Gökçeada

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Gökçeada
(Ímvros/Ímbros)
Berge der Insel Gökçeada
Berge der Insel Gökçeada
Gewässer Thrakisches Meer
Inselgruppe Saruhan Adaları (Östliche Sporaden)
Geographische Lage 40° 10′ N, 25° 51′ O40.16083333333325.844444444444673Koordinaten: 40° 10′ N, 25° 51′ O
Gökçeada(Ímvros/Ímbros) (Türkei)
Gökçeada(Ímvros/Ímbros)
Länge 29,5 km
Breite 13 km
Fläche 286,84 km²
Höchste Erhebung İlyas Dağ
673 m
Einwohner 7475 (2008)
26 Einw./km²
Hauptort Gökçeada
Gökçeada-Stausee von Tepeköy aus
Gökçeada-Stausee von Tepeköy aus

Gökçeada, bis 29. Juli 1970 İmroz[1] (griechisch Ίμβρος Ímvros / Ímbros, deutsch auch: Imbros) ist eine Ägäisinsel in der türkischen Provinz Çanakkale. Hauptort der Insel ist die Stadt Gökçeada, die gleichzeitig Kreisstadt des gleichnamigen mit der Insel flächenmäßig identischen Landkreises ist.

Geographie[Bearbeiten]

Die Insel liegt strategisch günstig am Eingang der Dardanellen im Thrakischen Meer, 16 km westlich der Halbinsel Gallipoli und rund 30 Kilometer nordwestlich von Troja. Sie ist 13 km breit und 30 km lang. Die Insel hatte 7.475 Einwohner im Jahr 2008.[2]

Geologie[Bearbeiten]

Gökceada liegt auf der Anatolischen Platte unmittelbar am nördlichen Rand der Plattengrenze zur Eurasischen Platte.

Klima[Bearbeiten]

Die Insel hat mediterranes Klima mit warmen trockenen Sommern und feuchten kühlen Wintern. Regen fällt zwischen Mai und August in Ausnahmefällen. In der Regel sind kaltes Wetter und Regen in der ersten Septemberhälfte zu erwarten. Schnee und Bodenfrost sind im Winter keine seltenheit.

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Gökçeada ist besonders reich an Nutzpflanzen. Es gibt weite Olivenhaine und größere Pinienbestände.

Bildung[Bearbeiten]

Zerstörte Volksschule auf Gökçeada

Auf der Insel befinden sich 3 Volksschulen, in denen insgesamt 823 Schüler unterrichtet werden. In den mittleren Schulen werden 605 Schüler unterrichtet. 106 Lehrer sind an Schulen auf der Insel angestellt. Des Weiteren gibt es drei Gymnasien und eine Berufshochschule. Auf Gökçeada wird eine Bibliothek mit 11.081 Büchern von 3 Angestellten betrieben. Die Alphabetisierungsrate liegt bei 95 Prozent.[3]

Nach fast 50 Jahren wurde eine private griechische Grundschule im September 2013 wieder eröffnet. Die Schule wurde 1951 gegründet und 1964 vom türkischen Staat geschlossen. 2014 wurde die Schule wieder geschlossen.[4]

Geschichte und Politik[Bearbeiten]

Die Insel, auf der sich die älteste bekannte Kultstätte des Hermes befindet,[5] war seit der Antike besiedelt. Während der Zeit des Römischen Reiches gehörte sie zur Provinz Thracia - damals noch unter ihrer griechischen Bezeichnung Imbros. Im Mittelalter gehörte sie zum Byzantinischen Reich, in der Renaissance (schon vor dem Fall Konstantinopels 1453) zum Osmanischen Reich. Als Teil der Provinz Ostthrakien gehörte das damalige Imbros mit der Nachbarinsel Bozcaada zwischen 1919 und 1923 kurzzeitig zu Griechenland. Nach dem Griechisch-Türkischen Krieg wurde sie im Vertrag von Lausanne 1923 von Griechenland wieder abgetrennt und ebenso wie Bozcaada demilitarisiert. Im Vertrag von Lausanne vereinbarten Griechenland und die Türkei einen gegenseitigen Bevölkerungsaustausch, eine der Ausnahmen von dieser Zwangsumsiedlung betraf die Griechen Gökçeadas.

In Artikel 14 des Vertrags wurde den Griechen der Inseln ein Autonomiestatus zugesprochen. So sollte Gökçeada zwar unter türkischer Souveränität stehen, allerdings von einer unabhängigen Verwaltung geleitet werden, die auch das Polizeiwesen der Insel selbstständig leiten sollte. Allerdings kam es nie dazu. Wegen der Verschärfung des Zypernkonflikts kam es ab 1964 vielmehr zu Repressalien gegen die griechische Bevölkerung (z. B. Schließung sämtlicher griechischer Schulen), so dass der Anteil der griechischen Bevölkerung auf wenige hundert Einwohner zurückgegangen ist. In den letzten Jahren ist eine Erholung zu verzeichnen, da viele ausgewanderte Inselbewohner ihren Besitz renovieren und zumindest den Sommer dort verbringen. Im März 2013 gaben die zuständigen Behörden die Genehmigung, wieder eine griechische Schule auf der Insel zu betreiben.[6] Im September 2014 wurde jedoch die Eröffnung der griechischen Schule vom türkischen Bildungsministerium abgelehnt worden, mit der Begründung da sie nicht bereit sei.[4]

Söhne und Töchter der Insel[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alexis Alexandris: The Identity Issue of The Minorities In Greece An Turkey. in Renée Hirschon (Hrsg.): Crossing the Aegean: An Appraisal of the 1923 Compulsory Population Exchange Between Greece and Turkey. Berghahn Books, 2003, S. 120
  2. Türkisches Institut für Statistik, abgerufen 9. November 2009
  3. Bildungswesen auf Gökçeada, Offizielle Internetpräsenz der Landkreisverwaltung, abgerufen am 29. Juli 2008
  4. a b Greek high school prevented from opening on Gökçeada
  5. Leue, Gustav. 1925. „Noch Einmal Die Akrosticha in Der Periegese Des Dionysios.“ Hermes 60(3): 367-68, S. 367, http://www.jstor.org/stable/4473967.
  6. Türkei eröffnet Schule für christliche Minderheit

Literatur[Bearbeiten]

  • Nikolaos P. Andriotis: Περί του γλωσσικού ιδιώματος της Ίμβρου. Ελεύθερη Σκέψις, Athen 1996. — („Über die Mundart von Imbros“).

Weblinks[Bearbeiten]