Frontu di Liberazione Naziunalista Corsu

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Die Frontu di Liberazione Naziunale Corsu (FLNC; französisch Front de libération nationale de la Corse) ist eine sich nunmehr im Untergrund befindende korsische Befreiungsbewegung. Gegründet wurde sie am 5. Mai 1976 im geschichtsträchtigen Kloster Saint-Antoine de la Casabianca.[1][2]

Vorausgegangen war am 21. August 1975 das sogenannte Drama von Aléria. Edmond Simeoni, der Gründer der ARC (Action pour la Renaissance de la Corse – „Aktion für die Wiedergeburt Korsikas“), besetzte mit einer Gruppe bewaffneter Männer das Weingut des französischen Winzers Henri Depeille (seither heißt der Vorfall auch offiziell „Fall Depeille“), der in verschiedene Skandale verwickelt war. Es kam zu einem Gefecht mit den in mehreren Hundertschaften angerückten, schwer bewaffneten Einsatzkräften. Dabei wurden zwei Polizisten getötet und zwei Besetzer schwer verletzt (siehe hierzu auch den Artikel Weinbau auf Korsika). Edmond Simeoni wurde für seine Rolle zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt, seine Widerstandsbewegung ARC wurde verboten.[3]

Die FLNC will nach ihren Aussagen ausschließlich die Besitztümer der sogenannten Pieds-noirs enteignen, also der Schwarzfüße, wie die Algerien-Franzosen genannt werden, die nach dem Algerienkrieg mit Unterstützung der Zentralregierung in Paris Geld und Boden in Korsika erhielten und dort erfolgreich und nach Ansicht der FLNC zum Nachteil der Inselbevölkerung wirtschafteten. Deshalb bekennt sie sich auch immer wieder zu den seither zahlreichen Sprengstoffanschlägen auf Ferienwohnanlagen.[4][5]

Offizielle Verlautbarungen der seit dem „Fall Depeille“ im Untergrund agierenden FLNC erscheinen seitdem in U Ribombu.[6]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Offizielle Gründungsgeschichte der FLNC
  2. Gründungsdatum mit Ortsangabe
  3. Korsische Unabhängigkeit Drama von Aléria
  4. Kaltes Monster. In: Der Spiegel. 36/1975. (Die Pieds-noirs auf Korsika)
  5. Ziele der FLNC
  6. Die FLNC in der Zeitung "U Ribombu"