Fyra

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Logo des Fyra

Fyra war[1] eine kurzlebige Marke der niederländischen High Speed Alliance – eine Kooperation der Nederlandse Spoorwegen mit KLM Royal Dutch Airlines – für Eisenbahnverbindungen über die Schnellfahrstrecke HSL Zuid.

Die Marke wurde am 7. Juli 2009 präsentiert, zusammen mit einem Prototyp des Hochgeschwindigkeitszugs AnsaldoBreda V250, der 2004 für die Nutzung der Neubaustrecke bestellt worden war.[2][3] Solange der Hochgeschwindigkeitszug nicht betriebsbereit war, wurde die Marke Fyra für lokbespannte Züge benutzt, die ab September 2009 innerhalb der Niederlande über die HSL Zuid verkehrten.

Die Erweiterung der inländischen Verbindung nach Belgien erfolgte erst Ende 2012 zusammen mit der belgischen NMBS/SNCB. Zuvor verkehrte über die Schnellfahrstrecke Schiphol–Antwerpen (HSL Zuid in den Niederlanden, HSL 4 in Belgien) zwischen den Städten Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen und Brüssel als Hochgeschwindigkeitszug nur der französische Thalys.

Ab 9. Dezember 2012 startete der mit den V250-Zügen unter der Marke Fyra betriebene Hochgeschwindigkeitsverkehr zwischen den Niederlanden und Belgien. Wegen anhaltenden Problemen mit den eingesetzten V250-Zügen wurde der Betrieb bereits am 18. Januar 2013 wieder eingestellt. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2013 wurde der Name Fyra aufgrund des inzwischen negativen Images fallen gelassen und der Fyra-Ersatzverkehr seither unter dem Namen Intercity Direct vermarktet.[1]

Name[Bearbeiten]

Fyra ist ein Kunstwort, das von derselben Namensagentur ausgedacht wurde wie der Begriff Thalys für einen französischen Hochgeschwindigkeitszug.[4] Der Name wurde gewählt, da er kurz ist und sich international leicht aussprechen lässt.[5] Er sollte bei Niederländisch-, Flämisch- und Französisch-Sprechern Assoziationen mit „Stolz“ und „Selbstvertrauen“ hervorrufen (niederländisch: fierheid, Selbstvertrauen; ndl. und französisch: fier, stolz). Außerdem ist fyra das schwedische Wort für vier, was in Verbindung gebracht wurde mit den vier großen Städten, zwischen denen der Zug fahren sollte: Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen und Brüssel.[5][2]

Streckennetz[Bearbeiten]

Für die HSL Zuid geplante Verbindungen, sowohl Thalys (hellrot) wie Fyra (andere Farben)

Kernstück des Fyra-Netzes ist die Hochgeschwindigkeitsstrecke von Schiphol nach Antwerpen. Der Hauptbahnhof Amsterdam ist über eine Altstrecke mit deren nördlichen Ende in Schiphol verbunden. An der Hochgeschwindigkeitsstrecke liegen die Bahnhöfe von Schiphol, Rotterdam und Antwerpen. Von Antwerpen führt die Strecke 25 zum Bahnhof Bruxelles-Midi/Brussel-Zuid.

Obwohl die Hochgeschwindigkeitsstrecke an Den Haag vorbei führt, sollte deren Hauptbahnhof über die Linie Den Haag – Rotterdam – Breda – Antwerpen – Brüssel-Midi eine Netzanbindung erhalten. Der Bahnhof in Breda liegt ebenfalls nicht direkt an der Strecke, jedoch in deren unmittelbarer Nähe, weshalb die Stadt eine Anbindung an den Fyra erhalten hat. Für direkte Züge zwischen Amsterdam und Brüssel ist kein Halt in Breda vorgesehen.

Mit Inbetriebnahme der Fahrzeuge des Typs AnsaldoBreda V250 sollten nach ursprünglicher – und seit 2013 hinfälliger – Planung folgende Strecken befahren werden:[6]

  • Amsterdam – Schiphol – Rotterdam (halbstündlich, mit den Zügen Amsterdam – Breda viertelstündlich)
  • Amsterdam – Schiphol – Rotterdam – Breda (halbstündlich)
  • Amsterdam – Schiphol – Rotterdam – Antwerpen – Bruxelles-Midi/Brussel-Zuid (stündlich)
  • Den Haag – Rotterdam – Breda – Noorderkempen/Brecht – Antwerpen – Mechelen – Bruxelles-Central/Brussel-Centraal – Bruxelles-Midi/Brussel-Zuid (alle zwei Stunden)
Ein Zug des Vorlaufbetriebs

Betrieb[Bearbeiten]

Zunächst fuhren seit September 2009 als Fyra bezeichnete Züge mit Traxx-Lokomotiven und „klassischen“ Intercity-Wagen im Stundentakt zwischen Amsterdam und Rotterdam mit Zwischenhalt in Schiphol, da sich die Auslieferung der Triebzüge V250 verzögerte.[2] Dieses Angebot wurde sukzessiv auf einen Halbstundentakt zwischen Amsterdam und Breda über Rotterdam erweitert.

Zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2012 wurde mit dem V250 die Fyra-Verbindung von Amsterdam nach Brüssel mit zunächst 10 (von 16 geplanten) Hin- und Rückfahrten in Betrieb genommen. Hiermit wurde der „klassische“ Benelux-Intercity über die Altstrecken abgelöst. Parallel hierzu fuhren die Inlandszüge von Amsterdam nach Breda weiter mit lokbespannten Zügen. Daneben verkehrte weiterhin der Thalys neunmal täglich von Amsterdam bis Paris. In Belgien entstand außerdem eine stündliche Verbindung zwischen den Bahnhöfen Antwerpen-Centraal und Noorderkempen via Antwerpen-Luchtbal. Mit dem Start des Angebots verkürzte sich die Fahrzeit zwischen Amsterdam und Brüssel um eine Stunde.[7]

Mit dem Einsatzbeginn der Fahrzeuge vom Typ V250 kam es im Dezember 2012 zu häufigen Verspätungen und Ausfällen. Nachdem am 17. Januar 2013 85 % der Verbindungen ausgefallen waren und drei Fyra-Züge aus dem Betrieb genommen werden mussten, weil sie technische Probleme durch Eis auf den Schienen aufwiesen,[8] untersagte die belgische Eisenbahnsicherheitsbehörde DVIS mit sofortiger Wirkung jegliche kommerzielle Fahrten mit den V250-Zügen in Belgien.[9]

Seit Mitte Januar 2013 bis auf Weiteres beschränkte sich das Fyra-Fahrplanangebot infolgedessen auf die inländische Verbindung im Halbstundentakt zwischen Amsterdam, Schiphol, Rotterdam und Breda. Nachdem in der Folge die belgische und niederländische Bahngesellschaft ihre Zugbestellungen widerriefen, wurde der Betrieb mit Fahrzeugen vom Typ V250 nicht wieder aufgenommen.[10]

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Ein AnsaldoBreda V250 im Einsatz als Fyra

Die NS hatten 16 Züge mit der Bezeichnung V250 von AnsaldoBreda bestellt, die NMBS drei weitere. Die Züge haben acht Wagen und eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Die eingesetzten Fahrzeuge wurden wie oben geschildert bereits nach einer kurzen Zeitspanne wieder aus dem Verkehr gezogen. Im Frühjahr 2014 wurden die an NS gelieferten Züge gegen Erstattung von 125 Millionen € an den Hersteller zurückgegeben.[11] Mit der belgischen Bahn, deren drei Züge nicht ausgeliefert worden waren, einigte sich der Hersteller 2014 auf eine Auflösung des Kaufvertrags.[12] Der erste ausrangierte Fyra kehrte am 7. August 2014 aus Amsterdam wieder nach Italien in die Fabrik des Herstellers zurück. Er tat dies nicht aus eigener Kraft, sondern wurde von einer deutschen Lokomotive gezogen.[13]

Folgende Teile des folgenden Abschnitts scheinen seit 2013 nicht mehr aktuell zu sein: Passte für Zeitraum 2009 bis 2011 Bitte hilf mit, die fehlenden Informationen zu recherchieren und einzufügen.

Wikipedia:WikiProjekt Ereignisse/Vergangenheit/2013

Da die Züge vom Typ V250 nicht verfügbar sind, wird die inländische Verbindung von Amsterdam nach Breda seit September 2009 von lokbespannten Zügen bedient. Zu diesem Zweck wurden zwölf TRAXX-Mehrsystemlokomotiven von Alpha Trains gemietet. Als Wagen wurden NS-Reisezugwagen der Gattung ICRm umgebaut. Die Züge verkehren mit 160 km/h.[14]. Diese Züge können seit Frühjahr 2011 testweise mit dem auch für den Fyra vorgesehenen ETCS Level 2 operieren, um damit auf der neuen Strecke dem dort bereits verkehrenden Thalys planmäßig den Betrieb mit 300 km/h zu ermöglichen.[15][16]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fyra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b eurailpress.de - Niederlande: Aus Fyra wird „Intercity Direct“ 15. November 2013
  2. a b c Gernot Zielonka: Fyra - Hochgeschwindigkeitsnetz von KLM und NS Hispeed. In: dmm.travel. Der Mobilitätsmanager, 8. Juli 2009, abgerufen am 11. August 2014.
  3. Fyra brand for Amsterdam - Brussels high Speed. Railway Gazette, 7. Juli 2009, abgerufen am 11. August 2014.
  4. Fyra – het pittige zusje van de Thalys. (deutsch: „Fyra - die flotte kleine Schwester des Thalys“), Agentur Globrands naming & strategy, Amsterdam
  5. a b What′s in a name?, Time to B (PDF; 7,2 MB), Kundenmagazin der NBMS (flämisch), Ausgabe 17. Dezember 2012, Seite 26
  6. Peter Badcock: Dutch wait for HSL South to bloom. In: International Railway Journal, 49. Jahrgang, Heft 2, Februar 2009, ISSN 0744-5326, S. 16–19.
  7.  Brüssel–Amsterdam mit Tempo 250. In: mobil. September 2009, ISSN 0949-586X, S. 61.
  8. Geen Fyra tussen Amsterdam en Brussel door winterweer. In: treinreiziger.nl. 17. Januar 2013, abgerufen am 14. März 2013 (niederländisch).
  9. VRT: Auch das noch! Fahrverbot für Fyra. In: deredactie.be. 19. Januar 2013, abgerufen am 14. März 2013.
  10. Michael Stabenow: Pannenzug Fyra. Ein Hochgeschwindigkeitszug auf dem Abstellgleis. FAZ.net, 3. Juni 2013, abgerufen am 24. Juli 2013 („Jetzt steht der Pannenzug Fyra offenbar endgültig vor dem Aus.“).
  11. volkskrant.nl NS stuurt Fyra terug naar Italië en krijgt 125 miljoen. de Volkskrant, 17. März 2014, abgerufen am 11. August 2014 (niederländisch).
  12. The Belgian Railways NMBS/SNCB, AnsaldoBreda and Finmeccanica conclude V250 case. 5. Mai 2014, abgerufen am 11. August 2014 (englisch).
  13. Fyra nach Hause! auf flanderninfo.be, abgerufen am 8. August 2014
  14.  Wie weiter beim Verkehr über die HSL Zuid? In: Eisenbahn-Revue International. Nr. 5, 2010, ISSN 1421-2811, S. 226 f..
  15. Fyra launch delayed again. In: railwaygazette.com. 1. Juli 2010, abgerufen am 14. März 2013 (englisch).
  16. Fyra shuttles run through to Breda. In: railwaygazette.com. 4. April 2011, abgerufen am 14. März 2013 (englisch).