Fußball-Europameisterschaft 2000
| UEFA-Fußball-Europameisterschaft 2000 | |
|---|---|
| UEFA EURO 2000 | |
| Anzahl Nationen | 16 (von 51 Bewerbern) |
| Europameister | |
| Austragungsort | |
| Eröffnungsspiel | 10. Juni 2000 in Brüssel |
| Endspiel | 2. Juli 2000 in Rotterdam |
| Spiele | 31 |
| Tore | 85 (∅: 2,74 pro Spiel) |
| Zuschauer | 1.122.833 (∅: 36.220 pro Spiel) |
| Torschützenkönig | |
| Bester Spieler | |
| 122 (∅: 3,94 pro Spiel) | |
| 5 (∅: 0,16 pro Spiel) | |
| 4 (∅: 0,13 pro Spiel) | |
Die Endrunde der 11. Fußball-Europameisterschaft 2000 (UEFA EURO 2000) wurde vom 10. Juni bis 2. Juli 2000 in Belgien und den Niederlanden ausgetragen. Damit waren die Spiele zum ersten Mal auf zwei Gastgeber aufgeteilt. Am Turnier nahmen sechzehn Länder teil. Der Gewinner wurde in 31 Spielen ermittelt. Europameister 2000 wurde Frankreich.
Neben der Gemeinschaftskandidatur Belgien/Niederlande wurden auch noch Bewerbungen von Spanien und Österreich für die Ausrichtung des Turniers eingereicht.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Qualifikation der deutschsprachigen Mannschaften
[Bearbeiten] Deutschland
In Gruppe Drei traf Deutschland auf die Türkei, Finnland, Nordirland und Moldawien. Vor Beginn der Qualifikation trat Bundestrainer Berti Vogts nach der erfolglosen Fußball-Weltmeisterschaft 1998 zurück und wurde durch Erich Ribbeck ersetzt. Das erste Pflichtspiel unter dem neuen Trainer ging mit 0:1 gegen die Türkei verloren. Die deutsche Mannschaft qualifizierte sich dank einiger überraschender Punktverluste der Türkei trotzdem als Gruppenerster.
[Bearbeiten] Österreich
In Gruppe Sechs spielte Österreich gegen Spanien, Israel, Zypern und San Marino. Während der Qualifikation erlitt die Mannschaft mit dem 0:9 gegen Spanien eine ihrer höchsten Niederlagen. Die Mannschaft erreichte zwar am Ende genau so viele Punkte wie Israel, die 0:5-Niederlage in Tel Aviv gegen den direkten Kontrahenten verhinderte jedoch die Qualifikation.
[Bearbeiten] Schweiz
In Gruppe Eins konnte die Schweiz ihren Erfolg von 1996 nicht wiederholen. Zusammen mit Dänemark platzierte man sich mit 14 Punkten auf Rang 2 hinter Italien (15). Dänemark hatte zwar das schlechtere Torverhältnis, aber die bessere Bilanz aus dem direkten Duell. Die Schweiz schied somit aus.
[Bearbeiten] Spielorte
Die Europameisterschaft 2000 wurde in acht Stadien ausgetragen, von denen sich vier in Belgien und vier in den Niederlanden befanden.
