Funktionsgraph
Als Funktionsgraph, Graph (seltener: Funktionsgraf oder Graf) einer Funktion
bezeichnet man in der Mathematik die Menge aller geordneten Paare
.
Mitunter können diese Paare als Punkte des Anschauungsraums interpretiert werden. Die grafische Darstellung eines Funktionsgraphen ist ein Spezialfall eines Plots; sie stellt ein technisches, nicht aber mathematisches Konzept dar. Solche Plots werden Kurve, Kurvenverlauf oder ebenfalls Funktionsgraph genannt.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Formale Definition
Der Graph einer Funktion
mit der Definitionsmenge
und Zielmenge
ist die Menge
[Bearbeiten] Spezialfälle und Beispiele
Der Graph einer Funktion
mit
ist eine Teilmenge von
und kann somit als Punktmenge bzw. geometrische Figur in der Ebene aufgefasst werden.
Beispielsweise gilt:
- Lineare Funktionen haben als Graph eine Gerade.
- Der Graph einer quadratischen Funktion ist immer eine Parabel.
- Graphen von Polynomen sind spezielle algebraische Varietäten (der Graph einer Funktion
ist gerade die Nullstellenmenge der Funktion
,
, was wiederum ein Polynom ist, wenn
ein Polynom ist).
Die Graphen von Funktionen
oder
sind Teilmengen von
und können als räumliche Figuren ebenfalls noch bildlich dargestellt werden.
Bei hinreichend glatten Funktionen
ist der Graph eine Fläche im dreidimensionalen Raum. Beispielsweise ergibt der Graph der Funktion
ein elliptisches Paraboloid.
[Bearbeiten] Verwendung in der Mathematik
In mengentheoretischen Definitionen von Funktionen werden diese oftmals gerade als Menge der Stelle-Wert-Paare definiert, das heißt der Graph wäre nichts anderes als die Funktion selbst. Bei mathematischen Betrachtungen, die nicht direkt im Kontext der mengentheoretischen Fundierung der mathematischen Begriffe stehen, setzt man jedoch in der Regel keine Mengenstruktur einer Funktion voraus, sondern fordert lediglich die Definiertheit des Bildes zu einer gegebenen Stelle. Mengenoperationen werden dann nicht auf Funktionen ausgeführt (etwa würde
dann meist nicht als sinnvoller Ausdruck angesehen), in einigen Fällen ist es jedoch gerade praktisch eine Funktion als Menge zu betrachten mit den auf Mengen definierten Operationen und Eigenschaften; diese Betrachtung geschieht über den Graphen der Funktion. Neben der Möglichkeit, eine Funktion dadurch als geometrische Figur zu betrachten, sei hier ein weiteres Beispiel genannt: In jedem polnischen Raum ist eine Funktion genau dann Borel-messbaren Funktion, wenn der Graph eine Borel-Menge ist.[1]
[Bearbeiten] Plots
Plots sind im Unterschied zu Funktionsgraphen im oben definierten Sinne keine mathematischen Objekte, sondern die konkreten Visualisierungen von Funktionen. Diese können im Falle reeller Funktionen nie den gesamten Informationsgehalt tragen, sind also auch nicht als formale Hilfsmittel in einem Beweis zu gebrauchen. Sie dienen im Rahmen der Mathematik lediglich der Veranschauung und lassen Mutmaßungen über die Eigenschaften einer Funktion zu.
[Bearbeiten] Graphen unstetiger Funktionen, Definitionslücken
In der Darstellung der Graphen von unstetigen Funktionen oder von Funktionen mit Definitionslücken wird häufig durch
angedeutet, dass ein Punkt zum Graphen gehört, und durch
, dass ein Punkt nicht Teil des Graphen ist. Ein Beispiel ist die Illustration der Signumfunktion.
[Bearbeiten] Beispiele
Zwei Beispiele für Funktionsgraphen:
| Funktion | Graph | Anmerkung |
|---|---|---|
![]() |
Da der Definitionsbereich die Menge ist, besteht der Graph nur aus den drei Punkten , und . |
|
![]() |
Für ist diese Funktion nicht definiert. Deshalb gibt es auch keinen Punkt des Funktionsgraphen mit der x-Koordinate 0. |
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ J. J. Buckley, Graphs of Measurable Functions (PDF; 304 kB), Proceedings of the American Mathematical Society, Volume 44, Number 1, Mai 1974

ist gerade die
,
, was wiederum ein Polynom ist, wenn 
ist, besteht der Graph nur aus den drei Punkten
,
und
.
ist diese Funktion nicht definiert. Deshalb gibt es auch keinen Punkt des Funktionsgraphen mit der x-Koordinate 0.