Fußball in Spanien

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Spanische Fans feiern in Barcelona den Europameistertitel 2008.

Fußball (spanisch: Fútbol oder Balompié) ist in Spanien der beliebteste Breiten- und Publikumssport. 869.320 Spieler aus 21.027 Vereinen (Stand 2012)[1] sind bei der Real Federación Española de Fútbol registriert, dem nationalen Verband, der sowohl den Vereinsfußball als auch die Nationalmannschaft Spaniens steuert.

Am 21. Mai 1904 war Spanien eines der Gründungsmitglieder der FIFA. Vertreten wurde das Land jedoch nicht vom Nationalen Verband, der erst 1913 ins Leben gerufen wurde, sondern vom Fußballklub Madrid FC, dem heutigen Real Madrid.[2] Am 15. Juni 1954 trat Spanien, ebenfalls als Gründungsmitglied, der UEFA bei.

Das spanische Ligasystem unterteilt sich in Primera División, der höchsten Spielklasse, Segunda División A, Segunda División B (4 Gruppen) und Tercera División (18 Gruppen eingeteilt nach Regionen). Die Primera División gilt als eine der stärksten Ligen des Kontinents. In der Champions League und im UEFA-Pokal spielen vor allem die großen Vereine des Landes, wie Real Madrid, FC Barcelona und FC Valencia, regelmäßig um die Titel mit.

Auf Nationalmannschaftsebene stand Spanien bei den Europa- und Weltmeisterschaften zumeist auf der Favoritenliste, scheiterte jedoch häufig früher als erwartet. Man konnte 2010 den Weltmeister- sowie 1964, 2008 und 2012 den Europameistertitel holen.

Geschichte[Bearbeiten]

Bericht über die erste Vereinssitzung von Recreativo Huelva in der Zeitung La Provincia vom 20. Dezember 1889.

Der moderne Fußball wurde im 19. Jahrhundert von britischen Immigranten, Seefahrern und spanischen Studenten, die aus Großbritannien zurückgekehrt waren, nach Spanien gebracht.

Der erste Verein Recreativo de Huelva wurde am 23. Dezember 1889 von Alexander McKay und britischen Arbeitern der Rio Tinto Group gegründet. Der heutige Fußballklub Gimnàstic de Tarragona wurde zwar schon 1886 als Sportverein gegründet, konnte aber erst 1914 eine Fußballsektion vorweisen. Am 8. März 1890 fand das erste offizielle Fußballmatch in der Pferderennbahn Hipódromo de Tablada in Sevilla statt. Die Mannschaft von Recreativo de Huelva trat gegen Colonia Inglesa Sevillana an, eine Mannschaft aus britischen Arbeitern. Bis auf zwei spanische Spieler auf Seiten von Huelva waren alle Spieler britischer Herkunft. Die Auswahl aus Sevilla entschied dieses Spiel mit 2:0 für sich.

Der erste gesamtspanische Wettbewerb war die Copa de la Coronación, ein Vorgängerwettbewerb der aktuellen Copa del Rey, der anlässlich der Übernahme der Amtsgeschäfte durch König Alfons XIII. im Jahr 1902 ausgetragen wurde. Bis zum Start der ersten spanischen Meisterschaft im Ligamodus im Februar 1929 war der Pokal der höchste nationale Bewerb; als Qualifikationsturniere dienten zumeist die regionalen Meisterschaften, wie beispielsweise der Campeonato Centro oder der Campionat de Catalunya.

Mit dem Start der Liga verloren die regionalen Meisterschaften zusehends an Bedeutung und wurden nach dem spanischen Bürgerkrieg großteils eingestellt. Die Primera División stieg mit der Gründung des ersten großen europäischen Wettbewerbs für Vereinsmannschaften, dem Europapokal der Landesmeister, in den 1950er Jahren zu einer der bedeutendsten nationalen Ligen des europäischen Kontinentes auf. Spanische Vereinsmannschaften haben seither zahlreiche Titel auf internationaler Ebene gewinnen können.

