Fußball in Italien

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Fußball (italienisch: Calcio: Fußtritt, von calciare: treten) ist in Italien die populärste Sportart. Offiziell spielen 4.980.296 Italiener, davon 1.513.596 registrierte Spieler[1] in 16.697 Mannschaften Fußball, darunter knapp 5000 Profis. Jährlich werden etwa 500.000 Spiele in Dutzenden Ligen ausgetragen. Des Weiteren wird Fußball als Breitensport von einer noch viel größeren Masse in der Freizeit betrieben.

Die italienische Nationalmannschaft ist eine der erfolgreichsten Fußballnationalmannschaften der Welt. Bei den Europameisterschaften war die Mannschaft bisher achtmal dabei und gewann 1968 im eigenen Land den Titel. Bei den Weltmeisterschaften war Italien bereits 17 Mal vertreten und holte viermal den Titel (1934, 1938, 1982 und 2006). Außerdem wurde die italienische Auswahl einmal Olympiasieger. Das erste Länderspiel bestritt die Mannschaft Italiens gegen Frankreich 1910 in Mailand und gewann das Spiel mit 6:2.

Geschichte[Bearbeiten]

Der italienische Fußballverband wurde 1898 gegründet und ist eines der drei UEFA Gründungsmitglieder. Der Fußballverband ist die Dachorganisation für sämtliche Liga- und Pokalwettbewerbe im italienischen Fußball, auch wenn die tatsächliche Organisation teilweise an Unterorganisationen delegiert ist. Einzig die Nationalmannschaft unterliegt direkt der Kompetenz der F.I.G.C. Für den Profifußball sind in erster Linie zwei Organisationen zuständig: Die organisiert Liga- und Pokalwettbewerbe für die Serie A und B, die Lega Calcio Serie C organisiert dasselbe für die Serie C. Profifußball ist in Italien bereits seit den 1930er Jahren etabliert, was einige deutsche Spieler vor Gründung der Bundesliga 1962 veranlasste, in Italien zu spielen. Der erste professionelle Fußballspieler, Virginio Rosetta, wechselte im Sommer 1923 von der US Pro Vercelli zu Juventus Turin – für die damals unglaubliche Summe von 50.000 Lire.

Ligasystem[Bearbeiten]

In Italien gibt es zwei gesamtitalienische Profiligen (Lega Nazionale Professionisti), die Serie A und die Serie B. Darunter liegt die Lega Pro (Lega Professionisti), die zwar Profiliga ist, aber in fünf regionale Gruppen unterteilt ist: zwei in der 1. Division (Gruppe A und Gruppe B) und drei in der darunter liegenden 2. Division.

Die Serie D ist die höchste Amateurklasse und ist ihrerseits in neun lokale Divisionen unterteilt. Darunter folgen noch zahlreiche lokale Kreisligen, die allerdings keine „Serie“-Struktur mehr haben. Die Serie D wird von der Lega nazionale dilettanti (Nationale Amateurliga) organisiert, welche unter anderem auch den Frauenfußball und die unteren Ligen auf Kreisliga-Niveau regelt.

Stufe Liga/Division(en)
1 Lega Nazionale Professionisti Serie A

20 Vereine

2 Lega Nazionale Professionisti Serie B

22 Vereine

3 Lega Professionisti Prima Divisione Girone A

18 Vereine

Lega Professionisti Prima Divisione Girone B

18 Vereine

4 Lega Professionisti Seconda Divisione Girone A

18 Vereine

Lega Professionisti Seconda Divisione Girone B

18 Vereine

Lega Professionisti Seconda Divisione Girone C

18 Vereine

5 Serie D Girone A

18 Vereine

Serie D Girone B

18 Vereine

Serie D Girone C

18 Vereine

Serie D Girone D

18 Vereine

Serie D Girone E

18 Vereine

Serie D Girone F

18 Vereine

Serie D Girone G

18 Vereine

Serie D Girone H

18 Vereine

Serie D Girone I

18 Vereine

6–10 Ligen auf regionaler und provinzieller Ebene. Details siehe unten

Die Serie A[Bearbeiten]

Logo der Serie A
Hauptartikel: Serie A

Die Serie A ist die höchste Spielklasse. Sie besteht seit der Saison 2004/05 aus 20 Fußballvereinen, die unter sich den italienischen Meister ausspielen. Die letzten drei Mannschaften steigen am Saisonende ab. Gespielt wird in Hin- und Rückrunde von Anfang September bis Ende Mai mit kurzer Winterpause (üblicherweise Mitte Dezember bis 6. Januar). Als problematisch anzusehen sind einige selbsternannte Vereinsanhänger. Rassistische Sprechchöre und gewalttätige Ausschreitungen dieser Minderheit treten hier im Gegensatz zu den anderen europäischen Topligen gehäuft auf. Dies überschattet auch die internationalen Auftritte der Vereine. Die Lega Calcio versucht dem allerdings durch rigorose Strafmaßnahmen für die Vereine entgegenzuwirken (siehe auch: Zuschauer der Serie A).

Die Serie B[Bearbeiten]

Hauptartikel: Serie B

Die Serie B ist die zweithöchste nationale Profiliga. Sie besteht seit der Saison 2004/05 aus 22 Vereinen (siehe unten). Die besten zwei Mannschaften und ein dritter, im Playoff ermittelter Aufsteiger, steigen am Saisonsende in die Serie A auf, die letzten vier steigen in die Serie C1, jeweils zwei in die Gruppe A und zwei Gruppe B, ab.

Die Lega Pro[Bearbeiten]

Hauptartikel: Lega Pro

Die Lega Pro ist die dritthöchste Profiliga in Italien. Sie ist unterteilt in 1. Division (Lega Pro Prima Divisione) und die darunter liegende 2. Division (Lega Pro Seconda Divisione).

Die 1. Division ist in zwei Gruppen, Gruppe A und Gruppe B (im Italienischen: Girone A und Girone B) unterteilt. Die Aufteilung erfolgt grob in eine nord- und eine süditalienische Liga (in der 2. Division, auch eine Mittelitalienische Liga), diese ist jedoch nicht zwingend und wird bisweilen durch den Fußballverband gebrochen.

Das jeweils bestplatzierte Team beider Gruppen steigt direkt in die Serie B auf; die Teams auf den Plätzen 2–5 spielen in Play-Offs den 2. Aufsteiger jeder Gruppe aus. Der jeweils Letztplatzierte steigt direkt ab; die Teams auf den Plätzen 14–17 spielen in Play-Offs die beiden weiteren Absteiger jeder Gruppe in die 2. Division aus.

Auch in der 2. Division steigen die Erstplatzierten der drei Gruppen direkt in die 1. Division auf, während die verbleibenden drei Aufsteiger in gruppeninternen Playoffs zwischen den zweit- bis fünftplatzierten Teams ausgespielt werden.

Die letzten drei Mannschaften der drei Gruppen der 2. Division (insgesamt neun Vereine) steigen in eine der neun Serie D Gruppen ab.

Die Serie D[Bearbeiten]

Hauptartikel: Serie D

Die Serie D ist die höchste nicht professionelle Liga. In ihr spielen insgesamt 162 Vereine. Die Serie D ist in neun regionale Gruppen eingeteilt, die aus jeweils 18 Vereinen bestehen. Der erstplatzierte steigt in die Serie C2 auf. Die zweit- bis fünftplatzierten Vereine spielen zwar Playoffs aus, der jeweilige Sieger dieser Ausscheidungsrunde erhält aber keine Aufstiegsgarantie. Diese kann nur wahrgenommen werden, wenn in höheren Ligen anderen Vereinen die Lizenz entzogen wird, oder diese aus anderen Gründen ihr Spielrecht nicht antreten können.

Pokalwettbewerbe[Bearbeiten]

Logo der Coppa Italia
Hauptartikel: Coppa Italia

In Italien werden zwei nationale Pokalwettbewerbe ausgespielt, die Coppa Italia, der italienische Pokal, sowie die Supercoppa Italiana, der italienische Supercup. Wesentlicher Unterschied zu den Wettbewerben in anderen Ländern ist die Regelung, dass die Lega Nazionale Professionisti (Serie A und B) und Lega Professionisti (Lega Pro Prima Divisione und Lega Pro Seconda Divisione) diese Trophäen jeweils unter sich ausspielen (mit einigen Ausnahmen). In der Lega Pro wird jeweils eine Supercoppa unter den Gewinnern der Girone der ersten und zweiten Division ausgespielt. Die Supercoppa di Lega di Prima Divisione (vormals Supercoppa di Lega di Serie C1) wurde im Jahr 2000 erstmals ausgetragen, der Wettbewerb für die zweite Division wurde erstmals 2006 als Supercoppa di Lega di Serie C2 ausgespielt und wird seit 2008 unter dem Namen Supercoppa di Lega di Seconda Divisione ausgetragen.

Amateurfußball[Bearbeiten]

Der gesamte Amateurbereich von der Serie D bis zu den kleinsten lokalen Kreisligen, sowie der Frauen- und Jugendfußball (Ausnahme: Beretti- und Primavera Meisterschaft, siehe unterer Abschnitt) wird von der Lega Nazionale Dilettanti (Amateur Nationalverband) organisiert. Die LND ist damit für über 1,2 Millionen Personen in 16.355 Vereinen zuständig, die als Fußballspieler gemeldet sind. Hinzu kommen etwa 11.000 weibliche Fußballspieler und rund eine Million Jugendspieler.

Oberste Amateurliga ist die oben erwähnte Serie D, wo italienweit 162 Teams in neun regionalen Gruppen spielen. Darunter folgen, hierarchisch organisiert fünf weitere Stufen: drei auf regionaler Ebene und zwei auf provinzieller Ebene. Zwischen jeder Liga gibt es jährlich Auf- und Abstiegsmöglichkeiten. Grundsätzlich ist also ein Durchmarsch von einer regionalen Kreisliga, bis in die Profiliga möglich (für den Aufstieg in die Profiliga, also die Serie C2 müssen jedoch zusätzliche Kriterien erfüllt sein, wie Mindestanzahl an Sitzplätzen in den Stadien, finanzielle Kriterien …). Ein Beispiel ist etwa der FC Südtirol, der als Verein neugegründet in den letzten Jahren, von der Landesliga (7. Liga) bis in die dritte Profiliga (Lega Pro Prima Divisione Girone A) aufstieg.

Die folgende Auflistung zeigt die Amateurstufen ab der 5. Liga (Serie D). Die in Klammer stehenden kursiven Namen, sind die deutschen Übersetzungen der Ligen in Südtirol. Sämtliche Ligen sind weiterhin in regionale oder lokale Divisionen unterteilt.

Serie D
Oberste Amateurliga, überregional organisiert und in neun Divisionen eingeteilt. Die teilnehmenden Mannschaften liegen geografisch im Umkreis von mehreren Hundert Kilometern. Zwischen 1991 und 1999 heißt die Serie D „Campionato Nazionale Dilettanti“ bzw. Amateur-Nationalliga in Südtirol.
Campionato di Eccellenza (Oberliga)
Die oberste regionale Amateurliga. In ihr spielen die besten Amateurmannschaften einer Region in Italien. (461 Mannschaften)
Campionato di Promozione (Landesliga)
Die meisten italienischen Regionen sind politisch in Provinzen unterteilt. Daher ist auf Provinzebene die Landesliga die höchste Spielklasse (832 Mannschaften)
Campionato di 1ª Categoria (1. Amateurliga)
Die oberste lokale Amateurliga. Die teilnehmenden Mannschaften liegen geografisch im Umkreis von wenigen Bezirken. In Südtirol gibt es in der 1. Amateurliga zwei Gruppen (1629 Mannschaften)
Campionato di 2ª Categoria (2. Amateurliga)
Die zweithöchste lokale Amateurliga. Die teilnehmenden Mannschaften liegen nur wenige Kilometer auseinander. In Südtirol gibt es in der 2. Amateurliga drei Gruppen (2826 Mannschaften)
Campionato di 3ª Categoria (3. Amateurliga)
Die unterste Amateurliga. Neugegründete Mannschaften beginnen in dieser Liga. In Südtirol gibt es vier Gruppen in der 3. Amateurliga. Die teilnehmenden Mannschaften liegen geografisch zumeist in direkt anschließenden Gemeinden oder Ortschaften. (3108 Mannschaften)

Frauenfußball[Bearbeiten]

Frauenfußball ist in Italien reine Amateursache. Italienweit gibt es rund 11.000 Spielerinnen, wovon etwa 2300 auf nationaler Ebene in drei Ligen spielen. Die gesamtitalienische Meisterschaft wird zwischen zwölf Mannschaften der Serie A ermittelt. Darunter spielen jeweils zwölf Mannschaften in der Serie A2 Gruppe A und B. Unterste gesamtitalienische Frauenfußball-Liga ist die Serie B, die ihrerseits in fünf Divisionen zu jeweils zwölf Mannschaften unterteilt ist.

Fußball wird von Frauen in Italien offiziell seit 1968 gespielt, als die „Federazione Italiana Calcio Femminile“ (ital.: Italienischer Frauenfußball-Verband) gegründet wird. Dieser Verband wird erst 1989 Unterorganisation des FIGC und damit innerhalb des offiziellen italienischen Fußballverbandes legitimiert. Seitdem organisiert die oben erwähnte LND den Frauenfußball-Bereich.

Jugendfußball[Bearbeiten]

Jugend- und Schulfußball ist sehr ähnlich zum deutschen System. Genau wie in Deutschland gibt es, nach Altersstufen aufgeteilte Jugendmeisterschaften, von der A-Jugend, bis in die E-Jugend für die kleinsten. Die Organisatoren der Profiligen Lega Calcio und Lega Calcio Serie C organisieren jeweils allerdings auch eine nationale Jugendmeisterschaft.

Campionato Primavera und Campionato Berretti[Bearbeiten]

Die italienischen Profiligen veranstalten eine professionell organisierte Jugendliga, in der ausschließlich die Nachwuchstalente der Profivereine spielen. Diese Meisterschaft wird Campionato Primavera (Primavera ist italienisch und bedeutet Frühling) genannt, oder Campionato Berretti für das von der Lega Pro organisierte Turnier. Dies ist insofern nötig, da junge Spieler oft keine anderen Möglichkeiten erhalten, zu Spielpraxis zu kommen, da es in Italien keine Amateurabteilungen der Profivereine in unteren Spielklassen gibt, wie es sie in der deutschen Regionalliga gibt. Die Jugendspieler treten daher unter dem Vereinsnamen der Profis in eigenen Jugendmannschaften an und ermitteln einen eigenen Meister.

Die „Primavera Meisterschaft“ wird von der Lega Calcio organisiert, an ihr können grundsätzlich sämtliche Jugendmannschaften der Profivereine in der Serie A, Serie B und Lega Pro teilnehmen. Tatsächlich melden allerdings die wenigsten Lega Pro-Mannschaften eine Jugendmannschaft, während die Serie A und B Vereine geschlossen Mannschaften stellen. Die allermeisten verbleibenden Lega Pro-Vereine nehmen stattdessen an der eigens organisierten „Berretti Meisterschaft“ teil, die gewissermaßen das Äquivalent zu der Primavera Meisterschaft für die Lega Pro-Vereine ist. Die Primavera-Meisterschaft gibt es bereits seit 1962, der aktuelle Austragungsmodus existiert seit 1995.

Teilnahmeberechtigt sind Spieler im Alter zwischen 15 und 20 Jahren, wobei für insgesamt zwei Spieler im Kader diese Regel ausgesetzt werden kann. Durch die große Anzahl an Mannschaften, werden die Vereine in vier Divisionen eingeteilt, wobei sich die jeweils die ersten vier Mannschaften zu einer Aufstiegsrunde qualifizieren. In einer einfach K. O.-Begegnung mit Hin- und Rückspiel halbiert sich die Zahl der im Turnier verbleibenden Mannschaften. Diese acht Mannschaften spielen ein abschließendes, mehrtägiges Final-Turnier in einem Sommercamp. Der Sieger dieses Turniers ist Primavera Meister.

Amtierender Meister ist die Jugendmannschaft von Inter Mailand.

Coppa Italia Primavera[Bearbeiten]

Seit 1972 gibt es weiterhin einen eigenen Pokalwettbewerb für die Primavera Mannschaften. Im formell Primavera TIM Cup genannten Italienpokal, ermitteln die Jugendmannschaften ihren eigenen Sieger. Die teilnehmenden Mannschaften sind dieselben, die auch an der Primavera Meisterschaft (s. o.) teilnehmen.

Am Primavera Italienpokal nehmen 50 Mannschaften teil, von denen die Vorjahresfinalisten allerdings erst im Achtelfinale einsteigen. Die verbleibenden 48 Mannschaften steigen in das Turnier in einer ersten Gruppenphase ein. Die Mannschaften werden in zwölf Vierergruppen eingeteilt und ermitteln in drei Spieltagen die Gruppensieger, sowie die zwei besten Zweitplatzierten, die in den weiteren Turnierverlauf aufsteigen.

Die verbleibenden 16 Mannschaften ermitteln in direkten K. O.-Duellen die Aufsteiger der jeweiligen Begegnungen, bis zum Sieger des Turniers. Genau wie für die Primavera Meisterschaft, dürfen auch am Italienpokal nur Spieler zwischen 15 und 20 Jahren teilnehmen. Auch hier darf jedoch für zwei Spieler im Kader die Regel ausgesetzt werden.

Amtierender Pokalsieger ist die Jugendmannschaft von AS Rom.

