Fulgentius von Ruspe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fulgentius von Ruspe 17Jh.jpg

Fulgentius von Ruspe (lateinisch: Fulgentius Ruspensis; * um 462 oder 467 in Telepte, Nordafrika; † 1. Januar 533 in Ruspe, Nordafrika) war Bischof von Ruspe und einflussreicher Kirchenschriftsteller der Generation nach Augustinus von Hippo.

Fulgentius war zunächst hoher Beamter (Prokurator) von Telepte, bis er sich, angeregt durch die Schriften des Augustinus, zu einem Leben als Mönch entschloss. Gegen seinen Willen wurde er um 507 zum Bischof von Ruspe in Nordafrika gewählt und kurz darauf durch den Vandalenkönig Thrasamund nach Sardinien verbannt. Dort gründete er ein Kloster in Calaris und entfaltete eine rege theologisch-schriftstellerische Tätigkeit. 515 begegnet er bei einer von Thrasamund angestoßenen Disputation in Karthago den Arianern, 523 schließlich konnte er unter Hilderich nach Ruspe zurückkehren.

In seinen Schriften setzte er sich vor allem für die Prädestinations- und Gnadenlehre des Augustinus und für eine liebevolle Offenmütigkeit auch Andersdenkenden gegenüber ein, bekämpfte jedoch entschieden den in Südgallien verbreiteten Semipelagianismus sowie den Arianismus der Vandalen. Aufgrund der Zeitgebundenheit seiner Werke sind sie mit Ausnahme von De fide ad Petrum, das lange Zeit Augustinus zugeschrieben wurde, später kaum rezipiert oder dogmatisch verwendet worden. Sein Schüler, der karthagische Diakon Fulgentius Ferrandus, schrieb eine Lebensbeschreibung des Fulgentius.

Fulgentius wird in der katholischen Kirche als Heiliger verehrt, sein Gedenktag ist der 1. Januar.

Ausgaben[Bearbeiten]

  • Migne Patrologia Latina, Vol. 65

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fulgentius von Ruspe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien