Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschreibt die Fußball-Weltmeisterschaften der Frauen; zur Weltmeisterschaft der Männer siehe Fußball-Weltmeisterschaft; zu weiteren Fußball-Weltmeisterschaften siehe Fußball-Weltmeisterschaft (Begriffsklärung).
Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen
Logo
Voller Name FIFA Women's World Cup
Verband FIFA
Erstaustragung 1991
Mannschaften 16 (Ab 2015: 24)
Spielmodus Rundenturnier (4 Gruppen à 4 Teams) /
K.-o.-System (ab Viertelfinale)
Titelträger JapanJapan Japan (1. Titel)
Rekordsieger Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA
DeutschlandDeutschland Deutschland (je 2 Siege)
Rekordspieler US-AmerikanerinUS-Amerikanerin Kristine Lilly (30 Spiele)
Rekordtorschütze DeutscheDeutsche Birgit Prinz
BrasilienBrasilien Marta (je 14 Tore)
Website www.fifa.comVorlage:InfoboxFußballwettbwerb/Wartung/Webseite
Die Trophäe für den Frauen-Fußball-Weltmeister (seit 1999)
siehe Hauptartikel: FIFA Women’s World Cup

Die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen, offiziell FIFA Women's World Cup oder FIFA Frauen-Weltmeisterschaft, ist ein Frauenfußballturnier für Nationalmannschaften, das seit 1991 im vierjährigen Turnus immer ein Jahr nach dem Turnier der Männer stattfindet und vom Weltfußballverband FIFA organisiert wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Bevor 1991 die erste offizielle Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen in China ausgetragen wurde, fanden schon einige internationale, meist inoffizielle, Turniere[1] für Frauen-Nationalmannschaften statt. So 1970 in Italien die "Coppa del Mondo" (mit 7 Teilnehmern), 1971 in Mexiko die "Mundial " (6) – diese beiden Turniere hatte die Fédération Internationale et Européenne de Football Féminin (FIEFF) organisiert – sowie fünf als "Women's Mundialitos" bezeichnete Turniere zwischen 1982 und 88 in Italien (4/6). Bei diesen Turnieren nahm 1984 erstmals die BR Deutschland teil und musste sich nach zwei Siegen in der Gruppenphase erst im Finale den Italienerinnen geschlagen geben. Zwischen 1978 und 1987 fanden auf Taiwan vier "Women's World Invitation Tournament" genannte Turniere mit bis zu 14 Mannschaften statt, an dem neben Teams aus Asien, Ozeanien und Nordamerika auch der mehrfache deutsche Frauenmeister SSG 09 Bergisch Gladbach teilnahm und 1981 und 1984 gewann. 1988 schließlich fand in China, wo drei Jahre später die erste offizielle WM ausgetragen werden sollte, nun schon unter Obhut der FIFA, das sogenannte "Women's FIFA Invitational Tournament" mit 12 Nationalmannschaften aus allen sechs Fußballkontinenten statt, welches vom späteren Weltmeister Norwegen gewonnen wurde. Eine deutsche Mannschaft war hier allerdings nicht am Start.

Regelwerk[Bearbeiten]

Qualifikation[Bearbeiten]

Um an der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen teilnehmen zu dürfen, müssen die Nationalmannschaften eine Qualifikation überstehen. Während bei den meisten Konföderationen die jeweilige Kontinentalmeisterschaft gleichzeitig die Qualifikation ist, führt die UEFA seit 1999 eine separate Qualifikation durch. Bei den Weltmeisterschaften 1991 und 1995 dienten noch die jeweiligen Europameisterschaften als Qualifikation. Das Gastgeberland ist automatisch für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Den einzelnen Kontinentalverbänden stehen abhängig von der Spielstärke unterschiedlich viele Startplätze zu. Europa stellte zuletzt mit 4,5 Qualifikanten und dem Gastgeber das größte Kontingent. Es folgte Asien mit drei Plätzen und Nordamerika mit 2,5 Plätzen. Die drittplatzierte Mannschaft der Nordamerikameisterschaft und der Fünfte der Europa-Qualifikation ermittelten in Hin- und Rückspiel einen Teilnehmer. Südamerika und Afrika standen je zwei Plätze zu, während Ozeanien eine Mannschaft stellte.

Endrunde[Bearbeiten]

Die 15 qualifizierten Mannschaften spielen mit dem vorher bestimmten Gastgeberland in einem ca. drei Wochen dauerndem Turnier um den Titel des Weltmeisters. In der ersten Turnierphase (Gruppenphase) sind die Mannschaften nach dem Zufallsprinzip in vier Gruppen mit jeweils vier Mannschaften unterteilt, wobei einige Mannschaften nach gewissen Kriterien (Gastgeber, Weltmeister, FIFA-Rangliste) gesetzt und die anderen Mannschaften aus vorwiegend regional orientierten Lostöpfen (Europa, Südamerika, Afrika, Asien) gezogen werden. Damit soll verhindert werden, dass zwei Mannschaften aus einem Kontinent in der Vorrunde aufeinandertreffen. Eine Ausnahme bildet Europa, da es sich bei fünf Teilnehmern, aber lediglich vier Gruppen, nicht verhindern lässt, dass zwei europäische Nationalmannschaften in der Vorrunde aufeinandertreffen.

Jede Mannschaft spielt in der Vorrunde je einmal gegen jede andere Mannschaft. Ein Sieg wird mit drei Punkten, ein Unentschieden mit einem Punkt bewertet. Die Gruppenersten und -zweiten erreichen das Viertelfinale, während die Gruppendritten und -vierten ausscheiden. Sollten zwei oder mehrere Mannschaften punktgleich sein, gibt es mehrere Kriterien, die eine Entscheidung herbeiführen. Zunächst zählt das bessere Torverhältnis. Sollte dieses ebenfalls gleich sein, zählt die Anzahl der geschossenen Tore.

Ab dem Viertelfinale geht es im K.-o.-System weiter. Das bedeutet, dass nur der Sieger in die nächste Runde einzieht, während der Verlierer ausscheiden muss. Steht es nach den regulären 90 Minuten unentschieden, geht das Spiel in die Verlängerung. Bei den Weltmeisterschaften 1999 und 2003 wurde die Verlängerung nach der Golden-Goal-Regel gespielt, d.h. die Mannschaft, die in der Verlängerung das erste Tor erzielt, gewinnt das Spiel. Durch ein solches Golden Goal von Nia Künzer wurde die deutsche Mannschaft 2003 Weltmeister. Diese Regel wurde jedoch wieder abgeschafft, so dass seit 2007 wieder eine komplette Verlängerung gespielt wird. Sollte nach der Verlängerung immer noch kein Sieger feststehen, wird das Spiel im Elfmeterschießen entschieden.

Im Viertelfinale treffen die Gruppenersten auf einen Gruppenzweiten einer anderen Vorrundengruppe. Frühestens im Finale könnten zwei Mannschaften aus der gleichen Vorrundengruppe erneut aufeinandertreffen. Die Verlierer des Halbfinals spielen im so genannten „kleinen Finale“ um den dritten Platz. Die Gewinner des Halbfinals spielen im Finale um den Weltmeistertitel. Der Weltmeister erhält einen Pokal und darf den Titel bis zur nächsten Weltmeisterschaft tragen.

2007 erhielten die Teilnehmer erstmals Preisgelder. 2011 wurde der Betrag erhöht, nun erhält der Weltmeister ein Preisgeld von 1.000.000 $, der Vizeweltmeister 800.000 $.[2]

Die von der FIFA 2007 erwogene Erweiterung des Teilnehmerfeldes von 16 auf 24 Mannschaften bei der Weltmeisterschaft 2011 wurde wieder verworfen. Erst ab der Weltmeisterschaft 2015 wird mit 24 Mannschaften ausgespielt.[3]

Für die WM 2019 wurde das Bewerbungsverfahren im März 2014 eröffnet.[4] Wie die Veranstalter der beiden Turniere 2011 und 2015 soll der 2019-Ausrichter im Jahr davor nach Möglichkeit auch die U-20-Weltmeisterschaft ausrichten, die wie der FIFA-Konföderationen-Pokal bei den Männern als Generalprobe für die WM-Endrunde angesehen wird.