Bekannte Spieler Italiens der Vergangenheit und Gegenwart[Bearbeiten]

Teilnahme Italiens an der Fußball-Europameisterschaft[Bearbeiten]

  • 3. EM 1968 in Italien/Europameister
  • 6. EM 1980 in Italien/4. Platz
  • 8. EM 1988 in Deutschland/3. Platz
  • 10. EM 1996 in England/Vorrunde
  • 11. EM 2000 in Belgien und den Niederlanden/2. Platz
  • 12. EM 2004 in Portugal/Vorrunde
  • 13. EM 2008 in Österreich und der Schweiz/Viertelfinale
  • 14. EM 2012 in Polen und der Ukraine/2.Platz

Teilnahme Italiens an der Fußball-Weltmeisterschaft[Bearbeiten]

  • 2. WM 1934 in Italien/Weltmeister
  • 3. WM 1938 in Frankreich/Weltmeister
  • 4. WM 1950 in Brasilien/Vorrunde
  • 5. WM 1954 in der Schweiz/Vorrunde
  • 7. WM 1962 in Chile/Vorrunde
  • 8. WM 1966 in England/Vorrunde
  • 9. WM 1970 in Mexiko/2. Platz
  • 10. WM 1974 in Deutschland/Vorrunde
  • 11. WM 1978 in Argentinien/4. Platz
  • 12. WM 1982 in Spanien/Weltmeister
  • 13. WM 1986 in Mexiko/Achtelfinale
  • 14. WM 1990 in Italien/3. Platz
  • 15. WM 1994 in den USA/2. Platz
  • 16. WM 1998 in Frankreich/Viertelfinale
  • 17. WM 2002 in Japan und Südkorea/Achtelfinale
  • 18. WM 2006 in Deutschland/Weltmeister
  • 19. WM 2010 in Südafrika/Vorrunde
  • 20. WM 2014 in Brasilien/Vorrunde

Skandale[Bearbeiten]

Am 2. Mai 2006 wurde der größte Fußballskandal in der Geschichte Italiens aufgedeckt. Die Sportzeitung La Gazzetta dello Sport publizierte Protokolle abgehörter Telefonate der Turiner Staatsanwaltschaft. Sie begründeten den Verdacht, dass Luciano Moggi, der Manager des Fußballclubs Juventus Turin, in der Saison 2004/05 Begegnungen in der Serie A unter Mitwirken verschiedener Schieds- und Linienrichter manipuliert habe.[2]

Moggi wurde in der Folge angeklagt, in „mafiaähnliche Strukturen“ verwickelt zu sein. Für den 11. und 12. Oktober 2006 waren Anhörungen vor der nationalen Sportgerichtsbarkeit vorgesehen. Am 14. Juli, fünf Tage nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft durch Italien, wurde das Urteil in erster Instanz im Fußballskandal gesprochen. Demnach wurden Juventus Turin die beiden letzten Meisterschaften aberkannt. Der Klub hätte mit 30 Minuspunkten in der Serie B die neue Saison beginnen müssen. Absteigen müssen hätten ebenfalls der ACF Florenz und Lazio Rom, die mit sieben bzw. zwölf Minuspunkten die neue Saison beginnen sollten. Der AC Mailand bliebe in der ersten Liga, startete dort aber mit 15 Minuspunkten in die neue Saison. Zudem wären ihm rückwirkend 44 Punkte der letzten Saison aberkannt worden, was bedeutet hätte, dass er nicht in der UEFA Champions League 2006/07 hätte spielen können. Die Meistertitel der Jahre 2004/05 und 2005/06 würden nicht neu vergeben. Inter Mailand als bester nicht an dem Skandal beteiligter Klub erhob jedoch weiter Ansprüche auf den Titel der Saison 2005/06 und bekam ihn letztlich zuerkannt. In zweiter Instanz wurden die Urteile gemildert: Juventus startete mit 17 Minuspunkten in der Serie B, AC Mailand (−8), Lazio Rom (−11) und ACF Florenz (−19) blieben mit entsprechenden Minuspunkten in der Serie A. Die Bestrafung Milans 2005/06 reichte noch für einen Platz in der Champions-League-Qualifikation. Die ebenfalls in den Skandal verstrickte Reggina Calcio erhielt 15 Minuspunkte. Da Juventus Turin Ende August von dem geplanten Gang an die Zivilgerichtsbarkeit Abstand nahm, konnte der Spielbetrieb von Serie A und Serie B regulär, wenn auch mit zwei Wochen Verspätung aufgenommen werden.

Bereits 1980 mussten mit dem AC Mailand und Lazio Rom zwei Vereine wegen eines Wettskandals zwangsabsteigen.

Im Jahr 2013 leitete die Staatsanwalt Ermittlungen um Spielertransfers ein.

Weitere Artikel[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Offizielle Statistiken auf fifa.com
  2. Fußball-Manager.at: Fußballskandal Italien 2005/2006, abgefragt am 1. Mai 2011