Futsal

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Länderspiel zwischen Argentinien und Brasilien bei den Pan-Amerikanischen Spielen 2007

Futsal ist eine in Sporthallen stattfindende Variante des Fußballs. Ihr Name leitet sich vom portugiesischen Ausdruck futebol de salão oder dem spanischen fútbol sala (Hallenfußball) ab.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Regeln

Futsal unterscheidet sich vom in Deutschland unter dem Namen Hallenfußball bekannten Sport vor allem durch die fehlenden Bandenbegrenzungen. Futsal ist die offizielle Form des Fußballs in der Halle nach den Statuten der FIFA. Es wird generell mit 5 Spielern auf Handballtore mit einem sprungreduzierten Ball gespielt, der einen Umfang von mindestens 62 cm bis höchstens 64 cm hat. Der Ball hat relativ wenig Druck (0,4 bis 0,6 bar Überdruck gegenüber 1 bar Überdruck beim Standard-Fußball der Größe 5).

Gewechselt werden darf unbegrenzt und fliegend, der Einwurf ist durch den Einkick ersetzt, die Spielzeit beträgt zweimal 20 Minuten. In jeder Halbzeit hat jede Mannschaft eine Auszeit zur Verfügung, der Strafstoß wird aus sechs Metern ausgeführt. Fouls werden restriktiv geahndet. Das Grätschen am Mann wird grundsätzlich als Foul gewertet. Dabei ist Futsal keineswegs körperlos, wie es oft fälschlicherweise beschrieben wird. Der Körperkontakt in den Zweikämpfen ist dem Fußball sehr ähnlich. Durch die Sanktionierung eines direkten Freistoßes (=kumuliertes Foul), halten sich die Spieler automatisch zurück. Die Mannschaftsfouls werden (ähnlich wie beim Basketball) gezählt, wobei es ab dem fünften Mannschaftsfoul (je Halbzeit) für jedes weitere Foul einen direkten Freistoß ohne Mauer gibt, der auf den Zehn-Meter-Punkt verlegt werden darf. Nach einer roten Karte darf der betreffende Spieler nach Ablauf von zwei Minuten durch einen anderen ersetzt werden. Zudem gilt beim Futsal eine verschärfte Rückpass-Regel: Der Torwart darf den Ball nur einmal berühren und dabei nur höchstens vier Sekunden kontrollieren (dazu gehört auch der Abwurf), danach darf er den Ball erst wieder berühren, wenn zwischenzeitlich ein Gegner Ballkontakt hatte oder der Torwart sich in der gegnerischen Hälfte befindet. Der Torwart kann ähnlich wie beim Handball durch einen weiteren Feldspieler ersetzt werden. Die Rückpass-Regel ist dabei aber weiterhin zu beachten. Jede Mannschaft kann einmal pro Halbzeit eine Auszeit von einer Minute erhalten, sofern sie bei der folgenden Spielfortsetzung im Ballbesitz ist.

Weiter unterscheidet sich Futsal vom klassischen deutschen Hallenfußball in der Vier-Sekunden-Regel. Für ruhende Bälle (sowie Kontrolle des Balles durch den Torwart mittels Hand oder Fuß in der eigenen Spielfeldhälfte) stehen jeweils nur vier Sekunden zur Ausführung zur Verfügung. Wird die zulässige Zeit überschritten, wechselt der Ballbesitz zur gegnerischen Mannschaft. Die Zeit wird vom Schiedsrichter angezeigt, der den Ablauf der vier Sekunden, mit nach oben gestrecktem Arm, deutlich mit den Fingern mitzählt. [1]

[Bearbeiten] Geschichte

Der Ursprung des Futsals liegt in Südamerika. 1930 war es der Sportlehrer Juan Carlos Ceriani, der sich das Ziel setzte, eine altersgerechte Spielform des Fußballs für Kinder zu entwickeln. Kinder unterschiedlichen Alters und unabhängig von ihren individuellen technischen Fähigkeiten sollten zusammen spielen und Spaß haben können. Bereits 1942 hat der südamerikanische Sportlehrerbund den Futsal für den Schulsport empfohlen.

1952 wurde in São Paulo die erste offizielle Institution, die Liga „Futebol de Salão“ gegründet. Im Jahr 1989 wurde Futsal von der FIFA als zusätzlicher Wettbewerb und als offizielle internationale Hallenfußballvariante aufgenommen. Im Oktober 2008 wurde die sechste Futsal-Weltmeisterschaft in Brasilien ausgetragen.

Verbreitet ist Futsal vor allem in Südamerika, Südeuropa und Osteuropa. So gibt es in Spanien eine eigene Profiliga mit 16 Mannschaften, die División de Honor. Im europäischen Vereins-Futsal wird seit der Saison 2001/02 von der UEFA ein Landesmeisterpokal, der UEFA-Futsal-Pokal ausgetragen. Dieser wurde bisher viermal von spanischen Teams, einmal von einer belgischen Mannschaft und zweimal von einer russischen Mannschaft gewonnen.

[Bearbeiten] Futsal in Deutschland

2006: Energy Hunsrück (orange-grau) – Eintracht Frankfurt (schwarz-rot)

In den deutschsprachigen Ländern ist die Sportart weitgehend unbekannt, lange Zeit wurde sie nur von privater Seite betrieben. Ein erstes wichtiges Futsal-Event in Deutschland war der Futcon-Springtime-Cup, der dreimal von 2003 bis 2005 ausgetragen wurde. Einmal konnte der UFC Münster gewinnen, zweimal schaffte das der 1. MSC Strandkaiser.de Krefeld.

[Bearbeiten] (Inoffizielle) Deutsche Meisterschaften

Im April 2006 fand zum ersten Mal der DFB-Futsal-Cup statt. Erster Sieger des DFB-Futsal-Cups wurde der UFC Münster, der die SVG Göttingen 07 mit 3:1 nach Sechsmeterschießen besiegte. Für das Turnier gibt es keinen einheitlichen Qualifikationsmodus. In Nordrhein-Westfalen, Hessen, Baden, Brandenburg, Berlin und Hamburg werden in Ligamodi die jeweiligen Verbandsmeister ermittelt, die schließlich für den DFB-Futsal-Cup qualifiziert sind. Eine offizielle deutsche Meisterschaft stellt der DFB-Futsal-Cup allerdings nicht dar, auch wenn er von vielen so bezeichnet wird.

Austragungsorte und Ergebnisse des DFB-Futsal-Cup

[Bearbeiten] DFB All-Stars

Eine offizielle Nationalmannschaft ist in Deutschland momentan noch nicht installiert. Die Planungen des DFB sehen vor, dass bis spätestens 2013 eine Deutsche Nationalmannschaft ins Leben gerufen werden soll. Im Rahmen des DFB Futsal Cups 2010 spielte eine Deutsche Auswahlmannschaft unter dem Namen DFB All-Stars gegen die Futsal-Nationalmannschaft Polens.[3]

[Bearbeiten] Futsal in Österreich

In Österreich genießt Futsal noch keinen besonderen Bekanntheitsgrad. In den vergangenen Jahren wurde der österreichische Meister zunächst anhand einzelner Turniere ausgespielt. Später gab es regionale Ausscheidungen, ebenfalls mit einem Abschlussturnier. Seit der Saison 2006/2007 gibt es eine österreichische Futsal-Bundesliga, die Murexin Bundesliga. Der österreichische Meister ist berechtigt, an der Qualifikation zum UEFA Futsal Cup teilzunehmen. Der österreichische Cupsieger (tipp3-Futsal Cup) spielt beim UEFA Recopa Cup. Der amtierende Meister ist Stella Rossa tipp3.

Österreichische Futsalvereine in der Futsal-Bundesliga 2008/09:

[Bearbeiten] Österreichische Meisterschaften

Die bisherigen österreichischen Meister:

  • 2002/03: Olida Ceramic Vienna
  • 2003/04: FC Best Putz Linz
  • 2004/05: AKA St. Pölten U19
  • 2005/06: USC Eugendorf

Ab 2006/07 finden offizielle Meisterschaften statt:

  • 2006/07: Stella Rossa tipp3
  • 2007/08: 1. FSC Xion Graz
  • 2008/09: Murexin All Stars Wiener Neustadt
  • 2009/10: Stella Rossa tipp3

Ab 2010/11 wird die Meisterschaft unter der Schirmherrschaft des ÖFB ausgetragen:

  • 2010/11: Stella Rossa tipp3

[Bearbeiten] Österreichischer Futsalcup

Die bisherigen österreichischen Cupsieger:

  • 2007: Murexin All Stars
  • 2008: Stella Rossa tipp3
  • 2009: Stella Rossa tipp3
  • 2010: Stella Rossa tipp3

[Bearbeiten] Österreichischer Ligapokal

Die bisherigen Ligapokalsieger:

  • 2008: Stella Rossa tipp3
  • 2009: Stella Rossa tipp3
  • 2010: Stella Rossa tipp3

[Bearbeiten] Österreichischer Futsal Super Cup

Die bisherigen Sieger des Futsal Super Cup:

  • 2007: Murexin All Stars
  • 2008: FC Xion Graz
  • 2009: Murexin All Stars
  • 2010: Stella Rossa tipp3

[Bearbeiten] Futsal in der Schweiz

Hauptartikel: Futsal in der Schweiz

In der Schweiz wurde in der Saison 2006/07 erstmals eine offizielle Meisterschaft durchgeführt. Auch wenn Futsal eher eine Randsportart darstellt, erfreut sie sich, steigender Beliebtheit.

[Bearbeiten] Schweizer Meisterschaften

Die bisherigen Schweizer Meister:

[Bearbeiten] Weltmeisterschaften

Die Futsal-Weltmeisterschaften werden seit 1989, von der FIFA organisiert, ausgetragen.

Die bisherigen Weltmeister:

Jahr Weltmeister
1989
Niederlande
Flag of Brazil.svg
Brasilien
1992
Hongkong
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Brasilien
1996
Spanien
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Brasilien
2000
Guatemala
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Spanien
2004
Taiwan
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Spanien
2008
Brasilien
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Brasilien
2012
Thailand

[Bearbeiten] Europameisterschaften

Die Futsal-Europameisterschaften werden seit 1999, von der UEFA organisiert, ausgetragen.

Die bisherigen Europameister:

Jahr Europameister
1996
Spanien
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Spanien
1999
Spanien
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Russland
2001
Russland
Flag of Spain.svg
Spanien
2003
Italien
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Italien
2005
Tschechien
Flag of Spain.svg
Spanien
2007
Portugal
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Spanien
2010
Ungarn
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Spanien
2012
Kroatien

[Bearbeiten] UEFA-Futsal-Pokal

Der Universitäts-Futsal-Club Münster qualifizierte sich als erste deutsche Vereinsmannschaft für den UEFA-Futsal-Pokal (Saison 2006/07). In der Vorrunde erreichte der deutsche Vertreter ein Remis gegen den österreichischen Vertreter (USC Eugendorf), ein weiteres Unentschieden und eine Niederlage. In der Abschlusstabelle belegten die Münsteraner den dritten Platz, verpassten aber die nächste Runde. USC Eugendorf (A) belegte mit einem Punkt den letzten Platz in der Gruppe.

In der Saison 2007/08 wurde Deutschland durch FV Eppelborn in der Gruppe C, die Schweiz durch Uni Futsal Team Bulle in der Gruppe A und Österreich durch Stella Rossa tipp3 in der Gruppe D vertreten. Stella Rossa war zugleich Gastgeber in der Gruppe D. Stella Rossa verpasste mit zwei Siegen und einer Niederlage knapp den Aufstieg in die Hauptrunde. FV Eppelborn konnte in der Gruppe A keinen Punkt erzielen, Uni Futsal Club Bulle konnte sich hingegen mit einem Sieg in der Abschlussbegegnung aus dem Bewerb verabschieden.

Jahr Gewinner
2001/02 SpanienSpanien
Playas de Castellón
2002/03 SpanienSpanien
Playas de Castellón
2003/04 SpanienSpanien
Boomerang Interviú
2004/05 BelgienBelgien
Action 21 Charleroi
2005/06 SpanienSpanien
Boomerang Interviú
2006/07 RusslandRussland
Dynamo Moskau
2007/08 RusslandRussland
MFK Viz-Sinara
2008/09 SpanienSpanien
Inter Movistar
2009/10 PortugalPortugal
Benfica Lissabon

[Bearbeiten] Asiatische Meisterschaften

Ab 2010 nehmen die Vereinsmannschaften der Asian Football Confederation an der AFC Futsal Club Championship teil.

[Bearbeiten] Futsal-Weltpokal

Der Futsal-Weltpokal ist ein seit 2004 von der FIFA organisiertes Futsalturnier für Vereinsmannschaften, an dem der Sieger des UEFA-Futsal-Pokals, der des von der CONMEBOL organisierten Torneo Sudamericano de Clubes de Futsal, die Meister aus Japan und den Vereinigten Staaten, der Titelverteidiger, sowie bis zu drei eingeladene Mannschaften teilnehmen.

Bisherige Weltpokalsieger:

Jahr Gewinner
2004 Flag of Brazil.svg
Carlos Barbosa
2005 Flag of Spain.svg
Boomerang Interviú
2006 Flag of Spain.svg
Boomerang Interviú
2007 Flag of Spain.svg
Boomerang Interviú
2008 Flag of Spain.svg
Interviú Fadesa

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Futsal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. s. Futsal Regeln des DFB: http://www.dfb.de/uploads/media/spielregelnfutsal_2010_11_d_01.pdf
  2. DFB-Futsal-Cup 2010 - Croatia Berlin triumphiert in Cottbus
  3. DFB-All-Stars gegen die polnische Futsal-Nationalmannschaft
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