Frühere Reglements[Bearbeiten]

Bei den ersten beiden Weltmeisterschaften nahmen nur 12 statt wie seit 1999 üblich 16 Nationalmannschaften am Turnier teil. Die Mannschaften wurden in drei Gruppen zu je vier Mannschaften aufgeteilt. Neben den Gruppensiegern und -zweiten erreichten die zwei besten Gruppendritten das Viertelfinale.

Zur Weltmeisterschaft 1999 wurde nicht nur das Teilnehmerfeld von 12 auf 16 Mannschaften vergrößert. Zudem galt die so genannte Golden-Goal-Regel, die aber inzwischen wieder abgeschafft wurde.

1991 betrug die Spielzeit 2 x 40 Minuten; ggf. um 2 x 10 Minuten verlängert, wie bei zwei Spielen im Viertelfinale. Ab 1995 herrscht nun volle Gleichberechtigung: es gelten die bei Männern üblichen Spielzeiten von 2 x 45 Minuten und 2 x 15 Minuten in der Verlängerung.

1991 bestanden die Kader aus 18 Spielerinnen, von 1995 bis 2003 waren es 20, seit 2007 sind es 21 Spielerinnen. 1991, 1999 und 2003 standen zwei Torhüterinnen im Kader, 1995 und wieder ab 2007 drei.

Erstteilnahmen[Bearbeiten]

Bei den bislang sechs ausgetragenen Fußballweltmeisterschaftsendrunden gab es insgesamt 24 Teilnehmer. Die nachfolgende Übersicht zeigt, bei welcher Endrunde welches Land erstmals teilnahm:

Jahr Erstteilnehmer
1991 Brasilien 1968Brasilien Brasilien China VolksrepublikChina Volksrepublik China DanemarkDänemark Dänemark DeutschlandDeutschland Deutschland
ItalienItalien Italien JapanJapan Japan NeuseelandNeuseeland Neuseeland NigeriaNigeria Nigeria
NorwegenNorwegen Norwegen SchwedenSchweden Schweden China RepublikRepublik China Republik China Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA
1995 AustralienAustralien Australien EnglandEngland England KanadaKanada Kanada
1999 GhanaGhana Ghana MexikoMexiko Mexiko Korea NordNordkorea Nordkorea RusslandRussland Russland
2003 ArgentinienArgentinien Argentinien FrankreichFrankreich Frankreich Korea SudSüdkorea Südkorea
2007 kein erstmaliger Teilnehmer
2011 ÄquatorialguineaÄquatorialguinea Äquatorialguinea KolumbienKolumbien Kolumbien
2015 SchweizSchweiz Schweiz ThailandThailand Thailand SpanienSpanien Spanien mindestens je eine CAF- und CONCACAF-Mannschaft

Die Turniere im Überblick[Bearbeiten]

Jahr Gastgeber Finale Spiel um Platz drei
Sieger Ergebnis 2. Platz 3. Platz Ergebnis 4. Platz
1991
Details
China Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
USA
2:1 NorwegenNorwegen
Norwegen
SchwedenSchweden
Schweden
4:0 DeutschlandDeutschland
Deutschland
1995
Details
Schweden NorwegenNorwegen
Norwegen
2:0 DeutschlandDeutschland
Deutschland
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
USA
2:0 China VolksrepublikChina
China
1999
Details
USA Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
USA
0:0 n.V.
(5:4 i.E.)
China VolksrepublikChina
China
BrasilienBrasilien
Brasilien
0:0 n.V.
(5:4 i.E.)
NorwegenNorwegen
Norwegen
2003
Details
USA DeutschlandDeutschland
Deutschland
2:1
n.GG.
SchwedenSchweden
Schweden
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
USA
3:1 KanadaKanada
Kanada
2007
Details
China DeutschlandDeutschland
Deutschland
2:0
BrasilienBrasilien
Brasilien
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
USA
4:1 NorwegenNorwegen
Norwegen
2011
Details
Deutschland JapanJapan
Japan
2:2 n.V.
(3:1 i.E.)
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
USA
SchwedenSchweden
Schweden
2:1 FrankreichFrankreich
Frankreich
2015
Details
Kanada

