sich bei jenem John Merrick um Jack the Ripper handelte. Dies wurde zu dieser Zeit tatsächlich vermutet, wurde aber von der Polizei nicht als ernsthafte Beschuldigung behandelt, da Merricks Krankheit diesen zu sehr einschränkte, als dass er solche Morde hätte zustande bringen können. Obwohl Johnny Depps Charakter diese Andeutung im Traum widerfährt, geht er ihr nicht nach und befasst sich nicht weiter damit.
  • In einer herausgeschnittenen Szene, die aber in der DVD von From Hell enthalten ist, sprechen die Prostituierten und späteren Ripper-Opfer von den Anstrengungen, die sie sich machen, um im Armenviertel über die Runden zu kommen; daraufhin sieht man in Rückblenden einzelne der Prostituierten beim Geschlechtsverkehr. Die dabei eingespielte Hintergrundmusik entstammt dem Stanley-Kubrick-Film Full Metal Jacket.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Thriller wurde in Tschechien und in England gedreht. Die Produktion des Films kostete etwa 35 Millionen US-Dollar. Er brachte in den US-Kinos 31,6 Mio. US-Dollar ein. Das internationale Einspielergebnis beträgt fast 43 Mio. US-Dollar, sodass 74,6 Mio. US-Dollar an Umsatz verbucht werden konnten.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. From Hell (Film) im Lexikon des Internationalen Films
  2. Chicago Sun-Times
  3. Prisma-online.de
  4. Einspielergebnis bei boxofficemojo.com