[Bearbeiten] Belgien
| Brüssel | Brügge |
|
Lüttich | Charleroi | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| König-Baudouin-Stadion | Jan-Breydel-Stadion | Stade Sclessin | Stade du Pays de Charleroi | |||
| Kapazität: 50.100 | Kapazität: 30.000 | Kapazität: 29.200 | Kapazität: 30.000 | |||
| 3 Vorrundenspiele 1 Viertelfinale 1 Halbfinale |
3 Vorrundenspiele 1 Viertelfinale |
3 Vorrundenspiele | 3 Vorrundenspiele |
[Bearbeiten] Niederlande
| Amsterdam | Rotterdam |
|
Eindhoven | Arnheim | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Amsterdam Arena | Feijenoord-Stadion | Philips-Stadion | GelreDome | |||
| Kapazität: 53.000 | Kapazität: 51.200 | Kapazität: 35.100 | Kapazität: 29.600 | |||
| 3 Vorrundenspiele 1 Viertelfinale 1 Halbfinale |
3 Vorrundenspiele 1 Viertelfinale Finale |
3 Vorrundenspiele | 3 Vorrundenspiele |
[Bearbeiten] Teilnehmer
[Bearbeiten] Gruppenphase[Bearbeiten] Gruppe A
Im Vorfeld kam es bereits zu Auseinandersetzungen innerhalb der deutschen Mannschaft. Es gab eine Oppositionsgruppe gegen den Trainer Erich Ribbeck und das erste Spiel gegen die vermeintlich schwächste Mannschaft der Vorrundengruppe A, Rumänien, zeigte dann auch, dass sich hier keine Einheit auf dem Platz präsentieren würde. Die Rumänen gingen bereits in der 5. Minute durch Viorel Moldovan in Führung. Mehmet Scholl konnte noch in der 28. Minute mit einem Fernschuss den Ausgleich erzielen, dem einzigen deutschen Tor dieses Turniers. Weitaus stärker eingeschätzt wurden die Engländer und Portugiesen. England gegen Portugal galt dann auch gleich als eines der besten Spiele dieser EM. England ging mit 2:0 durch Paul Scholes und Steve McManaman in Führung. Beide Tore wurden vorbereitet durch David Beckham. Die Portugiesen schlugen jedoch zurück und ein Schuss aus 35m Entfernung von Luís Figo brachte Portugal wieder ins Spiel. João Pinto erzielte noch vor der Pause den Ausgleich und Nuno Gomes in der zweiten Halbzeit den Siegtreffer. Der „Klassiker“ England - Deutschland folgte. Die Deutschen galten als kämpferisch stärker als noch gegen Rumänien und Sebastian Deisler erhielt gute Kritiken. Doch England gewann durch ein Tor von Alan Shearer. Portugal war bereits für das Viertelfinale qualifiziert und trat gegen Deutschland mit einer B-Elf an. Die Deutschen mussten auf einen Sieg der Rumänen hoffen und selbst gewinnen, um ins Viertelfinale einzuziehen. Aber die deutsche Mannschaft verlor mit 0:3 gegen Portugal. Alle drei Tore erzielte Sérgio Conceição. Rumänien gewann mit 3:2 gegen England. Deutschland und England, zwei Größen des internationalen Fußballs, waren damit bereits in der Vorrunde ausgeschieden. [Bearbeiten] Gruppe B
[Bearbeiten] Gruppe C
[Bearbeiten] Gruppe D
[Bearbeiten] Finalrunde[Bearbeiten] Viertelfinale
Das erste Viertelfinalspiel war in der ersten Halbzeit ein ausgeglichenes Spiel. Die Türken agierten aus einer organisierten Abwehr heraus, erst die rote Karte gegen Alpay Özalan in der 29. Minute brachte die Türken aus ihrem Konzept. Arif Erdem verschoss in der 45. Minute einen Elfmeter, worauf die Portugiesen in der zweiten Halbzeit spielbestimmender wurden und durch zwei Tore ihres Stürmers Nuno Gomes gewannen.
Italien war in diesem Spiel nie gefährdet und entschied das Spiel bereits durch die Tore von Francesco Totti und Filippo Inzaghi in der ersten Halbzeit. Gheorghe Hagi ging in seinem letzten Länderspiel durch eine gelb-rote Karte vom Platz.
Die Niederlande avancierten mit Angriffsfußball und dem Stürmer Patrick Kluivert, der drei Tore erzielte, endgültig zu einem Turnierfavoriten. Die Niederländer waren gegen die Jugoslawen deutlich überlegen.
Die Franzosen nutzten gegen die Spanier ihre wenigen Chancen durch Zinédine Zidane und Youri Djorkaeff bereits in der ersten Halbzeit. Zwischenzeitlich hatte Gaizka Mendieta per Elfmeter ausgeglichen. Der als sicher geltende Elfmeterschütze Mendieta vom FC Valencia war bereits ausgewechselt, als in der 90. Minute die Chance zum Ausgleich per Elfmeter kam, Raúl vergab die Chance jedoch. Frankreich zog ins Halbfinale ein. [Bearbeiten] Halbfinale
Weltmeister Frankreich sah sich starken defensiven Portugiesen gegenüber, die mit Kontermöglichkeiten die Franzosen mehrfach gefährdeten. So ging Portugal durch Nuno Gomes mit 1:0 in Führung und auch der Ausgleich in der 51. Minute durch Thierry Henry brachte sie nicht von ihrem Weg ab. Sie hatten bis zum Schluss und auch in der Verlängerung die besseren Chancen. Kurz vor der Entscheidung hatte Abel Xavier per Kopf die Chance zum Golden Goal. Ebenfalls Abel Xavier bekam gegen Ende der Verlängerung bei einem Angriff der Franzosen kurz vor dem eigenen Tor den Ball an die Hand. Der (nach der EM zum Schiedsrichter des Turniers gewählte) österreichische Schiedsrichter Günter Benkö gab Elfmeter. Zidane verwandelte ihn und brachte damit den Weltmeister ins EM-Finale. Nach Spielende kam es zu Ausschreitungen unter den portugiesischen Spielern, sie bespuckten den österreichischen Schiedsrichter und wurden für mehrere Monate von der UEFA gesperrt. In diesem Spiel spielten mit Luís Figo und Zinédine Zidane, die zu dieser Zeit als beste Fußballer der Welt galten, gegeneinander und machten auch beide als Kapitän ihrer Mannschaften ein großes Spiel. Figo wurde später zum wertvollsten Spieler des Turniers gewählt und wechselte noch im selben Jahr für die Ablösesumme von 60 Millionen Euro von Barcelona zu Real Madrid, wohin Zidane ihm ein Jahr später folgte.
Das Spiel zwischen Italien und den Niederlanden war durch eine relativ große Zahl vergebener Elfmeter gekennzeichnet. Die italienische Mannschaft von Trainer Dino Zoff wurde in der 34. Minute durch die gelb-rote Karte an Gianluca Zambrotta in eine defensive Position gedrängt. Ihr Torwart Francesco Toldo hielt in der 39. Minute einen Elfmeter von Frank de Boer und machte viele Chancen der Niederländer zunichte. Patrick Kluivert vergab in der 62. Minute einen weiteren Elfmeter durch Schuss an den Innenpfosten. Im anschließenden Elfmeterschießen traf von den Niederländern lediglich Patrick Kluivert, der zuvor im Spiel vergeben hatte. Francesco Toldo hielt erneut die Elfmeter von Frank de Boer und Paul Bosvelt, Jaap Stam schoss über das Tor und Italien gewann mit drei erzielten Elfmetertoren. [Bearbeiten] Finale
Italien war durch Marco Delvecchio in der 55. Minute mit 1:0 in Führung gegangen. Kurz vor dem Schlusspfiff durch den schwedischen Schiedsrichter Anders Frisk, in der 4. Minute der Nachspielzeit, erzielte Sylvain Wiltord den Ausgleich. In der 103. Minute endete das Spiel durch ein Golden Goal. Der eingewechselte David Trezeguet machte mit einem Volleyschuss Frankreich nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft auch zum Europameister. Einen solchen doppelten Gewinn schafften außer Frankreich nur zwei Mannschaften, Deutschland (1972 Europa- und 1974 Weltmeister) und Spanien (2008 Europa- und 2010 Weltmeister); die Spanier bauten diesen Rekord durch die Verteidigung ihres kontinentalen Titels 2012 aus. [Bearbeiten] Die EuropameisterFabien Barthez; Laurent Blanc, Vincent Candela, Marcel Desailly, Frank Lebœuf, Bixente Lizarazu, Lilian Thuram; Didier Deschamps, Youri Djorkaeff, Christian Karembeu, Johan Micoud, Emmanuel Petit, Robert Pires, Patrick Vieira, Zinédine Zidane; Nicolas Anelka, Christophe Dugarry, Thierry Henry, David Trezeguet, Sylvain Wiltord. [Bearbeiten] Torschützenliste (Endrunde)[Bearbeiten] UEFA-Allstars
[Bearbeiten] WeblinksFrankreich 1960 | Spanien 1964 | Italien 1968 | Belgien 1972 | Jugoslawien 1976 | Italien 1980 | Frankreich 1984 | Deutschland 1988 | Schweden 1992 | England 1996 | Niederlande und Belgien 2000 | Portugal 2004 | Österreich und Schweiz 2008 | Polen und Ukraine 2012 | Frankreich 2016 | Europa 2020 |
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