Fur (Insel)

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Fur
Gewässer Limfjord
Geographische Lage 56° 49′ 54″ N, 9° 1′ 27″ O56.8316666666679.024166666666776Koordinaten: 56° 49′ 54″ N, 9° 1′ 27″ O
Fur (Nordjylland)
Fur
Fläche 22,29 km²
Höchste Erhebung 76 m
Einwohner 809 (1. Januar 2014[1])
36 Einw./km²
Moler-Formation in einem Steilküstenabschnitt auf Fur
Moler-Formation in einem Steilküstenabschnitt auf Fur

Fur (altertümlich: Fuur) ist eine 22,29 Quadratkilometer große[2] Insel mit 809 Einwohnern (1. Januar 2014)[1] im Limfjord im Norden von Jütland (Dänemark). Vom Festland aus (Ost-Salling) erreicht man Fur in drei Minuten mit einer Fähre über den 400 m breiten Fursund. Fur bildet eine eigene Kirchspielsgemeinde Fur Sogn, die ursprünglich zur Harde Harre Herred im Viborg Amt gehörte. Ab 1970 gehörte sie zur Sundsøre Kommune im damaligen Viborg Amt und seit der Kommunalreform zum 1. Januar 2007 gehört sie zur Skive Kommune in der Region Midtjylland. Fur gehört zum Verband dänischer Kleininseln.

Fur ist heute eine typische Ferienhaus-Insel und beherbergt über 1.000 Sommergäste. Ansonsten gibt es Landwirtschaft mit schwarzen sandigen Äckern, Muschelfischerei und Molerindustrie. Moler ist ein tonartiges, sehr leichtes Mineral, das u. a. im Feuerfestbau von Industrieofenanlagen Bedeutung hat.

Im Süden ist Fur flach und steigt sanft gegen Norden zur Steilküste an. Dort sieht man den erst vor weniger als hundert Jahren angepflanzten Bäumen die bevorzugte Windrichtung an. Zuvor dominierte hier die Heide.

Die Insel ist unter geologischen Gesichtspunkten von herausragendem Interesse. In der ganz überwiegend aus Moler aufgebauten Steilküste im Norden der Insel ist nahezu die gesamte Schichtfolge des Moler mit seinen zahlreichen Aschelagen (Fur-Formation aus dem Unteren Eozän) aufgeschlossen. Diese Fundstelle ist auch Typuslokalität der eozänen Meeresschildkröte Tasbacka danica (Karl & Madsen 2012). Im Moler, der im Limfjordgebiet auch noch an anderen Orten auftritt, wurden zum Teil spektakuläre Fossilienfunde gemacht, von denen einige im Fur-Museum (Nederby) ausgestellt sind. Ein Kuriosum ist in dem Abschnitt der Steilküste anzutreffen, der als Stolleklint bezeichnet wird. Der Name geht darauf zurück, dass Anfang des 19. Jahrhunderts vermutet wurde, die dunklen Aschelagen im Moler bestünden aus kohlehaltigem Sand. In der Hoffnung, Kohle fördern zu können, ließ man von schwedischen Kriegsgefangenen einen rund 50 Meter tiefen Stollen in den Fels treiben und am Ende dieses Stollens einen ebenso tiefen Schacht. Erst viel später, um 1900, gelang es belgischen Geologen, die tatsächliche Zusammensetzung der aus Quarzsand und vulkanischem Aschestaub bestehenden dunklen Aschelagen aufzuklären. Der Stollen ist eingestürzt, sein Eingang im Kliff ist aber noch zu sehen.

Sehenswert ist auch der Abschnitt ungefähr in der Mitte der Nordküste zwischen Stolleklint und Østklint, an dem der so genannte Rødsten (Rotstein) vorkommt. Es handelt sich dabei um Schmelzwassersand und -kies, der durch Eisenverbindungen, die aus Schwefelkies stammen, der aus dem Moler ausgewaschen wurde, zusammengekittet ist. Diese Eisenverbindungen geben dem Rødsten seine auffällig rote Farbe. Die Apsis und ein Teil des Kirchenschiffes der Fur-Kirche in Nederby sind aus Rotstein erbaut.

Der höchste Punkt der Insel ist heute der Lille Jenshøj mit 76 m, nachdem der ursprünglich höchste Bette Jenses Hyw 1962 abgetragen wurde.

Die Insel hat etwas steinige Strände, aber man kann im Limfjord baden.

Auf Fur befinden sich die winzigen Orte Stenøre, Nederby, Madsbad, Hvirp und Debel. Viele Bauern leben hier auf Aussiedlerhöfen.

Die Stendalhøje (5) und die Smediehøje (4) sind Grabhügel auf der Insel.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistikbanken -> Befolkning og valg -> BEF4: Folketal pr. 1. januar fordelt på øer (dänisch)
  2. Danmarks Statistik: Statistical Yearbook 2009 - Geography and climate, Table 3 Area and population. Regions and inhabited islands (englisch; PDF; 39 kB)

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl, H.-V. & Madsen, H. (2012): Tasbacka danica n. sp., A new Eocene marine turtle of Denmark (Testudines: Chelonioidea).- Studia Palaeocheloniologica 4: 193-204.
  • Steen Andersen & Steen Sjørring (Red.): Det nordlige Jylland (erschienen als dritter von fünf Bänden in der Reihe Geologisk set) - 208 S., zahlr. Abb. und Karten, Geografforlaget, Brenderup (DK) 1997 (2. Auflage der 1. Ausgabe).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien