Furaidis

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Furaidis von Süden gesehen
Road 4 am südlichen Ortseingang

Furaidis (arabisch ‏فريديس‎, DMG Furaidīs; hebräisch ‏פוריידיס‎; sinngemäß Kleiner Garten Eden oder Paradies) ist eine Stadt an der Westflanke des Karmels im Bezirk Haifa in Israel.

Allgemeines[Bearbeiten]

Die heutige, rein arabisch bewohnte Stadt wurde 1880 gegründet, überstand den israelischen Unabhängigkeitskrieg weitgehend unbeschadet und hat seit 1952 den Status eines Lokalverbands. 2005 zählte die Stadt rund 10.000 Einwohner auf einer Fläche von knapp 2,7 km².

Geschichte[Bearbeiten]

Bei Grabungen in einer Höhle direkt oberhalb von Furaidis wurden durch Stratengrabung Funde aus der Kupfersteinzeit bis mittleren Bronzezeit gemacht, darunter Koch- und Feuerstellen, Gefäßscherben von Nutz- und Vorratsbehältern sowie Begräbnisstätten.[1]

Die Einwohnerzahl von Furaidis stieg von 1400 im Jahr 1955 über 2000 (1961), 3400 (1972), 5200 (1983), 7700 (1995) und 10000 (2005) auf die heutige Zahl von 10700 Bürger. Damit zeigt die Stadt eine gleichmäßige Entwicklung bis 2005, seitdem reduziert sich der Zuwachs etwas.

Bereits während der britischen Mandatszeit bestand ein gutes Verhältnis zwischen Furaidis und den benachbarten jüdischen Siedlungen wie Zichron Ja'akow, die freundliche Einstellung hatte entscheidenden Einfluss auf das Geschick des arabischen Ortes während des Unabhängigkeitskrieges und darüber hinaus. Das zeigt sich auch daran, dass die arabische Stadt bereits 3 Jahre nach Kriegsende in den Status des Lokalverbands erhoben wurde.

Auch in späteren Zeiten machte Furaidis mit versöhnenden und verbindenden Aktionen auf sich aufmerksam. Die Bürgerin Ibtisam Mahammed machte sich als Friedensaktivistin weit über die Grenzen Israels bekannt. Für ihre jahrelange Organisation von Frauengesprächskreisen zwischen Jüdinnen und Araberinnen erhielt Mahammed den Unsung Heroes of Compassion Prize.[2]

Schulbildung[Bearbeiten]

Mit einer Hochschulabschlussquote von 75,85 % in 2008 befindet sich Furaidis weit über dem Landesdurchschnitt (44,4 %) und auf dritter Position in Israel, nach Kochav Ja'ir und Schoham. Unter der Leitung von Hochschulrektor Husni Abu Dahasch konnte die Quote innerhalb weniger Jahre um 40 % gesteigert werden. Abu Dahasch setzte damit einen Gegenpol zum ansonsten gewohnten Umstand, dass viele arabische Städte wie beispielsweise das benachbarte Dschisr az-Zarqa auf den letzten Plätzen der Quotentabellen zu finden sind.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Journal 119 von Israel Antiquities Authorities
  2. Israel's unsung female heroes von Haarez vom 9. Juni 2009 (engl., abgerufen 7. Januar 2010)
  3. Haarez-Meldung vom 12. August 2009 (engl., abgerufen 7. Januar 2010)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fureidis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

32.59780634.95163Koordinaten: 32° 35′ 52″ N, 34° 57′ 6″ O