Spanisches Ligasystem[Bearbeiten]

Logo des Ligaverbandes

Die höchste Kategorie des spanischen Vereinsfußballes ist die Primera División oder Liga BBVA, die aus 20 Mannschaften besteht. Die drei Letztplatzierten jeder Saison steigen in die Segunda División oder Liga Adelante (auch Segunda División A) ab. Diese besteht aus 22 Klubs. Die drei Besten steigen am Ende der Meisterschaft in die erste Liga auf und die letzten Vier in die viergliedrige Segunda División B ab. Für die Organisation, Veranstaltung, Lizenzierung und Vermarktung der beiden höchsten Spielklassen ist der Ligaverband Liga Nacional de Fútbol Profesional zuständig, der weitestgehend autonom vom spanischen Verband agiert. Die nächstfolgende Kategorie ist die Segunda División B, die aus vier Gruppen zu je 20 Mannschaften besteht. Nach einem Grunddurchgang im Ligamodus qualifizieren sich die vier Bestplatzierten jeder Gruppe darin für ein Play-off. Dabei werden die vier Aufsteiger in die Segunda División ermittelt. Die vier Letzten jeder Gruppe und zwei weitere Teams, die in einem Play-off zwischen den Fünftletzten ermittelt werden, steigen in die Tercera División ab. Diese Liga wiederum besteht aus 18, nach Regionen unterteilten Gruppen mit jeweils 20–22 Mannschaften. Die Segunda B und die Tercera División unterstehen direkt dem spanischen Fußballverband (RFEF). Unterhalb der genannten Spielklassen folgen die sogenannten Divisiones Regionales, die den Regionalverbänden der Autonomen Gemeinschaften unterstehen. Diese werden wiederum, je nach Region, aus ein bis fünf unterschiedlichen Spielklassen gebildet.

Ebene Liga/Division Gruppen Vereine
1 Primera División 1 20
2 Segunda División A 1 22
3 Segunda División B 4 80
4 Tercera División 18 364
5–9 Divisiones Regionales variabel variabel

Organisiert von:

Die spanische Meisterschaft[Bearbeiten]

Herren[Bearbeiten]

Hauptartikel: Primera División (Spanien)
Teilnehmer der Liga BBVA in der Saison 2010/11

In der höchsten Spielklasse Spaniens, der Primera División oder seit 2008 Liga BBVA, wird der spanische Meister ermittelt. Die erste Saison fand 1929 statt, den Titel gewann der FC Barcelona. Seitdem wurde die Meisterschaft – abgesehen von einer Unterbrechung in den Jahren 1936 bis 1939 aufgrund des spanischen Bürgerkriegs – ununterbrochen ausgetragen. Nach bislang 78 ausgespielten Saisons ist Real Madrid mit 31 Titeln Rekordmeister.

Derzeit besteht die Liga aus 20 Mannschaften, die in einer Hin- und Rückrunde den Meister ausspielen. Daraus ergeben sich aktuell also 38 Spieltage. Die Platzierungen in der Tabelle ergeben sich aus den in den Partien erzielten Punkten: drei Punkte für einen Sieg, einen Punkt bei Unentschieden und null Punkte im Falle einer Niederlage. Anders als in der Fußball-Bundesliga entscheidet bei Punktegleichstand nicht sofort die Tordifferenz über die Platzierung, sondern der Ausgang der direkten Aufeinandertreffen der punktgleichen Teams. Die Meisterschaft beginnt aufgrund der heißen Sommer zumeist erst Ende August oder Anfang September und endet im Juni. Wenn eine Welt- oder Europameisterschaftsendrunde auf die Saison folgt, endet sie zumeist schon Mitte Mai. Eine Winterpause gibt es nicht, lediglich über Weihnachten und Silvester gibt es stets eine kurze Pause. In der Regel finden die Spiele am Samstag und Sonntag statt, nur selten unter der Woche.

Nach dem derzeitigen Stand in der UEFA-Fünfjahreswertung spielen der Meister, der Zweit- und der Drittplatzierte in der Champions League. Der Viertplatzierte muss in die Champions-League-Qualifikation. Die Vereine auf Platz fünf und sechs qualifizieren sich für die Europa League. Die drei Letztplatzierten steigen in die zweite Liga (Segunda División) ab.

Ehrungen[Bearbeiten]

Siehe:

Frauen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Superliga Femenina
Athletic Bilbao feiert den Gewinn der Meisterschaft 2006/07

Frauenfußball spielte in Spanien, im Vergleich zu Mittel- und Nordeuropa sowie den Vereinigten Staaten, lange eine untergeordnete Rolle. Eine Meisterschaft wird seit der Saison 1982/83 ausgespielt, jedoch erst ab 1988/89 im Ligamodus. Rekordmeister sind Athletic Bilbao und UD Levante mit jeweils vier Siegen.

Der Modus der Meisterschaft ist in der Saison 2009/10 nach zahlreichen Reformen sehr komplex. Teilnahmeberechtigt sind 22 Mannschaften, die in drei Gruppen zu je 7–8 Mannschaften, einen Grunddurchgang mit Hin- und Rückspiel austragen. Wie auch bei den Herren, ergeben sich die Platzierungen aus den in den Partien erzielten Punkten: 3 Punkte für einen Sieg, ein Punkt bei Unentschieden und null Punkte im Falle einer Niederlage. Bei Punktegleichstand entscheidet nicht sofort die Tordifferenz über die Platzierung, sondern die Ergebnisse der direkten Aufeinandertreffen der punktgleichen Teams. Nach dem Grunddurchgang werden erneut drei Gruppen gebildet, in der ersten spielen die Erst- und Zweitplatzierten, sowie die beiden besten Drittplatzierten, jeder Gruppe um die Meisterschaft, die schließlich in einem Play-off zwischen dem Ersten und Zweiten ausgespielt wird.

Jugend[Bearbeiten]

In Spanien werden diverse in regionale Gruppen und Altersklassen eingeteilte Nachwuchsmeisterschaften ausgespielt. Die höchste Jugendaltersklasse nennt sich Juvenil A (U-19), die niedrigste Pre-benjamín (U-8). Ein von spanischen Verband organisierter gesamtspanischer Bewerb wird lediglich in der A-Jugend ausgespielt. In der Copa de Campeones de Liga Juvenil treffen die Meister der sieben Regionalgruppen der der höchsten Spielklasse, der sogenannten División de Honor Juvenil, aufeinander und ermitteln im Turniermodus den Meister der Saison. Zudem nehmen die besten Zwei jeder Regionalgruppe sowie die zwei besten Gruppendritten an der im Pokalmodus ausgetragenes Copa del Rey de Juveniles teil.

Pokalwettbewerbe[Bearbeiten]

Herren[Bearbeiten]

Spanischer Pokal[Bearbeiten]

Hauptartikel: Copa del Rey
Athletic Bilbao mit dem gewonnenen Pokal 1903

Die Copa del Rey (deutsch: Königspokal) ist der älteste gesamtspanische Bewerb für Vereinsmannschaften. Er wurde 1902 als Copa de la Coronación (deutsch: Krönungspokal), zur Feier der Übernahme der Amtsgeschäfte durch König Alfons XIII., erstmals ausgetragen. Sieger war Bizcaya, eine Mannschaft bestehend aus Spielern von Athletic Bilbao und dem FC Bilbao, zwei Klubs die wenig später fusionierten. In der Folge trug der Pokalbewerb, aufgrund der wechselnden politischen Situation, unterschiedliche Namen. Zwischen 1903 und 1932 Copa de Su Majestad el Rey, von 1932 bis 1936 Copa del Presidente de la II República. Nach dem Ende des Spanischen Bürgerkriegs im Jahre 1939 und der Machtübernahme Francos trug der Pokal den Namen Trofeo de Su Excelencia El Generalísimo bzw. später Copa de S.E. El Generalísimo und seit 1976, kurz nach der Thronübernahme von Juan Carlos I., schließlich wieder Copa de S.M. el Rey oder kurz Copa del Rey. Rekordsieger ist derzeit der FC Barcelona mit 25 Titelgewinnen.

