Fulnek

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Fulnek
Wappen von Fulnek
Fulnek (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Moravskoslezský kraj
Bezirk: Nový Jičín
Fläche: 6846 ha
Geographische Lage: 49° 43′ N, 17° 54′ O49.71222222222217.903055555556258Koordinaten: 49° 42′ 44″ N, 17° 54′ 11″ O
Höhe: 258 m n.m.
Einwohner: 5.825 (1. Jan. 2014) [1]
Postleitzahl: 742 45
Verkehr
Bahnanschluss: Suchdol nad Odrou–Fulnek
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 11
Verwaltung
Amtsverweser: Jana Mocová (Stand: 2010)
Adresse: nám. Komenského 12
742 45 Fulnek
Gemeindenummer: 599352
Website: www.fulnek.cz
Komenskýplatz

Fulnek ist eine Stadt mit etwa 6000 Einwohnern in Tschechien. Sie liegt 30 Kilometer südlich von Opava in Mähren an der Grenze zu Schlesien und gehört dem Okres Nový Jičín an. Die Katasterfläche beträgt 6800 ha.

Geographie[Bearbeiten]

Fulnek liegt in 258 m ü. M. im Tal des Husí potok an der Einmündung der Gručovka östlich der Oderberge im Kuhländchen. Nachbarorte sind Vrchy und Lukavec im Norden, Děrné, Kostelec und Kujavy im Osten, Stachovice und Jestřabí im Süden sowie Jerlochovice, Tošovice und Vlkovice im Westen. Südlich der Stadt bei Stachovice entsteht die Trasse der Dálnice 47.

Geschichte[Bearbeiten]

Fulnek ist eine Gründung der Herren von Lichtenburg, denen Ottokar II. Přemysl das zum Herzogtum Troppau gehörige Land verliehen hatte. Die erste schriftliche Nachricht von Fulnek stammt von 1293. Das Zentrum des Ortes bildete ein quadratischer Ring, der mit 95 m Seitenlänge ungewöhnlich groß angelegt wurde. Im Laufe der Jahrhunderte wechselten mehrfach die Besitzer, zu denen die Adelsgeschlechter von Krawarn, Kostka von Postupice, Podiebrad, Žerotín und Skrbenký von Hřistě gehörten.

1481 kam Fulnek zu Mähren. Die Stadt entwickelte sich zu einem Zentrum der Böhmischen Brüder, deren letzter Bischof Johann Amos Comenius von 1618 bis 1621 in der Stadt lebte. 1619 schrieb Comenius in Fulnek seine Kritik der sozialen Ungerechtigkeit Listové do nebe und vollendete hier seine Arbeiten an der Karte von Mähren, die 1627 in Amsterdam erschien.

1632 wurden die Grafen von Würben auf Freudenthal Besitzer der Stadt, die im 18. Jahrhundert eine barocke Umgestaltung erfuhr. In der Stadt bestand seit dem 15. Jahrhundert ein Kloster der Augustiner und 1688 errichtete der Kapuzinerorden ein weiteres Kloster. Im Zuge der josephinischen Reformen wurde 1784 das Augustinerkloster aufgelöst.

1788 erwarb Karl Anton Czeike Freiherr von Badenfeld Fulnek. Die Badenfelder verkauften ihren Besitz 1842 an Christian Friedrich von Stockmar, der ihn 1855 an Prinz Philipp von Flandern weiter veräußerte. 1835 hatte Fulnek (mit Ober- und Untervorstadt) etwa 3500, zu ca. 96 % deutschsprachige Einwohner.[2]

Um 1870 entstand das Projekt einer Eisenbahn von Troppau über Fulnek bis nach Trentschin, das aber nie verwirklicht wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg kam Fulnek zur Tschechoslowakei und wurde zu einer Hochburg der radikalen Deutschen Nationalsozialistischen Arbeiterpartei.

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges zerstörte im Mai 1945 ein Großfeuer weite Teile der historischen Innenstadt. Ab 1948 erfolgte nach Plänen von Zdeněk Sedláček ein teilweiser Wiederaufbau. Die deutschen Bewohner wurden 1946 vertrieben und Tschechen aus der Hanna und Walachei sowie Slowaken angesiedelt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Rathaus mit Turm, erbaut 1610
  • Pestsäule, 1718
  • Kirche der Hl. Dreifaltigkeit, 1750–1760
  • Knurrhaus, 1700
  • Kapuzinerkloster St. Josef, 1668–1683
  • Augustinerkloster
  • Schloss

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zu Fulnek gehören die Ortsteile:

  • Děrné (Tyrn) mit Kostelec (Hochkirchen)
  • Dolejší Kunčice (Kunzendorf)
  • Jerlochovice (Gerlsdorf)
  • Jestřabí (Jastersdorf)
  • Jílovec (Eilowitz )
  • Lukavec (Luck)
  • Pohořílky (Schimmelsdorf)
  • Stachovice (Stachenwald)
  • Vlkovice, bestehend aus Moravské Vlkovice (Mährisch Wolfsdorf) und Slezské Vlkovice (Schlesisch Wolfsdorf)

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2014 (PDF; 504 KiB)
  2. E. Seidl: Das Troppauer Land zwischen den fünf Südgrenzen Schlesiens – Grundzüge der politischen und territorialen Geschichte bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Berlin: Gebr. Mann. ISBN 3-7861-1626-1., S. 120.
  3. Eduard Silesius, geboren als Eduard Czeike, Freiherr von Badenfeld (1800-1860)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fulnek – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien