Fuck for Forest

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Aktivistinnen mit Transparent auf dem Karneval der Kulturen in Berlin, Mai 2008
Aktivistin, Tommy Hol Ellingsen und Leona Johansson (rechts)

Fuck for Forest (F-F-F) ist eine Gruppe von Umweltaktivisten, die aus Einnahmen ihrer gleichnamigen Webseite mit pornographischen Amateuraufnahmen nach eigenen Angaben Umweltschutzprojekte finanziert.

Idee[Bearbeiten]

Eine Gruppe um die norwegisch-schwedischen Umweltaktivisten Tommy Hol Ellingsen und Leona Johansson rief die Umweltbewegung im Jahre 2003 ins Leben.

Indem sie im Jahr 2004 in der Öffentlichkeit Geschlechtsverkehr vollzogen, sollte öffentlichkeitswirksam auf die Abholzung des Regenwaldes aufmerksam gemacht werden. Ellingsen und Johansson hatten während eines Open Airs in Kristiansand (Norwegen) im Verlauf eines Auftritts der Gruppe The Cumshots auf der Bühne Geschlechtsverkehr.

Ellingsen, Johansson und die Band wurden 2005 vor Gericht zu einer Strafe von 1233 Euro pro Person verurteilt. Ellingsen zog sich vor den anwesenden Medien erneut aus.[1] Die beiden Gründer zogen daraufhin nach Berlin, wo sie von einer liberaleren Atmosphäre zu profitieren hofften.

2009 musste Ellingsen wegen einer Passbeschaffung wieder nach Norwegen einreisen und die Behörden stellten ihm ein Ultimatum, um die Strafe zu zahlen. Nach eigener Angabe verkauften Ellingsen und Johansson Porno-Fotos an ein bekanntes norwegisches Pornomagazin, um die Strafe zu zahlen.[1]

Im Juni 2011 erschien ein Artikel über Fuck for Forest in der Zeitung Dagbladet, in dem Mitglieder der Gruppe beim simulierten Sex während einer Messe im Osloer Dom auf Fotos zu sehen sind.[2] Die Gruppe stellte ein Video von der Aktion auf ihre Webseite.[3]

In der ersten Episode der ProSieben-Sendung Schulz in the Box besuchte der Musiker Olli Schulz Fuck-for-Forest-Aktivisten 2013 in deren Berliner Wohngemeinschaft und begleitete sie zu einer Aktion, bei der die nackten FFF-Mitglieder kostenloses veganes Essen vor einem Fast-Food-Schnellrestaurant an Passanten verteilen, bis die Polizei die Aktion unterband.[4]

Einnahmen[Bearbeiten]

Mit ca. 15 US-Dollar können Kunden auf der gleichnamigen Website nach deren Selbstanspruch ökologische und pornografische Interessen verbinden. Nach Angaben der TAZ sollen nur 3 € hiervon für Verwaltungsaufgaben genutzt werden, der Rest werde gespendet.[5] Laut den Seitenbetreibern gibt es ungefähr 1.000 Abonnenten, etwa 80 % der Einnahmen kommen dem Kampf gegen die Abholzung zugute. Etwa 100.000 US-Dollar wurden durch diese Aktion erwirtschaftet, die aber durch die Umweltorganisationen Rainforest Foundation Norway und WWF nicht angenommen wurden. Eigenen Angaben zufolge werden mit den Einnahmen ein Regenwald-Projekt in Costa Rica und ein Wiederaufforstungsprojekt in Ecuador finanziert.[6]

Film[Bearbeiten]

Der polnische Regisseur Michał Marczak drehte mit Teilen der Gruppe einen Dokumentarfilm, der 2012 veröffentlicht wurde. Das Drehbuch dafür erstellte er zusammen mit Łukasz Grudziński, die Dreharbeiten fanden über einen Zeitraum von drei Monaten in Berlin sowie im Amazonasbecken statt.[7] Der Film gewann im Herbst 2012 die Auszeichnung als bester Dokumentarfilm auf dem Filmfestival Warschau. Die internationale Premiere erlebte der Film im Januar 2013 auf dem Filmfestival Rotterdam.[8] In Deutschland erhielt der Film gemischte Kritiken.[9][10] Im "Tagesspiegel" erklärte Mitbegründer Tommy Hol Ellingsen, der Film und insbesondere das tragische Ende seien an entscheidenden Stellen nicht authentisch, die Gruppe sei zu der gezeigten Reise überredet worden: „Wir sollten aussehen wie Verlierer.“[11]

Kritik[Bearbeiten]

Die Gruppe berichtet von einigen Hausverboten in verschiedenen Hausprojekten.[1] Auf einem Kongress über Anarchie wurde die Gruppe verwiesen, dieser jedoch anschließend aufgelöst.[12] Beim Slutwalk 2011 in Berlin wurde die Gruppe von Ordnern abgedrängt und es wurde versucht, sie der Demonstration zu verweisen.[13]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c FuckForForest Through The History. Abgerufen am 6. Oktober 2012.
  2. Blir messt trist. In: Dagbladet. 3. Juni 2012, abgerufen am 8. Oktober 2012 (norwegisch).
  3. Video im Osloer Dom. FFF Webseite, abgerufen am 7. Oktober 2012.
  4. TV-Phänomen Olli Schulz: Der Schmerzbold von Anja Rützel auf www.spiegel.de, 26. August 2013
  5. Ficken für Wald in Ecuador. In: TAZ online. 25. Februar 2009, abgerufen am 2. November 2009.
  6. „Freie Liebe für freie Wälder“. In: Netzeitung. 30. Juli 2008, abgerufen am 8. Oktober 2012.
  7. Fuck For Forest The Movie - Official Teaser auf YouTube
  8. Beschreibung des Films auf der Seite des Filmfestival Rotterdam
  9. Beatrice Behn: Vögeln für den Regenwald – Filmkritik auf kino-zeit.de, abgerufen am 29. Januar 2013.
  10. Cristina Nord: Doku „Fuck for Forest“. Der total nackte Idealismus. taz, 7. Juni 2013, abgerufen am 8. Juni 2013.
  11. Sebastian Leber: Sex-Charity in Berlin-Friedrichshain. Pornos für den Regenwald. Der Tagesspiegel, 3. Juni 2013, abgerufen am 13. Juni 2013.
  12. Du bist Berlin: Fuck for Forest - Die Nacktkämpfer tip-berlin.de
  13. Fuck for Forest wird beim Slutwalk Berlin 2011 ausgegrenzt auf YouTube

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fuck for Forest – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien