Fundoplikatio

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Als Fundoplikatio bezeichnet man eine Operation zur Behandlung einer Refluxösophagitis oder einer Hiatushernie.

Technik[Bearbeiten]

Schematische Darstellung vor und nach der Operation

Die Operation kann sowohl offen-chirurgisch als auch laparoskopisch (per Bauchspiegelung) durchgeführt werden. Im Rahmen des Eingriffs werden Anteile des Magenfundus locker um den unteren Schließmuskel der Speiseröhre gewickelt und durch eine Naht fixiert. Ziel ist die zusätzliche Unterstützung des Schließmuskels durch den entstehenden Druck der Manschette bei Füllung des Magens nach der Nahrungsaufnahme. Somit wird der krankheitsauslösende Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre unterbunden.[1]

Indikation[Bearbeiten]

Eine Fundoplikatio ist bei Patienten mit Refluxösophagitis angezeigt, die auf medikamentöse Therapie mit hochdosierten Protonenpumpenhemmern nicht ausreichend ansprechen und bei Hiatushernien.[1]

Heilungsaussicht und Komplikationen[Bearbeiten]

Rund 90 % der behandelten Fälle zeigen eine Ausheilung der Speiseröhrenentzündung. Mögliche Komplikationen sind Passageprobleme, Dumping-Syndrom, Lockerung der Manschette mit Wiederauftreten von Rückfluss. Außerdem kann die Unterbindung des Aufstoßens durch die Manschette zu einem Völlegefühl im linken Oberbauch führen.[1]

Medizingeschichte[Bearbeiten]

Die Fundoplikatio wurde vom deutschen Chirurgen Rudolf Nissen entwickelt und etabliert (publiziert 1956). Fortentwicklung zur partiellen 270 Grad Fundoplicatio (Hemiplicatio, nicht vollständige Manschette um den abdominellen Anteil des Ösophagus) erfolgte durch den Franzosen Andre Toupet (publiziert 1963). Weitere Varianten sind die laparoskopisch ventrale Hemiplicatio mit 150° bis 200° nach Jaques Dor (1962) und Thal (1968) mit 90° (anteriore Hemiplicatio).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Rüdiger Siewert : Chirurgie, 8. Auflage, Heidelberg, 2006 S. 553f
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