Futuro e Libertà per l’Italia

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Gründungsversammlung der FLI, hier: Gianmario Marinello

Futuro e Libertà per l’Italia (FLI, dt.: Zukunft und Freiheit für Italien) ist eine am 13. Februar 2011 gegründete italienische Partei, die aus einer seit dem 31. Juli 2010 existierenden Fraktion in der italienischen Abgeordnetenkammer und im italienischen Senat entstand.[1] Sie wird als liberal, liberalkonservativ oder nationalkonservativ beschrieben.

Die Fraktion entstand durch die Abspaltung von 35 Abgeordneten und 10 Senatoren um Gianfranco Fini von der Regierungspartei Popolo della Libertà. Sie vertritt liberal-konservative und zentristische Werte, so forderte Fini ein liberaleres Einbürgerungsrecht und kritisiert Berlusconis Partnerschaft mit der Lega Nord. Fini trennte sich vom Popolo della Libertà, nachdem er sich im Vorfeld mit Silvio Berlusconi überworfen hatte. Den Kern der neuen Fraktion bildet die Gruppe Generazione Italia, die im April 2010 als Zusammenschluss von Anhängern Finis entstand und hauptsächlich aus süditalienischen Konservativen besteht. Fini hat nach der Abspaltung angekündigt, die Regierung nicht stürzen zu wollen. Die meisten Mitglieder wollen auch im Mitte-Rechts-Lager bleiben und keine Allianz gegen Berlusconi mit der Partito Democratico eingehen.

Am 15. November 2010 haben die der FLI nahestehenden Minister Berlusconis Regierung verlassen. Im Europäischen Parlament traten fünf ehemalige PdL-Abgeordnete der FLI bei, sie blieben jedoch Mitglieder der Fraktion der Europäischen Volkspartei (Christdemokraten).

Für die Parlamentswahlen in Italien 2013 war FLI Teil des Bündnisses von Mario Monti, dessen marktwirtschaftlich orientierten Reformkurs die Partei mitgetragen hat. FLI erreichte dabei lediglich 0,5 % der Stimmen und stellt damit zukünftig keine Abgeordneten mehr. Das schlechte Abschneiden führte zu internem Richtungsstreit, zum Rückzug von Parteichef Fini und zahlreichen Parteiaustritten. Die Partei orientierte sich nun zunehmend nach rechts und versuchte die alte Alleanza Nazionale wiederzubeleben. Im November 2013 empfing der neue Parteichef Vorsitzende ähnlich gesinnter Parteien, nämlich La Destra, MS - Fiamma Tricolore, Io Sud, Nuova Alleanza, Nazione Sovrana und Il Popolo della Vita zur Gründung des Movimento per Alleanza Nazionale. Allerdings blieb dieses Projekt Makulatur, als sich La Destra von ihm abwandte und stattdessen wieder die Koalition mit Forza Italia suchte; innerhalb des nationalkonservativen Spektrums gewann die neue Partei Fratelli d’Italia – Alleanza Nazionale die Oberhand und machte FLI (Stand: Mai 2014) bedeutungslos.

Zusammensetzung und politische Herkunft der Mitglieder[Bearbeiten]

Die Mitglieder der Fraktion werden als Finiani bezeichnet; die meisten Mitglieder sind langjährige Gefolgsleute Finis. Viele waren auch schon Mitglieder der Alleanza Nazionale und deren Vorgängerpartei, dem neofaschistischen MSI. Zu dieser Gruppe gehörten die meisten der 36 Abgeordneten (z. B. Italo Bocchino, Fabio Granata, Carmelo Briguglio und Flavia Perina); sie bilden einen Flügel.

Den zweiten, „moderaten“ Flügel bilden einige Ex-Sozialisten, also ehemalige Mitglieder der PSI, die für Berlusconis Forza Italia ins Parlament gewählt wurden sowie Ex-Radikale (Sozialliberale). Zu diesem Flügel gehörten die meisten der 10 Senatoren.

Führung[Bearbeiten]

  • Vorsitzender in der Abgeordnetenkammer (bis 2013): Italo Bocchino
  • Vorsitzender im Senat (bis 2013): Pasquale Viespoli[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0731/politik/0036/index.html
  2. http://www.blitzquotidiano.it/politica-italiana/futuro-e-liberta-bocchino-eletto-capogruppo-vice-e-della-vedova-495717/