Poma 2000

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Poma 2000 unterhalb der Bergstation Hôtel de Ville, 2006
Einer der vier Triebwagen der ehemaligen Straßenbahn auf der Place des Droits de l'Homme

Der Poma 2000 in der nordfranzösischen Stadt Laon ist ein führerloses Standseilbahnsystem auf mit Stickstoff gefüllten Gummireifen. Die offizielle Bezeichnung ist «Poma 2000 de Laon», vor Ort wird er umgangssprachlich nur „le Poma“ genannt. Das System verbindet den in der Ebene gelegenen Bahnhof mit der auf einem Inselberg gelegenen Altstadt, auf knapp 1,5 Kilometer Streckenlänge überwindet es einen Höhenunterschied von 100 Meter. Es gibt drei Haltestellen: die Talstation Gare („Bahnhof“), die Unterwegsstation Vaux und die Bergstation Hôtel de Ville („Rathaus“). Betreiber ist der städtische Verkehrsbetrieb Transports Urbains Laonnois (TUL), der auch den innerstädtischen Busverkehr unterhält.

Geschichte[Bearbeiten]

Das System wurde am 4. Februar 1989 eröffnet. Es entstand als Nachfolger der Straßenbahn Tramway de Laon weitgehend auf deren vormaliger Trasse.

Die Straßenbahn, die zwischen 1899 und 1971 die Altstadt mit dem Bahnhof verbunden hatte, hatte bergwärts im Haftreibungsbetrieb eine maximale Steigung von 13 % zu überwinden. Bei der Talfahrt diente eine zwischen den Schienen befindliche Zahnstange als Betriebsbremse,[1] weshalb der auf der Place des Droits de l'Homme ausgestellte Museumstriebwagen einem Zahnradbahnfahrzeug ähnelt.

Der Poma wurde vom französischen Unternehmen Pomagalski aus Voreppe (bei Grenoble) konstruiert, einem Hersteller von Skiliften und Bergbahnen, der zusammen mit dem Aufzughersteller Otis das Gemeinschaftsunternehmen POMA-OTIS Transportation Systems betreibt.

System- und Streckenbeschreibung[Bearbeiten]

Streckenverlauf und Stationen

Der Poma von Laon weist im Vergleich zu klassischen Standseilbahnen mehrere technische Besonderheiten auf: Anstelle von Stahlrädern laufen die Fahrzeuge auf Gummireifen, die Spurführung erfolgt durch seitliche Begrenzungen der U-förmigen Flachstahl-Fahrspuren. Die Streckenführung hat die Form eines großen Hufeisens und ist dadurch überwiegend kurvig. Die Steigungsverhältnisse sind sehr unausgeglichen, auf dem kürzeren Abschnitt (ca. 1/3 der Strecke) zwischen der Talstation und Vaux ist die Strecke mit nur 2 % Steigung verhältnismäßig flach, auf den restlichen 2/3 zwischen Vaux und der Bergstation beträgt die Steigung bis zu 13 %. Die Strecke besteht außerhalb der Endhaltestellen aus zwei Fahrbahnen, die in Form einer langgezogenen Gleisverschlingung angelegt und an zwei Stellen (im Bereich der Station Vaux und auf halbem Weg zwischen Vaux und der Bergstation) zu Ausweichen auseinandergezogen sind. Dies resultiert aus dem Umstand, dass der Poma oberhalb der Station Vaux die schmale Trasse der früheren Zahnrad-Straßenbahn nutzt. Im unteren Drittel wurde die Strecke aufgeständert neu angelegt.

Es gibt zwei getrennte Antriebsseile für die Streckenabschnitte Talstation-Vaux und Vaux-Bergstation. Dabei handelt es sich um geschlossene Seilringe (Endlosschleifen), die von den Antriebsmotoren, die sich an den Stationen befinden, immer in derselben Richtung bewegt werden. Die Wagen sind nicht fest mit den Antriebsseilen verbunden, sondern können sich (bei Stillstand des Systems) von den Antriebsseilen ab- bzw. ankoppeln und dadurch vom oberen auf den unteren Streckenabschnitt wechseln. Hierdurch können planmäßig drei Wagen auf der Strecke eingesetzt werden, wobei sich jeweils zwei im oberen Abschnitt Vaux - Hôtel de Ville befinden und einer im flacheren und kürzeren Abschnitt Vaux - Gare läuft. Die einzelnen Wagen befahren die Strecke dabei jeweils durchgehend. Sie wechseln an der Station Vaux die Antriebsseile, so dass die Fahrgäste nicht umsteigen müssen.

Fahrzeuge und Betrieb[Bearbeiten]

Der Wagenpark der Bahn umfasst vier Fahrzeuge, wobei üblicherweise wenigstens eines als Ersatzfahrzeug in der Wagenhalle an der Talstation steht. Jedes Fahrzeug hat 12 Sitz- und 28 Stehplätze. Die Fahrzeit zwischen den Endhaltestellen beträgt rund 3½ Minuten. Es wird zwischen 7 und 19 Uhr, je nach Bedarf, ein 2½- bis 6-Minuten-Takt gefahren. Die Regel ist ein 5-Minuten-Takt, bei dem zwei Kabinen, die sich in der Station Vaux begegnen, auf der Strecke sind. Außerhalb dieser Zeiten sowie ganztags an Sonn- und Feiertagen ruht der Betrieb.[2]

Siehe auch: Liste der Standseilbahnen

Weblinks[Bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. StrassenbahnMagazin Heft 11/2014, S. 23
  2. Le POMA (französisch), Webseite der Stadt Laon, abgerufen am 19. Oktober 2014