Funktionale Erziehung

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Alle unabsichtlichen pädagogischen Nebenwirkungen und an sich anders gemeinte Vorgänge werden unter dem Begriff Funktionale Erziehung zusammengefasst.

Hierzu zählt man auch die Begriffe Prägung, Angleichung, Gewöhnung, Umgang und Assimilation.

Wie funktioniert funktionale Erziehung?[Bearbeiten]

Funktionale Erziehung geschieht praktisch in allen Lebenslagen. Für Kinder stellt diese durch Erwachsene meist unbewusst praktizierte Einführung in die Welt bzw. Kultur ein alltagsnahes Lernen dar. Klaus Mollenhauer nennt diese Form der Erziehung "Präsentation".[1] Bis in die Frühe Neuzeit geschah Erziehung wesentlich durch diese unbeabsichtigte Methode, da pädagogische Wirklichkeit kaum reflektiert wurde. So kann das Aufwachsen in einer rauen, kargen Landschaft unter bestimmten Voraussetzungen zu Anspruchslosigkeit führen. Das Leben in einer einsamen Gegend kann Arglosigkeit oder Menschenscheu auslösen. Die Großstadt kann Beweglichkeit oder einen betonten Reizhunger hervorrufen.

Deutlich tritt die funktionale Erziehung am Beispiel der Massenmedien (Film, Fernsehen, Radio, Zeitung) hervor. Ihre Aufgaben sind zunächst zu unterhalten und zu informieren. Dennoch geht von ihnen ein beträchtlich prägender Nebeneffekt aus, der bekanntlich einen großen Einfluss auf die Erziehung hat. Dieser Einfluss wird umso größer, je weniger die erzieherische Absicht erkennbar wird. Das nennt man Manipulation.

Die nachhaltigsten Einwirkungen erfährt der Mensch im Umgang mit anderen Menschen. Selbst die absichtlichen Erziehungsmaßnahmen sind von unabsichtlichen Nebenwirkungen begleitet.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mollenhauer, K.: Vergessene Zusammenhänge. Über Kultur und Erziehung, München 1983

Siehe auch[Bearbeiten]