Fuentidueña

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Gemeinde Fuentidueña
Fuentidueña – Ortsbild
Fuentidueña – Ortsbild
Wappen Karte von Spanien
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Fuentidueña (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: KastilienleonKastilien und León Kastilien und León
Provinz: Segovia
Koordinaten 41° 27′ N, 3° 59′ W41.442222222222-3.98862Koordinaten: 41° 27′ N, 3° 59′ W
Höhe: 862 msnm
Fläche: 50,55 km²
Einwohner: 147 (1. Jan. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 2,91 Einw./km²
Postleitzahl: 40357
Gemeindenummer (INE): 40092 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Webpräsenz der Gemeinde

Fuentidueña ist ein Ort und eine Gemeinde (municipio) mit 147 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) in der zentralspanischen Provinz Segovia in der Autonomen Gemeinschaft Kastilien-León. Aufgrund der Vielzahl historischer Bauwerke wurde der Ort im Jahr 1997 als Kulturgut (Bien de Interés Cultural) in der Kategorie Conjunto histórico-artístico eingestuft.

Lage[Bearbeiten]

Der Ort Fuentidueña liegt in einer Höhe von etwa 860 Metern  ü. d. M. am Río Duratón etwa 33 Kilometer (Fahrtstrecke) nordwestlich der Kleinstadt Sepúlveda. Die Entfernung zur Provinzhauptstadt Segovia beträgt etwa 73 Kilometer in südlicher Richtung.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1960 1970 1981 1990 2000 2010
Einwohner 561 370 231 248 181 123

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte der Ort meist zwischen 450 und 550 Einwohner. Infolge der zunehmenden Mechanisierung der Landwirtschaft und des daraus resultierenden Verlusts an Arbeitsplätzen hat er seitdem deutlich an Einwohnern eingebüßt.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Ort lebt im Wesentlichen von der Landwirtschaft (Ackerbau) und vom Tourismus (Vermietung von Ferienwohnungen).

Geschichte[Bearbeiten]

Burg (castillo)
Iglesia San Miguel von Osten
Iglesia San Miguel von Westen

Der Ort war im Mittelalter nicht unbedeutend – eine in einen Stein gemeißelte Inschrift erinnert an eine Schlacht gegen das Heer Almanzors im Jahr 1002 unmittelbar vor dessen Niederlage bei Calatañazor. Möglicherweise stand bereits zu dieser Zeit eine Burg (castillo), die später unter Alfons VIII. und dessen Nachfolgern erweitert wurde und eine ganze Hügelkuppe einnimmt. Das hohe Mittelalter gilt als die Blütezeit des Ortes – in dieser Zeit entstanden auch mehrere romanische Kirchen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Kennzeichnend für das Ortsbild sind teilweise überbaute Gassen mit auf Stützen (soportales) ruhenden Balkonvorbauten.
  • Die im Ortszentrum stehende alte Pfarrkirche (Iglesia de Santa María) ist ein ursprünglich spätromanischer Bau aus dem 13. Jahrhundert, der allerdings in späterer Zeit verändert wurde und heute wegen seines insgesamt ruinösen Zustands nicht mehr genutzt wird. Zu sehen sind die romanische Apsis, zwei Portale und einige von Regen und Wind ausgewaschene Kapitellreste.
  • Eine mittelalterliche, in späterer Zeit aber immer wieder restaurierte Brücke überspannt den Río Duratón.
  • Sehenswert sind auch die aus großen und kleinen Steinen gemauerten, halb oberirdischen Vorratskeller (bodegas). Deren rückwärtiger Teil ist in das von Feldsteinen durchsetzte Erdreich hineingetrieben, wodurch sommers wie winters eine gleichmäßige Temperatur von etwa 10°C bis 15°C erreicht wird.
  • Oberhalb des Ortes steht die – heute als Pfarrkirche dienende – romanische Kirche San Miguel mit ihrer original erhaltenen und mit figürlichen Kapitellen und Konsolen versehenen Apsis und einer restaurierten, mit Doppel- und Vierfachsäulen ausgestatteten Südvorhalle (portico oder galería porticada).
  • Die gut erhaltene Apsis der dem hl. Martin (San Martín) geweihten Kirche eines in der Nähe befindlichen, aber bereits im 17. oder 18. Jahrhundert aufgegebenen Zisterzienserklosters wurde im Jahr 1957 – trotz ihrer Einstufung als nationales Kulturgut (Bien de Interés Cultural) – in die USA verkauft und ist heute im Museum The Cloisters in New York zu sehen, wo der komplett erneuerte Kirchenraum für Gottesdienste und Konzerte genutzt wird. An Ort und Stelle existieren nur die Ruinen der aus Bruchsteinen (mampostería) gemauerten Außenwände des Kirchenschiffs und Reste eines freigelegten mittelalterlichen Friedhofs (necrópolis).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fuentidueña – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero de 2013. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).