Fußgönheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Fußgönheim
Fußgönheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Fußgönheim hervorgehoben
49.4602777777788.293611111111199Koordinaten: 49° 28′ N, 8° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Pfalz-Kreis
Verbandsgemeinde: Maxdorf
Höhe: 99 m ü. NHN
Fläche: 6,65 km²
Einwohner: 2536 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 381 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67136
Vorwahl: 06237
Kfz-Kennzeichen: RP
Gemeindeschlüssel: 07 3 38 008
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 79
67133 Maxdorf
Webpräsenz: www.fussgoenheim.de
Ortsbürgermeisterin: Marie-Luise Klein (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Fußgönheim im Rhein-Pfalz-Kreis
Frankenthal (Pfalz) Kreis Bergstraße Landkreis Alzey-Worms Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Germersheim Landkreis Karlsruhe Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Ludwigshafen am Rhein Mannheim Rhein-Neckar-Kreis Speyer Worms Altrip Beindersheim Birkenheide Bobenheim-Roxheim Böhl-Iggelheim Dannstadt-Schauernheim Dudenhofen Fußgönheim Großniedesheim Hanhofen Harthausen Heßheim Heuchelheim bei Frankenthal Hochdorf-Assenheim Kleinniedesheim Lambsheim Limburgerhof Maxdorf Mutterstadt Neuhofen (Pfalz) Otterstadt Rödersheim-Gronau Römerberg (Pfalz) Schifferstadt Waldsee (Pfalz)Karte
Über dieses Bild
Blick auf Fußgönheim von Osten

Fußgönheim ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Pfalz-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Maxdorf an.

Geographie[Bearbeiten]

Fußgönheim liegt in der Oberrheinischen Tiefebene westlich von Ludwigshafen am Rhein. Durch den Ort fließt der Schwabenbach. Angrenzende Gemeinden von Osten im Uhrzeigersinn sind Ludwigshafen-Ruchheim, Dannstadt-Schauernheim, Ellerstadt, Birkenheide und Maxdorf.

Geschichte[Bearbeiten]

Archäologische Funde weisen eine Besiedlung zur Zeit der Kelten und Römer hin, der erste gesicherte urkundliche Nachweis stammt aus dem Güterverzeichnis der Abtei Prüm aus dem Jahr 893.

Fußgönheim war von 900 bis 1100 im Besitz des salischen Kaiserhauses, später ging die Landeshoheit an die Kurpfalz über. Fußgönheim wurde in ein Oberdorf und ein Unterdorf geteilt, und an die Familien von Falkenstein und von Bolanden verlehnt. Später wurde der bolandische Besitz an den Graf von Leiningen verkauft. Der kurpfälzische Hofkanzler Jakob Tillmann von Hallberg kaufte 1728 die Erbansprüche des Oberdorfs, ein Jahr später des Unterdorfs auf, worauf ihm von Kurfürst Karl III. Philipp hoheitliche Rechte über das Dorf eingeräumt wurden. 1740 erbaute er das Hallberger Schloss mit Kirche und führte in dem seit der Reformation lutherischen Ort die katholische Konfession ein. Die Herrschaft der Familie Hallberg endete mit der Eroberung der Pfalz durch die Franzosen.

Seit dem Abzug der Franzosen im Jahr 1818 unterlag die Führung der Gemeinde dem Bürgermeister und dem Gemeinderat. Verwaltet wurde der Ort zunächst vom Bezirksamt Speyer des „Bayerischen Rheinkreises“, der später in „Pfalz“ umbenannt wurde. 1886 ging Fußgönheim an das neu gebildete Bezirksamt Ludwigshafen, aus dem nach dem Zweiten Weltkrieg der Landkreis Ludwigshafen am Rhein, heute ein Teil des Rhein-Pfalz-Kreises entstand.