Der Modus wechselte im laufe der Geschichte sehr häufig. In der Saison 2009/10 wurden drei Runden bestritten, in denen in nur einem Spiel der Sieger ermittelt wurde. Die Klubs der ersten División griffen erst in der Runde der letzten 32 ein, ab der in jeder Runde ein Hin- und Rückspiel ausgetragen wird. Das Finale findet traditionell in einem Spiel an einem neutralen Ort statt. Der Sieger des Pokals ist derzeit für die UEFA Europa League spielberechtigt.

Supercup[Bearbeiten]

Hauptartikel: Supercopa de España und Copa Eva Duarte

Einen Pokalbewerb zwischen dem spanischen Meister und dem Pokalsieger gab es schon 1940 unter dem Namen Copa de Campeones. Im Jahr 1945 wurde ein solcher Bewerb erneut ausgetragen, er trug den Namen Copa de Oro Argentina (deutsch: Argentinischer Goldpokal) und wurde von der argentinischen Botschaft gestiftet. Als Copa Eva Duarte, benannt nach der argentinischen First Lady Eva Perón, existierte der Supercup erneut von 1947 bis 1953, als er aufgrund des Todes der Namensgeberin wieder eingestellt wurde. Ohne unterbrechung wird die Supercopa de España schließlich seit 1982 ausgetragen.

Der Gewinner wird gegenwärtig in einem Hin- und Rückspiel zwischen dem Meister und dem Pokalsieger bestimmt. Holt ein Klub das Double, dann tritt er üblicherweise gegen den Pokalfinalisten an.

Ligapokal[Bearbeiten]

Hauptartikel: Copa de la Liga

Ein Ligapokal wurde in Spanien lediglich von 1983 bis 1986 ausgetragen. Spielberechtigt waren die ersten Acht der Liga, die den Titel im Play-off Modus, mit Hin- und Rückspiel, austrugen. Aufgrund des dichtgedrängten Kalenders, wurde der Bewerb jedoch eingestellt.

Frauen[Bearbeiten]

Spanischer Pokal[Bearbeiten]

Der Pokalbewerb wurde in der Saison 1982/83 erstmals unter der Schirmherrschaft der Real Federación Española de Fútbol ausgetragen und ermittelte bis zur Gründung der Liga in der Saison 1988/89 den Spanischen Meister. Seither trägt er den Namen Copa de Su Majestad la Reina (deutsch: Pokal Ihrer Majestät der Königin), oder kurz Copa de la Reina.

Vereinserfolge bei internationalen Turnieren[Bearbeiten]

Der FC Barcelona feiert den Champions League Titel 2004/05

Bereits seit der Gründung der ersten internationalen Bewerbe für Vereinsmannschaften, spielten spanische Vereine eine führende Rolle. Bei der Coupe Latine (1949–1957), einem Vorgängerturnier des 1955 ins Leben gerufenen Europapokals der Landesmeister, an dem die jeweiligen Landesmeister aus Italien, Frankreich, Spanien und Portugal teilnahmen, konnten Teams der spanischen Liga vier der insgesamt acht Bewerbe für sich entscheiden. Zweimal war der FC Barcelona erfolgreich und ebenso oft Real Madrid. Mit der Gründung des Europapokals der Landesmeister begann der Aufstieg Real Madrids zum erfolgreichsten Verein im höchsten kontinentalen Wettbewerb. Die ersten fünf Turniere konnten in Folge vom „Weißen Ballett“ gewonnen werden und 1965/66 gelang ein weiterer Titel. Zeitgleich konnten spanische Klubs auch im Messestädte-Pokal Erfolge feiern, dreimal gewann der FC Barcelona, zweimal der FC Valencia und einmal Real Saragossa den Bewerb. Bis zur Gegenwart konnten die Vereine der Primera División 51 der bedeutendsten europäischen und interkontinentalen Trophäen erobern. Die beiden größten Sportvereine des Landes, Real Madrid und der FC Barcelona, zählen mit jeweils 16 bzw. 17 Titelgewinnen zu den erfolgreichsten Vereinen der Welt.

Klub UCL EPP UEL MP USC WP FKW Gesamt
FC Barcelona 4 4 0 3 4 0 2 17
Real Madrid 10 0 2 0 1 3 0 16
FC Valencia 0 1 1 2 2 0 0 6
Atlético Madrid 0 1 2 0 2 1 0 6
FC Sevilla 0 0 3 0 1 0 0 4
Real Saragossa 0 1 0 1 0 0 0 2
Gesamt 14 7 8 6 10 4 2 51

Legende:

UCL: UEFA Champions League und Europapokal der Landesmeister
EPP: Europapokal der Pokalsieger
UEL: UEFA Europa League und UEFA Pokal
MP: Messestädte-Pokal
USC: UEFA Super Cup
WP: Weltpokal
FKW: FIFA-Klub-Weltmeisterschaft

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Herren[Bearbeiten]

Feierliche Parade zum Gewinn der Europameisterschaft 2008

Die spanische Nationalmannschaft der Herren repräsentiert Spanien bei Länderspielen und internationalen Turnieren. Das erste offizielle Match bestritt man im Rahmen der Olympischen Spiele 1920, wo man am 28. August 1920 in Brüssel gegen Dänemark mit 1:0 gewinnen konnte.

Dem Team Spaniens wurde im laufe der Geschichte oft nachgesagt, keine Turniermannschaft zu sein, da man trotz der Tatsache, dass man fast immer als einer der Mitfavoriten in große Turniere wie Welt- und Europameisterschafts-Endrunden ging, häufig früh ausschied und enttäuschte. Dies galt insbesondere für Weltmeisterschaften, wo man bis auf einen vierten Platz 1950 lange nicht über ein Viertelfinale hinauskam. Erst bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 konnte der Bann gebrochen und der Titel gewonnen werden. Bei Europameisterschaften hält Spanien, mit drei Titelgewinnen 1964, 2008 und 2012, sowie der Finalteilnahme 1984, nach Deutschland die zweitbeste Bilanz aller Nationalmannschaften des Kontinents. Mit insgesamt dreizehn Teilnahmen an Welt- und neun an Europameisterschaftsendrunden (Stand: Juli 2012), zählen die Herren letztlich zu den erfolgreichsten Nationalteams Europas.

Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

Die erste Teilnahme Spaniens an einer Fußball-Weltmeisterschaft erfolgte 1934 in Italien, wo man letztlich im Viertelfinale in einem äußerst dramatischen Spiel gegen die Gastgeber ausschied. Bei bislang insgesamt dreizehn Teilnahmen an Endrunden wurden die Spanier 2010 erstmals Fußballweltmeister; zuvor konnte das Team zumeist die Erwartungen nicht erfüllen.

Die diversen Juniorenkategorien konnten unter anderem 1999 den U-20-Titel gewinnen.

Platzierungen bei FIFA Weltmeisterschaften
Mannschaft Weltmeister Finalist 3. Platz Gesamt
Senioren 2010 1
U-20 1999 1985
2003
3
U-17 1991
2003
2007
1997
2009
5
Gesamt 2 5 2 9

Europameisterschaften[Bearbeiten]

Nachdem Spanien sich im Zuge der Qualifikation für die erste Europameisterschaft 1960, für die man als einer der großen Titelanwärter galt, in der Runde der letzten Acht, auf Geheiß der damaligen faschistischen Regierung unter General Franco, weigerte in der Sowjetunion zu spielen, wurden die Begegnungen von der UEFA mit jeweils 3:0 für die Mannschaft der UdSSR gewertet.[3] Die erste Teilnahme an einer Endrunde erfolgte 1964 im eigenen Land. Nach siegen gegen Ungarn im Halbfinale und die Sowjetunion im Finale, gewannen die Spanier ihren ersten großen Titel für Nationalmannschaften. Zwanzig Jahre später, bei der EM 1984, gelang der nächste Erfolg, als man das Finale erreichte, dort jedoch dem Gastgeber Frankreich mit 2:0 unterlag. Im Jahre 2008 folgte schließlich der zweite Europameistertitel. Spanien spielte ein überzeugendes Turnier und schlug Deutschland im Finale mit 1:0. 2012 konnten die Iberer als erste Mannschaft in der Geschichte den Titel durch ein 4:0 im Endspiel gegen Italien erfolgreich verteidigen.

Platzierungen bei UEFA Europameisterschaften
Mannschaft Europameister Finalist 3. Platz* Gesamt
Senioren 1964, 2008,
2012
1984 4
U-21 1986, 1998
2011, 2013
1984, 1996 1994, 2000 8
U-18/U-19 1995, 2002,
2004, 2006,
2007, 2011,
2012
1996, 2010 1990, 1993,
1994, 1997,
2001
14
U16/U-17 1986, 1988,
1991, 1997,
1999, 2001,
2007, 2008
1992, 1995,
2003, 2004,
2010
1985, 1998,
2006
16
Gesamt 22 10 10 42

* Wurde nur in manchen Turnieren ausgespielt

Konföderationen-Pokal[Bearbeiten]

Am Konföderationen-Pokal nahm die spanische Nationalmannschaft bisher einmal teil. Als Sieger der Europameisterschaft 2008 qualifizierte man sich für das Turnier 2009 in Südafrika, wo man im Halbfinale an den Vereinigten Staaten scheiterte, was zugleich eine Serie von 35 Begegnungen ohne Niederlage und 15 Siegen in Folge beendete. Im Spiel um Platz drei besiegten die Spanier Südafrika mit 3:2.

Platzierungen beim FIFA Konföderationen-Pokal
Sieger Finalist 3. Platz Gesamt
2009 1

Olympische Spiele[Bearbeiten]

Die Olympischen Spiele 1920 waren der erste offizielle Auftritt der spanischen Nationalmannschaft, die überraschend die Silbermedaille erobern konnte. Ab 1952 nahmen nicht mehr die A-Nationalteams teil, sondern Amateurmannschaften, seit 1992 schließlich erweiterte U-23-Auswahlen. Spanien nahm insgesamt an neun Olympischen Fußballturnieren teil und eroberte neben Silber 1920 auch Gold 1992 sowie eine weitere Silbermedaille 2000.

Platzierungen bei Olympischen Spielen
Gold Silber Bronze Gesamt
1992 1920, 2000 3

Frauen[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu den Herren, kann die spanische Nationalmannschaft der Frauen auf wenige Erfolge zurückblicken. Noch nie konnte man sich für eine Weltmeisterschaft oder Olympische Spiele qualifizierten, der größte Erfolg war der Halbfinaleinzug bei der Europameisterschaft 1997. Titelgewinne gelangen bisher der U-19-Auswahl, die 2004 im Finale um die Europameisterschaft Deutschland mit 2:1 bezwingen konnte, sowie der U-17-Mannschaft, die sich 2010 im Endspiel des kontinentalen Bewerbes gegen Irland durchsetzte und den Titel durch ein 1:0 gegen Frankreich 2011 verteidigen konnten.

Platzierungen bei FIFA Weltmeisterschaften
Mannschaft Europameister Finalist 3. Platz Gesamt
Senioren 0
U18/U-19 0
U-17 2014 2010 2
Gesamt 0 1 1 2
Platzierungen bei UEFA Europameisterschaften
Mannschaft Europameister Finalist Halbfinalist Gesamt
Senioren 1997 1
U18/U-19 2004 2000, 2012 2001 4
U-17 2010, 2011 2009, 2014 2013 5
Gesamt 3 4 3 10

Fußballvarianten[Bearbeiten]

Futsal[Bearbeiten]

Hauptartikel: Futsal in Spanien

Während der Hallenfußball, wie er im deutschsprachigen Raum betrieben wird, weniger populär ist, genießt der von FIFA und UEFA anerkannte Hallensport Futsal einen vergleichsweise hohen Stellenwert. Auf Vereinsebene verfügt Spanien über eine separate Profiliga, die División de Honor de Fútbol Sala. Spanische Klubs konnten in den bedeutendsten internationalen Turnieren, dem UEFA-Futsal-Pokal und dem Futsal-Weltpokal, zahlreiche Erfolge feiern.

Die Spanische Futsalnationalmannschaft untersteht dem nationalen Fußballverband Real Federación Española de Fútbol und ist mit bislang fünf Europameistertitel das erfolgreichste Nationalteam des Kontinents. Bei Futsal-Weltmeisterschaften konnte 2000 und 2004 der Titel gewonnen werden.

Hallenfußball[Bearbeiten]

Hauptartikel: Liga de Fútbol Indoor

Hallenfußball wird in Spanien, im Gegensatz zum Futsal, eher als Showsport betrieben und unterliegt nicht dem spanischen Fußballverband. Während der kurzen Ligapause, im Wesentlichen während der Weihnachtsfeiertage, wurden in der Vergangenheit mehrmals Benefizturniere zwischen Vereinen der Primera División veranstaltet, jedoch aufgrund des dichtgedrängten Terminkalenders wieder eingestellt. In den Jahren 2002 sowie 2004–2007 wurde unter dem Namen Torneo de Reyes (dt.: Dreikönigsturnier) ein Bewerb zwischen ehemaligen Spielern von Real Madrid, Atlético Madrid, Betis Sevilla und FC Barcelona organisiert. Aufgrund des großen Zuschauerinteresses entstand ab 2008 eine eigene Liga mit dem Namen Liga de Fútbol Indoor oder dem Sponsorennamen Liga Placo, die vom Verband Asociación de Fútbol Indoor geleitet wird. An ihr nehmen zahlreiche berühmte ehemalige Fußballspieler teil. Rekordmeister ist Deportivo La Coruña mit 2 Meistertiteln (Stand: 2010). Darüber hinaus werden auch ein Pokalbewerb und ein Superpokal ausgespielt.

Beachsoccer[Bearbeiten]

Aufgrund der zahlreichen Strände und des in Küstennähe milden Klimas, sind Strandsportarten in Spanien beliebt, so auch Beachsoccer. Bei Beachsoccer-Weltmeisterschaften konnten von der Nationalmannschaft bisher zwei Silber- und eine Bronzemedaille gewonnen werden, beim Euro-Beachsoccer-Cup, der Europameisterschaft, holte man dreimal den Titel, viermal erreichte Spanien den zweiten- und einmal den dritten Platz. In der Euro-Beachsoccer-League, die zugleich als Qualifikationsturnier für Weltmeisterschaften dient, gelangen fünf Siege und ein zweiter Platz.

Platzierungen bei Beachsoccer-Weltmeisterschaften
Weltmeister Finalist 3. Platz
2003
2004
2000
Platzierungen beim Euro-Beachsoccer-Cup
Europameister Finalist 3. Platz
1999, 2008,
2009
1998, 2001,
2002, 2004
2003
Platzierungen in der Euro-Beachsoccer-League
Sieger Finalist 3. Platz
1999, 2000,
2001, 2003,
2006
2002

Fútbol siete[Bearbeiten]

Fútbol siete (deutsch: siebener Fußball) wird auf einem halben Fußballfeld gespielt, es gibt 7 Feldspieler pro Mannschaft. Die Variante ist in Spanien vor allem als Breitensport und im Jugendbereich verbreitet.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fußball in Spanien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Licencias y clubes federados en 2012. In: Spanisches Staatssekretariat für Sport. Abgerufen am 20. Dezember 2013 (PDF; 1677 kB, spanisch).
  2. Geschichte der FIFA - Gründung. In: fifa.com. Abgerufen am 13. Mai 2010 (deutsch).
  3. Als Spanien und Russland fast die EM sprengten. In: Spiegel Online. 9. Juni 2008, abgerufen am 23. Januar 2010 (deutsch).