Fusō (1915)
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Zeichnung der Fusō im letzten Bauzustand |
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Die Fusō (jap. 扶桑) war ein Schlachtschiff der kaiserlich-japanischen Marine.
Sie und ihr Schwesterschiff Yamashiro galten als Japans erste „Super-Dreadnoughts“, da sie wie ihre Vorgänger der Kongō-Klasse mit 35,6-cm-Geschützen ausgerüstet worden waren, deren Anzahl aber von acht auf zwölf gesteigert worden war.
Fusō ist die japanische Aussprache einer alten chinesischen Bezeichnung für Japan.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Während die Geldmittel für die Fusō 1911 bewilligt wurden, konnte die Erlaubnis für den Bau der Yamashiro erst 1913 erteilt werden.
Die Fusō wurde bereits am 11. März 1912 auf Kiel gelegt. Der Stapellauf war am 28. März 1914, und die Kaiserlich Japanische Marine konnte das Schlachtschiff am 18. November 1915 in Dienst stellen. Die beiden Schiffe der Fusō-Klasse trugen jeweils sechs schwere 35,6-cm-Zwillingstürme, jeweils zwei Türme vorne und achtern überhöht und zwei Türme im Mittelschiff. Die Originalmaschinen waren vier Brown-Curtiss-Turbinen, die aus 24 Mijabara-Kesseln 40.000 PS auf die vier Schrauben brachten. Das reichte für eine Geschwindigkeit von 23 Knoten.
[Bearbeiten] Modernisierung
Da auf den internationalen Flottenkonferenzen von Washington (1922) und London (1930) ein Moratorium für den Neubau von Großkampfschiffen bis 1936 vereinbart worden war, wurden sämtliche Großkampfschiffe der japanischen Marine umgebaut und modernisiert. Die Schiffe der Fusō-Klasse wurden dabei über das Heck um 7,60 m verlängert. Durch den Anbau von Torpedowulsten wuchs die Breite des Schlachtschiffs um vier Meter an. Die horizontale Panzerung wurde von 32 bis 51 mm auf 51 bis 98 mm verstärkt. Die Höhenrichtwinkel der schweren Artillerie wurden von 30° auf 43° und die der Mittelartillerie von 15° auf 30° gesteigert. Die seitlichen Unterwasser-Torpedorohre wurden wegen des Wulstanbaus entfernt.
Die 24 alten kohlebeheizten Mijabara-Kessel wurden durch sechs neue Kanpon-Kessel und die vier Brown-Curtiss-Turbinen durch vier Kanpon-Turbinen ersetzt. Durch die neue platzsparendere Antriebsanlage konnte die Antriebsleistung auf 76.889 PS gesteigert werden. Damit erreichte die Fusō dann eine Geschwindigkeit von 25 Knoten.
Dieser Totalumbau veränderte das Aussehen der Fusō-Klasse erheblich. Der vordere Schornstein fiel weg und sie erhielten einen neuen pagodenförmigen Turmmast. Auf der Yamashiro nahm dieser Turmmast durch einen Anbau mehr Platz in Anspruch als auf der Fusō. Dadurch zeigte der Turm „C“ der Yamashiro in Zurrstellung achteraus, bei der Fusō jedoch immer noch in Fahrtrichtung. Das Katapult für die Aufklärungsflugzeuge war bei der Yamashiro auf der Steuerbordschanz angeordnet, während es sich bei der Fusō zunächst auf Turm C befand und erst 1941 ebenfalls aufs Achterschiff verlegt wurde. Der Gürtelpanzer, der an den Schiffsseiten den Schutz vor Flachbahnfeuer und Torpedoangriffen verstärken sollte, war bei der Yamashiro gegenüber ihrem Schwesterschiff Fusō verlängert worden und schützte jetzt auch den Rudermaschinenraum.
[Bearbeiten] Pazifikkrieg
Beide Schiffe nahmen am Zweiten Weltkrieg teil. Während der Midway-Operationen waren Fusō und Yamashiro als Fernsicherung der Aleuten-Landungen eingesetzt. In den ersten Kriegsjahren beschränkten sich die Aufgaben der Fusō, die als zu langsam für den Einsatz mit schnellen Flugzeugträgern galt, auf die Ausbildung von Rekruten und die Durchführung und Sicherung von Truppentransporten. Erst als die Front 1943/44 näher rückte und die Masse der japanischen Flugzeugträgerflotte bei Midway und den Marianen vernichtet worden war, wurden die Yamashiro und Fusō, entsprechend den japanischen Möglichkeiten, aufgerüstet. Die Fusō erhielt ein Luft-, ein Oberflächensuchradar sowie ein einfaches Feuerleitradar. Dazu wurde eine frühe Form eines auf Infrarotlicht basierenden Freund-/Feinderkennungssystems installiert. Die Flugabwehrbewaffnung wurde drastisch verstärkt, gerade im Bereich der leichtesten Waffen.
[Bearbeiten] Versenkung
Fusō und Yamashiro waren der Kern von Admiral Nishimuras Verband, der am frühen Morgen des 25. Oktobers 1944 in der Straße von Surigao auf einen Sicherungsverband aus US-Schlachtschiffen, Kreuzern, Zerstörern und Schnellbooten traf. Bereits während des Anmarsches wurde der Flottenverband jedoch entdeckt und von amerikanischen Trägerflugzeugen noch in der Sulusee angegriffen. Die Fusō erhielt einen Bombentreffer auf dem Achterschiff, der ein Feuer auslöste, was wiederum die Aufklärungsflugzeuge des Schiffes zerstörte.
In der Nacht gelang es zunächst, mehrere Angriffe von amerikanischen Schnellbooten und Zerstörern abzuweisen. Die Yamashiro versenkte dabei das US-Schnellboot PT-493, wurde aber von zwei Torpedos von US-Zerstörern getroffen. Die Fusō erhielt zwei Torpedotreffer des Zerstörers USS Melvin an Steuerbord, einen auf Höhe von Turm „A“ und einen auf Höhe des vorderen Kesselraums, und musste brennend aus der Schlachtformation ausscheren. Ihr Bug schnitt unter, und etwa eine halbe Stunde später kenterte die Fusō nach Steuerbord und ging schließlich über den Bug unter.
Obwohl der Befehl, das Schiff zu verlassen, noch gegeben worden war, breitete sich schnell brennendes Öl um das sinkende Wrack aus und tötete im Wasser schwimmende Überlebende. Die Matrosen, die sich noch vom Schiff hatten entfernen können, weigerten sich entweder, von den Amerikanern gerettet zu werden, oder fielen später Eingeborenen auf den umliegenden Inseln zum Opfer, so dass die Besatzung der Fusō, mit wenigen Ausnahmen, bei der Schlacht und in den folgenden Tagen ums Leben kam.[1]
[Bearbeiten] Belege und Verweise
[Bearbeiten] Weblinks
- Leistungsanalyse der beteiligten US-Schlachtschiffe nach der Schlacht in der Surigaostraße
- Aufarbeitung des Schlachtablaufes in der Surigaostraße aus japanischer Sicht von Anthony Tully
[Bearbeiten] Literatur
- Janusz Skulski: The Battleship Fuso. Conway Maritime Press, 1998, ISBN 1-55750-046-0, (englisch).
- Pacific War Series No. 30 – Fuso class. Gakken, ISBN 4-05-602444-8, (japanisch).
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Anthony P. Tully: Battle of Surigao Strait. Indiana University Press, 2009, ISBN 0253352428.