Ranglisten[Bearbeiten]

nach Ländern
Rang Land Titel Jahr(e) 2. 3. 4.
1 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 2 1991, 1999 1 3 /
2 DeutschlandDeutschland Deutschland 2 2003, 2007 1 / 1
3 NorwegenNorwegen Norwegen 1 1995 1 / 2
4 JapanJapan Japan 1 2011 / / /
5 SchwedenSchweden Schweden 1 2 /
6 BrasilienBrasilien Brasilien 1 1 /
7 China VolksrepublikChina Volksrepublik China 1 / 1
8 KanadaKanada Kanada / / 1
FrankreichFrankreich Frankreich / / 1
nach Konföderationen
Rang Konföderation Titel 2. 3. 4.
1 UEFA Logo.png UEFA 3 3 2 4
2 CONCACAF logo.svg CONCACAF 2 1 3 1
3 Afc.svg AFC 1 1 / 1
4 CONMEBOL logo.svg CONMEBOL / 1 1 /
5 CAF 2009 Logo.svg CAF / / / /
Oceania Football Confederation logo.svg OFC / / / /

Rekordspielerinnen[Bearbeiten]

Kristine Lilly 2010
Birgit Prinz 2008
Homare Sawa 2011
Endrunden-Teilnahmen
Rang Spielerin Teiln. Turniere
1 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Kristine Lilly 5 1991, 1995, 1999, 2003, 2007
NorwegenNorwegen Bente Nordby 1991*, 1995, 1999, 2003, 2007
BrasilienBrasilien Formiga 1995, 1999, 2003, 2007, 2011
DeutschlandDeutschland Birgit Prinz 1995, 1999, 2003, 2007, 2011
JapanJapan Homare Sawa 1995, 1999, 2003, 2007, 2011
6 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Joy Fawcett 4 1991, 1995, 1999, 2003
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Julie Foudy 1991, 1995, 1999, 2003
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mia Hamm 1991, 1995, 1999, 2003
NorwegenNorwegen Hege Riise 1991, 1995, 1999, 2003
China VolksrepublikChina Sun Wen 1991, 1995, 1999, 2003
DeutschlandDeutschland Bettina Wiegmann 1991, 1995, 1999, 2003
BrasilienBrasilien Prethina 1991, 1995, 1999, 2003
BrasilienBrasilien Kátia 1995*, 1999, 2003, 2007
BrasilienBrasilien Tânia 1995, 1999, 2003, 2007
DeutschlandDeutschland Sandra Minnert 1995, 1999, 2003, 2007
DeutschlandDeutschland Sandra Smisek 1995, 1999, 2003, 2007
NigeriaNigeria Maureen Mmadu 1995, 1999*, 2003, 2007
KanadaKanada Andrea Neil 1995, 1999, 2003, 2007
AustralienAustralien Cheryl Salisbury 1995, 1999, 2003, 2007
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Briana Scurry 1995, 1999, 2003, 2007
BrasilienBrasilien Andréia 1999*, 2003, 2007, 2011
KanadaKanada Karina LeBlanc 1999*, 2003, 2007*, 2011
DeutschlandDeutschland Nadine Angerer 1999*, 2003*, 2007, 2011
DeutschlandDeutschland Ariane Hingst 1999, 2003, 2007, 2011
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Christie Rampone 1999, 2003, 2007, 2011

* kursiv ohne Einsatz

Endrunden-Spiele
Rang Spielerin Spiele Turniere
1 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Kristine Lilly 30 1991, 1995, 1999, 2003, 2007
2 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Julie Foudy 24 1991, 1995, 1999, 2003
DeutschlandDeutschland Birgit Prinz 24 1995, 1999, 2003, 2007, 2011
4 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Joy Fawcett 23 1991, 1995, 1999, 2003
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mia Hamm 23 1991, 1995, 1999, 2003
6 NorwegenNorwegen Bente Nordby 22 1995, 1999, 2003, 2007
NorwegenNorwegen Hege Riise 22 1991, 1995, 1999, 2003
DeutschlandDeutschland Bettina Wiegmann 22 1991, 1995, 1999, 2003
9 BrasilienBrasilien Formiga 21 1995, 1999, 2003, 2007, 2011
10 China VolksrepublikChina Sun Wen 20 1991, 1995, 1999, 2003
11 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Briana Scurry 19 1995, 1999, 2003, 2007

Mehr als 30 Spiele waren bis einschließlich 2007 nicht möglich.

Marta 2010
Endrunden-Tore
Rang Spielerin Tore Turniere
1 DeutschlandDeutschland Birgit Prinz 14 1995, 1999, 2003, 2007
BrasilienBrasilien Marta 14 2003, 2007, 2011
3 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Abby Wambach 13 2003, 2007, 2011
4 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Michelle Akers 12 1991, 1999
5 China VolksrepublikChina Sun Wen 11 1991, 1995, 1999, 2003
DeutschlandDeutschland Bettina Wiegmann 11 1991, 1995, 1999, 2003
7 NorwegenNorwegen Ann Kristin Aarønes 10 1995, 1999
DeutschlandDeutschland Heidi Mohr 10 1991, 1995

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Seit 1999 erhält der Weltmeister im Frauenfußball den FIFA Women’s World Cup, einen 46,5 cm hohen Pokal. Außerdem dürfen die Nationalmannschaften für jede gewonnene Weltmeisterschaft einen Meisterstern auf dem Trikot tragen. Die deutsche Nationalmannschaft trägt seit der WM 2007 zwei Sterne, bis zu ihrem ersten Titelgewinn 2003 trug sie über dem Logo des DFB die drei Sterne der Herrenmannschaft. Die deutschen Spielerinnen trugen zudem von 2009 bis 2011 auf dem Trikot auf der rechten Seite das FIFA-Trophy-Badge für den aktuellen Weltmeister.

Am Ende einer jeden Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen werden mehrere Auszeichnungen an die besten Spielerinnen und das fairste Team verliehen. Aktuell gibt es fünf verschiedene Auszeichnungen:

  • adidas Goldener Ball für die beste Spielerin
  • adidas Goldener Schuh für die erfolgreichste Torschützin
  • adidas Goldener Handschuh für die beste Torhüterin
  • Hyundai "Beste junge Spielerin" für die beste Spielerin unter 20 Jahren
  • FIFA Fairplay-Award für das fairste Team
Jahr Goldener Ball Goldener Schuh (Tore) Goldener Handschuh Beste junge Spielerin FIFA Fair Play Award
1991 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Carin Jennings Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Michelle Akers (10) nicht vergeben nicht vergeben DeutschlandDeutschland Deutschland
1995 NorwegenNorwegen Hege Riise NorwegenNorwegen Ann Kristin Aarønes (6) SchwedenSchweden Schweden
1999 China VolksrepublikChina Sun Wen BrasilienBrasilien Sissi / China VolksrepublikChina Sun Wen (7) China VolksrepublikChina Volksrepublik China / NeuseelandNeuseeland Neuseeland
2003 DeutschlandDeutschland Birgit Prinz DeutschlandDeutschland Birgit Prinz (7) DeutschlandDeutschland Silke Rottenberg 1[5] China VolksrepublikChina Volksrepublik China
2007 BrasilienBrasilien Marta BrasilienBrasilien Marta (7) DeutschlandDeutschland Nadine Angerer NorwegenNorwegen Norwegen
2011 JapanJapan Homare Sawa JapanJapan Homare Sawa (5) Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Hope Solo AustralienAustralien Caitlin Foord JapanJapan Japan
1 Auszeichnung nicht bei der FIFA erwähnt, aber auf dfb.de gemeldet.

Rekorde[Bearbeiten]

  • Längste Serie ohne Niederlage: Deutschland 15 Spiele (2003, 2007 und 2011)
  • Längste Serie ohne Gegentor: Deutschland 6 Spiele (2007)
  • Längste Siegesserie: Norwegen 10 Spiele (1995 bis 1999)
  • Einzige Mannschaft, die immer das Halbfinale erreichte: USA
  • Meiste Endspielteilnahmen: Deutschland (1995, 2003, 2007) und USA (1991, 1999, 2011)
  • Spielerin mit den meisten Endspielteilnahmen: Birgit Prinz (1995, 2003, 2007)
  • Erste Spielerin, die 3 Tore in einem Spiel erzielte: Carolina Morace am 17. November 1991 beim 5:0 von Italien gegen Chinese-Taipeh.
  • Einzige Spielerin, die 5 Tore in einem Spiel erzielte: Michelle Akers am 24. November 1991 im Viertelfinale USA gegen Chinese-Taipeh (Endstand 7:0), darunter ein Hattrick.
  • Schnellste Tore: Lena Videkull (Schweden) am 19. November 1991 gegen Japan (Endstand 8:0) nach 30 Sekunden, Melissa Tancredi (Kanada) am 20. September 2007 gegen Australien (Endstand 2:2) nach 37 Sekunden und Lori Chalupny (USA) am 18. September 2007 gegen Nigeria zum 1:0-Endstand in der 54. Sekunde.[6]
  • Schnellstes Eigentor: Ifeanyi Chiejine (Nigeria) am 24. Juni 1999 im Spiel gegen die USA in der 2. Minute (Endstand 1:7) und Daiane (Brasilien) am 10. Juli 2011 im Spiel gegen die USA in der 2. Minute (Endstand 3:5 i.E.)
  • Ifeanyi Chiejine (*17. Mai 1983) ist auch die jüngste Spielerin, die zum Einsatz kam. Mit 16 Jahren und 34 Tagen kam sie am 20. Juni 1999 im Spiel gegen Nordkorea zum Einsatz.[7]
  • Älteste Spielerin in einem WM-Spiel war die brasilianische Torhüterin Meg, die mit 39 Jahren und 5 Monaten am 9. Juni 1995 beim 1:6 gegen Deutschland spielte.

Varia[Bearbeiten]

Jahr Orte Stadien Teams Spiele Tore Tore Zuschauer Zuschauer Gelbe Karten Gelbe Karten Gelb-Rote Karten Gelb-Rote Karten Platzverweise/Rote Karten Platzverweise/Rote Karten
1991 4 6 12 26 99 3,81 510.000 19.615 32 1,23 0 0,00 1 0,04
1995 5 5 12 26 99 3,81 112.213 4.316 70 2,69 2 0,08 2 0,08
1999 8 8 16 32 123 3,84 1.214.209 37.944 77 2,41 1 0,03 4 0,13
2003 6 6 16 32 107 3,34 679.664 21.240 65 2,03 0 0,00 1 0,03
2007 5 5 16 32 111 3,47 1.190.971 37.218 81 2,35 2 0,06 0 0,00
2011 9 9 16 32 86 2,69 845.711 26.428 63 1,97 0 0,00 4 0,13
2015 6 6 24 52
 Jeweilige Rekordmarke

Siehe auch[Bearbeiten]

Liste der Fußball-Weltmeisterschafts-Spielorte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karel Stokkermans: Women's World Cup - Infos zu den Vorläufern. In: rsssf.com. Rec.Sport.Soccer Statistics Foundation, 4. November 2011, abgerufen am 28. Juli 2013 (englisch).
  2. FIFA Women's World Cup Germany 2011™ History & Numbers Statistical Kit 2. In: fifa.com. FIFA, abgerufen am 29. Juli 2013 (PDF; 949 kB, englisch).
  3. Blatter: Frauenfussball entwickelt sich überall. In: fifa.com. FIFA, 31. Juli 2010, abgerufen am 29. Juli 2013.
  4. Bewerbungsverfahren für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2019™ und sieben weitere Wettbewerbe eröffnet. In: fifa.com. FIFA, 6. März 2014, abgerufen am 6. März 2014.
  5. Bilderserie Große Ehrung für Silke Rottenberg: FIFA-Präsident Joseph Blatter zeichnet sie als beste Torhüterin der WM 2003 aus. Sie hatte maßgeblichen Anteil am Titelgewinn, den die Mannschaft 2007 wiederholte. (Quelle: dpa) in der ZDFmediathek, abgerufen am 26. Januar 2014
  6. 50 Fakten zur FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™. In: fifa.com. FIFA, 23. März 2011, abgerufen am 4. April 2014 (PDF; 327 kB).
  7. Die FIFA nennt in ihrer Statistik als ihr erstes Spiel das Spiel gegen Dänemark am 27. Juni 1999 [1] (PDF; 335 kB), in einer anderen FIFA-Statistik steht sie aber schon in der Aufstellung des Spiels gegen Nordkorea am 20. Juni 1999 [2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien