Front de gauche

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Front de gauche
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Gründung 18. November 2008
Aus­richtung Kommunismus, Demokratischer Sozialismus, Ökologismus, Republikanismus, Eurokommunismus
EP-Fraktion Vereinte Europäische Linke/Nordische Grüne Linke
Website www.frontdegauche.eu

Die Front de gauche (deutsch Linksfront) ist eine französische Wahlplattform für die Europa-Wahlen 2009. Sie trat zu den Regionalwahlen 2010 sowie zu den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen 2012 erneut an. Die beiden Gründerparteien sind Jean-Luc Mélenchons Parti de gauche und die Parti communiste français (PCF).

Gründung und Teilorganisationen[Bearbeiten]

Schon bei der Gründungsversammlung der Parti de gauche am 29. November 2008 war die Einheitsparole der Kern der Botschaft an die anderen linken Parteien Frankreichs.[1] Parteigründer Jean-Luc Mélenchon und Marc Dolez hatten als sozialistische Querdenker gegen den EU-Verfassungsvertrag 2005 erfolgreich mithilfe der Kommunisten, Trotzkisten und Globalisierungskritiker gekämpft, und wollten diese Front für die kommenden Europawahlen wieder auftauchen lassen. Die Antwort der PCF erwies sich als positiv,[2] während andere Gruppierungen sich skeptischer zeigten.

Nach langen Verhandlungen erteilte die ebenfalls neugegründete linksradikalere Nouveau Parti Anticapitaliste von Olivier Besancenot dem Vorschlag eine Absage.[3] Kurz danach fand der Wahlkampfauftakt der Front de gauche statt. Die Gründerparteien, d. h. die Organisationen, die an der Kundgebung des 8. März teilnahmen, sind die Parti communiste français, die Parti de gauche sowie die (kleinere) Gauche Unitaire (Einheitliche Linke), die von pro-Linksfront Dissidenten der Nouveau Parti Anticapitaliste gegründet worden war.[4]

Erweiterungsversuche und Unterstützer[Bearbeiten]

Andere Parteien, darunter Les Alternatifs,[5] das Mouvement républicain et citoyen und verschiedene linksgerichtete Öko-Parteien erwogen eine Teilnahme. Das Mouvement Républicain et Citoyen gab seine Ablehnung am 22. März bekannt, wegen grundsätzlicher Unterschiede.[6] Am selben Tag fand bei Les Alternatifs eine Urabstimmung statt, in welcher die Teilnahme an der Front de gauche nur 30 Prozent der Stimmen erhielt.[7]

Als MRC-Parteichef Chevènement seinen Entschluss ankündigte, nicht abstimmen zu gehen oder keine gültige Liste zu wählen (vote blanc ou nul), erklärte allerdings der jakobinische Verein République et Socialisme, der die Träger von Lokalmandaten umfasst, die sich zur linksrepublikanischen bzw. jakobinischen Ideologie der MRC bekennen oder Parteimitglieder sind, dass er Chevènements Willen nicht respektieren würde, und rief seine Mitglieder dazu auf, sich für den Erfolg der Front de gauche einzusetzen. Seit Ende März haben zahlreiche MRC-Lokalverbände der Front de gauche ihre Unterstützung gewährt.[8]

Mehrere Intellektuelle haben sich auch für die Front de Gauche starkgemacht, etwa der Religionsphilosoph Henri Péna-Ruiz[9], die Attac-Mitbegründer Bernard Cassen und Ignacio Ramonet[10] [11], sowie 36 Dozenten und Professoren für Volkswirtschaftslehre [12].

Der ehemalige kommunistische, heute „Alternativ-Fortschrittliche“ Nationalversammlungsabgeordnete Jean-Pierre Brard und seine Freunde der Stadt Montreuil[13] haben auch für die Front Stellung genommen.

Die Parti Communiste Réunionais, die nur auf der Insel La Réunion antritt, ist auch Mitglied der Front de gauche im Kreis der Überseegebiete.

Europawahl[Bearbeiten]

Die Front de Gauche stellte Kandidaten in allen Regionen vor. Bemerkenswert sind die Antritte von Jean-Luc Mélenchon im Kreis Südwest, Volkswirtschaftslehrer Jacques Généreux im Westen, und vom Chefredakteur der kommunistischen Zeitung L’Humanité Patrick Le Hyaric im Pariser Kreis. Die unabhängige Menschenrechtsaktivistin Marie-Christine Vergiat trat im Südosten, und der einzige Spitzenkandidat, der schon seit 2004 MdEP war, war der kommunistische Politiker Jacky Hénin im Nordwesten. Anfangs erhielt die Front ca. 4,5 Prozent Umfragewert, drei Punkte hinter der NPA. Aber nach einem sehr aktiven Wahlkampf, der die Aufmerksamkeit der Presse richtete[14], kam es zum Durchbruch: Am 7. Juni erhielt die Front 6,05 % der Stimmen. Mélenchon kam auf 8,15 Prozent in seinem Kreis. 2004 hatte die PCF zwei Mandate errungen (in Paris und im Nordwesten), und die selbständige kommunistische Partei der Insel La Réunion (PCR) einen Sitz im Überseewahlgebiet gewonnen. Dazu kommen 2009 jeweils ein Mandat im Südwesten und im Südosten.[15]

Die MdEP der Front de Gauche sind demnach:

Sie werden in der Fraktion der Europäischen Linken sitzen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. J.-L. Mélenchon, La stratégie du Front de Gauche, www.lepartidegauche.fr
  2. Nous voulons participer à la constitution d'un front progressiste européen, www.pcf.fr
  3. www.lepartidegauche.fr
  4. Nous ferons front!, www.gauche-unitaire.fr
  5. www.alternatifs.org
  6. Le MRC ne rejoindra pas le front de gauche, www.liberation.fr
  7. www.alternatifs.org
  8. Appel de République et Socialisme auf Republiqueetsocialisme.centerblog.net
  9. Henri Pena-Ruiz : «la laïcité ne peut se dissocier de la justice sociale»
  10. www.frontdegauche.eu
  11. http://www.frontdegauche.eu
  12. 36 économistes soutiennent le Front de Gauche
  13. http://www.frontdegauche.eu
  14. L'Alternative, in Libération
  15. Amtliche Ergebnisse

Weblinks[Bearbeiten]