Future Launchers Preparatory Programme

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Future Launchers Preparatory Programme (FLPP) (dt. etwa „Programm zur Vorbereitung zukünftiger Trägerraketen“) ist ein Programm der europäischen Weltraumorganisation ESA zur Weiterentwicklung vorhandener Technologie, die im Nachfolger der Ariane 5 zum Einsatz kommen soll. Außerdem sollen durch das FLPP die Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit von Trägerraketen verbessert werden. Dies schließt auch 2012 bereits im Einsatz befindliche Raketen ein.

Programmphasen[Bearbeiten]

Das FLPP besteht aus drei Phasen [1]:

  • Phase 1 (2004 – 2006): Innerhalb dieser Phase soll ermittelt werden, welche Technologien für zukünftige Trägerraketen gebraucht werden und wie die Kosten für einen Raketenstart gesenkt werden können.
  • Phase 2
    • Schritt 1 (2006 – 2009): Verschiedene Raketenstufenkonzepte sollen entwickelt, die Forschungsprogramme definiert und das Design des Raumfahrzeugs Intermediate Experimental Vehicle (IXV) für den Wiedereintritt fertiggestellt werden.
    • Schritt 2 (2009 – 2013): Die Konzepte der Raketenstufen sollen abgeschlossen, das IXV gebaut und einem Testflug unterzogen werden.
  • Phase 3 (2013 – 2015): Die Forschungsprogramme werden abgeschlossen und es soll ein Grobentwurf für den Nachfolger der Ariane 5 (engl. Next Generation Launcher, kurz NGL) erstellt werden.

Programmaufbau[Bearbeiten]

Das Programm baut auf drei Themen auf [2]:

  • Studien zu verschiedenen Konzepten von Trägersystemen
  • Auswahl und Weiterentwicklung von bestimmten Technologien
  • Konzeption, Entwicklung und Testen von Prototypen, in denen die Technologien zum Einsatz kommen sollen.

Trägersysteme[Bearbeiten]

Ein zukünftiges Trägersystem muss viele technische (Leistung, Funktionalität) und programmatische (Kosten, Zeitplanung) Anforderungen erfüllen. Ein neues Trägersystem soll Nutzlasten von bis zu 3, 5 und 8 t befördern können und ein Technology Readiness Level (TRL) von mindestens 6 erreichen. Außerdem wird die Möglichkeit einer Wiederzündung in der letzten Raketenstufe untersucht. Die Studien, die im Rahmen des FLPP durchgeführt werden, versuchen mögliche Trägersysteme zu identifizieren, die diese Anforderungen erfüllen könnten und untersuchen sie weiter. Dabei wird aus vielen Konzepten eine limitierte Anzahl ausgewählt und für diese Konzepte die Schlüsseltechnologien und deren Voraussetzungen ermittelt.

Technologien[Bearbeiten]

Die Forschungsaktivitäten zielen darauf ab, die Schlüsseltechnologien durch Boden- und Flugtests auszubauen. Außerdem sollen die Technologien ein TRL von mindestens 6 erreichen, bevor deren konkrete Entwicklung begonnen wird. Zuvor müssen die nötigen Schlüsseltechnologien identifiziert werden. Dazu wird die geforderte Funktionalität mit vorhandenen Technologieansätzen verglichen und jene Ansätze ausgewählt, die die Anforderungen erfüllen. Außerdem werden vielversprechende Technologien analysiert und der Auswahl hinzugefügt. Aus dieser Vorauswahl werden Technologien nach folgenden Kriterien selektiert: (1) neue Funktionalität betreffend der Wiederentzündung in der letzten Raketenstufe, (2) Auswirkungen auf Leistung und Gewichtsreduktion, (3) Robustheit sowie (4) Kosten.

Prototypen[Bearbeiten]

Die Schlüsseltechnologien werden separat weiterentwickelt, sie sind im Einsatz aber auch von anderen Technologien abhängig. Deshalb sollen diese, wenn sie ein bestimmtes TRL erreicht haben, in Prototypen gemeinsam zum Einsatz kommen, um so das Zusammenspiel der Komponenten testen zu können.

Intermediate Experimental Vehicle (IXV)[Bearbeiten]

Das Intermediate Experimental Vehicle ist ein unbemanntes autonomes Raumfahrzeug. Es wurde als Testplattform konzipiert, um Techniken zu erproben, die in zukünftigen wiederverwendbaren Raumfähren zum Einsatz kommen sollen.[3] Innerhalb des FLPP wurde das IXV konzipiert, gebaut und im Februar 2015 einem Testflug unterzogen.

Ariane 5 ME (Midlife Evolution)[Bearbeiten]

Von der ESA wird überprüft, ob die Ariane-5-Rakete überholt werden soll. Die größte Änderung wird eine neue obere Raketenstufe sein, welche das Vinci-Triebwerk benutzen wird. Diese neue Stufe soll bis zu vier Mal wiederzündbar und einen kryogenen Treibstoff verwenden.

Organisation[Bearbeiten]

Das FLPP ist ein optionales Programm, bei dem 14 Mitgliedsstaaten der ESA mitwirken, insbesondere Deutschland, Frankreich und Italien.[4] NGL Prime, ein Zusammenschluss aus Airbus Defence and Space (70 %) und Finmeccanica (30 %), ist für alle Aktivitäten, die den NGL und das IXV betreffen, verantwortlich. Das „Joint Propulsion Team“ (JPT) ist für den Antrieb der Hauptstufe und einen betreffenden Prototypen verantwortlich. Es besteht aus Avio, Airbus Defence and Space und Snecma.[5] Insgesamt sind mehr als 60 Firmen, Institute und Universitäten an dem FLPP beteiligt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. FLPP preparing for Europe's Next-Generation Launcher, 11. März 2014. Abgerufen am 12. Juni 2014 (englisch)
  2. Future Launchers Preparatory Programme (FLPP) – Preparing for the future through technology maturation and integrated demonstrators status and perspectives, IAC-08-D 2.5.2, 2008,. Abgerufen am 12. Juni 2014 (englisch)
  3. IXV – Intermediate Experimental Vehicle, 2013. Abgerufen am 12. Juni 2014 (englisch)
  4. Future Launchers Preparatory Programme (FLPP) – Preparing for the future through technology maturation and integrated demonstrators status and perspectives, IAC-08-D 2.5.2, 2008. Abgerufen am 12. Juni 2014 (englisch)
  5. ESA signs High Trust Engine Demonstrator contract for Next Generation Launcher, 17 Juni 2009. Abgerufen am 12. Juni 2014 (englisch)