Gérard Larrousse

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gérard Larrousse
Gérard Larrousse 1975
Automobil-/Formel-1-Weltmeisterschaft
Nation: FrankreichFrankreich Frankreich
Erster Start: Großer Preis von Belgien 1974
Letzter Start: Großer Preis von Belgien 1974
Konstrukteure
1974 Scuderia Finotto
Statistik
WM-Bilanz:
Starts Siege Poles SR
1
WM-Punkte:
Podestplätze:
Führungsrunden: — über 0 km
Vorlage:Infobox Formel-1-Fahrer/Wartung/Alte Parameter

Gérard Larrousse (* 23. Mai 1940 in Lyon) ist ein ehemaliger französischer Sportwagen- und Formel-1-Rennfahrer und -Teamchef.

Karriere[Bearbeiten]

Rennfahrer[Bearbeiten]

Gérard Larrousse in einem Porsche 908.02 beim 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring 1970

Nach einem Betriebswirtschaft-Studium an der Ecole Superieure de Commerce in Paris gab Larrousse seiner Motorsport-Leidenschaft nach und fuhr in den frühen 1960ern mit einem Renault Dauphine Rallyes auf nationaler Ebene in Frankreich. 1966 entschied sich Larrousse, den Motorsport zum Beruf zu machen. 1969 wurde er Werksfahrer beim Sportwagen-Team von Porsche. Sein größter Erfolg in diesem Team war 1971 der Sieg beim 12-Stunden-Rennen von Sebring in einem Porsche 917 an der Seite von Vic Elford. Außerdem gewann er 1971 in 5:51:49,300 Stunden zusammen mit Vic Elford auf einem Porsche 908-3 das 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring.

Nach einem Abstecher zu den Tourenwagen als Ford-Werksfahrer konnte Larrousse auf Matra 1973 und 1974 mit Henri Pescarolo die 24 Stunden von Le Mans gewinnen. Ebenfalls 1974 trat Larrousse in einem Brabham BT42 der Scuderia Finotto beim Großen Preis von Belgien zu seinem einzigen Formel-1-Rennen an, das er jedoch nicht beenden konnte. Ein zweiter Versuch beim GP von Frankreich im gleichen Jahr endete bereits in der Qualifikation. 1969 und 1974 gewann er die Gesamtwertung der Tour de France für Automobile.

Teamchef und -besitzer[Bearbeiten]

Von 1987 bis 1994 in der Formel 1: Das Team Larrousse

1975 gründete Larrousse das Elf Switzerland Formel-2-Team und konnte mit seinem Fahrer Jean-Pierre Jabouille den Europameistertitel holen. Auf dem Hockenheimring gewann Larrousse ein Formel-2-Rennen in einem seiner eigenen Wagen. 1976 wurde Larrousse Sportchef der neu formierten Motorsport-Abteilung von Renault. Unter seiner Leitung stieg das Team in die Formel 1 ein, gewann 1978 in Le Mans und 1981 die Rallye Monte Carlo. Im Verlauf von neun Formel-1-Saisons konnte das Renault-Team 15 Siege einfahren, jedoch nie die Weltmeisterschaft gewinnen. Ende 1985 wurde der Rennstall aufgelöst.

Larrousse wechselte für ein Jahr zu Ligier und gründete dann mit Partner Didier Calmels ein eigenes Formel-1-Team, Larrousse-Calmels, mit Sitz in Antony bei Paris. Mit einem Wagen von Lola und Motoren von Ford trat das Team Larrousse mit Philippe Alliot als Fahrer in der Saison 1987 erstmals in der höchsten Motorsportklasse an. Das erfolgreichste Jahr war die Saison 1990, in der das Team mit Lamborghini-Motoren und den Fahrern Éric Bernard und Aguri Suzuki antrat. Elf WM-Punkte, ein Platz auf dem Podium und der sechste Rang in der Konstrukteurswertung wurden erreicht. Suzuki erzielte mit seinem 3. Platz beim Großen Preis von Japan in Suzuka den einzigen Podestplatz für Larrousse. 1995 wurde das Team aus finanziellen Gründen aufgelöst. Gérard Larrousse kehrte in die Sportwagen-Szene zurück, blieb jedoch weitgehend erfolglos.

Le-Mans-Ergebnisse[Bearbeiten]

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1967 FrankreichFrankreich Ecurie Calberson Alpine A210 FrankreichFrankreich Patrick Depailler Ausfall Getriebeschaden
1968 FrankreichFrankreich Société Automobiles Alpine Alpine A220 FrankreichFrankreich Henri Grandsire Ausfall Bremsdefekt
1969 DeutschlandDeutschland Porsche System Engineering Porsche 908L DeutschlandDeutschland Hans Herrmann Rang 2 und Klassensieg
1970 DeutschlandDeutschland Martini International Racing Porsche 917L DeutschlandDeutschland Willi Kauhsen Rang 2
1971 DeutschlandDeutschland Martini International Racing Porsche 917L Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vic Elford Ausfall Motorschaden
1972 SchweizSchweiz Ecurie Bonnier Switzerland Lola T280 SchwedenSchweden Joakim Bonnier NiederlandeNiederlande Gijs van Lennep Ausfall Tödlicher Unfall von Bonnier
1973 FrankreichFrankreich Equipe Matra Simca Shell Matra Simca MS670B FrankreichFrankreich Henri Pescarolo Gesamtsieg
1974 FrankreichFrankreich Equipe Gitanes Matra Simca MS670C FrankreichFrankreich Henri Pescarolo Gesamtsieg

Weblinks[Bearbeiten]