Am 7. Juni 1969 wurde die BASF-Siedlung mit 1602 Einwohnern nach Maxdorf umgemeindet.[2]

Religionen[Bearbeiten]

Am 31. Oktober 2014 waren 40,296 Prozent der Einwohner evangelisch und 25,604 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Erste Angaben zur Bevölkerungszahl gibt es aus dem Jahr 1560, damals lebten etwa 150–200 Menschen in Fußgönheim. Bis ins 19. Jahrhundert war nur der heute östlich liegende Straßenzug, bestehend aus Hauptstraße und Ruchheimer Straße, besiedelt. Durch die Ansiedlung vieler Kleinbauern, Handwerker und Kaufleute kam es in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem starken Bevölkerungsanstieg von etwa 500 Einwohnern im Jahr 1815 bis zu 1000 im Jahr 1840. In dieser Zeit fanden erste Besiedlungen in westlicher Richtung statt. Bis 1900 blieben die Ortsgrenzen praktisch unverändert, danach wurden Neuansiedlungen fast nur auf der westlichen Seite des Gründungskerns angelegt, da der Geländeabfall zur Niederterrasse an der östlichen Ortsgrenze dort das Bauen erschwerte. 1950 wurde eine Bevölkerungszahl von 1500 Einwohnern erreicht, vor allem durch Bebauung des westlichen Straßenzugs von Bahnhofstraße und Speyerer Straße. In den 1960er- und 1970er-Jahren gab es durch Ausweisung von Neubaugebieten den größten flächenmäßigen Zuwachs Fußgönheims, die Einwohnerzahl stieg auf 2565 im Jahr 1988.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Fußgönheim besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzende.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[4]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 9 7 4 20 Sitze
2009 11 5 4 20 Sitze
2004 11 6 3 20 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „Geteilt und oben gespalten, oben rechts in Gold ein sechsspeichiges rotes Rad, oben links in Blau ein rotbewehrter silberner Adler, unten in Silber ein springender roter Fuchs“.

Es wurde 1927 vom bayerischen Staatsministerium des Innern genehmigt. Der Fuchs verweist redend auf den Ursprung des Ortsnamens, der sich von Fuchs-Gönheim ableitet. Das Rad erinnert an die Bolandener und der Adler an die Leininger, beides ehemalige Ortsherren.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Hallbergsches Schloss

Bauwerke[Bearbeiten]

Das Hallbergsche Schloss wurde 1728–31 für den kurpfälzischen Kanzler Freiherr Jakob Tilmann von Hallberg erbaut. 1815 ging das Schloss in Privatbesitz und wurde als Laden, Scheune und Lager genutzt. 1972 wurde es von der katholischen Kirchengemeinde erworben und aufwendig restauriert.

Die zum Komplex gehörende barocke Schlosskirche St. Jakobus Major wurde 1740/41 errichtet.

Die protestantische Lutherkirche wurde 1732/33 erbaut. Auf dem Standort lässt sich bereits 1253 eine Kirche nachweisen. Der Speyerer Domdekan und Bischofselekt Eberhard von Randeck bewirkte ihre Inkorporation in das Speyerer Domstift. Aus Dank stiftete das Domkapitel 1356 eine tägliche Messe für ihn und seine Angehörigen, auf dem von ihm errichteten St. Cyriakus-Altar. Dem Zelebranten wurde als Entlohnung u.a. stets ein Klosterweck gereicht, weshalb der frühmorgens im Dom gehaltene Gottesdienst allgemein Weckmesse hieß.[6] Der heutige, rundbogige, mit Sandstein gegliederte Putzbau hat einen dreiseitigen Chorschluss und einen eingestalteten Fassadenturm, der zusammen mit der neuen Fassade 1842 gebaut wurde. Das Kirchenschiff wurde 1911 erhöht.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Fußgönheim

Museen[Bearbeiten]

Das Deutsche Kartoffelmuseum zeigt eine Ausstellung rund um den Kartoffelanbau. Es befindet sich seit 1997 in der 1842 erbauten ehemaligen Synagoge.

Das Heimatmuseum Fußgönheim ist im Hallbergschen Schloss untergebracht.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Nördlich von Fußgönheim verläuft die Bundesautobahn 650 (Bad Dürkheim–Ludwigshafen). Durch die Rhein-Haardtbahn (Mannheim–Bad Dürkheim), eine Schmalspurbahn, ist der Ort seit 1913 an das Schienennetz angeschlossen. Fußgönheim gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar.

Bildung[Bearbeiten]

Im Ort gibt es einen Kindergarten, eine Grundschule und eine Gemeindebücherei.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Carl Leibl (1784−1870), Musiker und Domkapellmeister in Köln.

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fußgönheim – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Seite 176 (PDF; 2,6 MB)
  3. Gemeindestatistik. In: KommWis. 31. Oktober 2014, abgerufen am 30. November 2014.
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Gräber, Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.
  6. Konrad von Busch und Franz Xaver Glasschröder: Chorregel und jüngeres Seelbuch des alten Speyerer Domkapitels, Speyer, Historischer Verein der Pfalz, 1923, Seite 37