Görschen (Adelsgeschlecht)

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Wappen derer von Görschen

Die Familie von Görschen ist ein altes mitteldeutsches Adelsgeschlecht, dessen Ursprünge bis in das 12. Jahrhundert zurückgehen. Der Familienname leitet sich von ihrem ursprünglichen Stammsitz, dem Ort Goresin (Görschen) ab oder von einer noch älteren „oppida goresin“ (Görschenburg/Görschenfestung) nahe Lützen, welche bereits im Jahre 998 von Bischof Thietmar von Merseburg benannt worden war, wobei der Name selbst altsorbischen Ursprungs ist und etwa so viel wie „feucht“ bedeutet.

Namensvariationen sind de Goresin, de Gorsne, de Gorssen und von Goerschen.

Geschichte[Bearbeiten]

Rittergut Auligk, Sitz der Familie ca. 1650–1914

Erster bekannter Vertreter des Geschlechts ist Conradus de Gorsne, welcher am 22. Juni 1186 als „Zeuge“ auftritt. Die Stammreihe beginnt am 12. Juni 1271 mit miles nobilis vir Petrus de Görsene. Die Familie verteilte sich im Laufe der nächsten Generationen vor allem auf die Rittergüter und Ortsteile Großgörschen, Kleingörschen, Kleineichstädt, Auligk bei Groitzsch, Lützen-Meuchen und Willschütz und hatte ihre erfolgreichste Zeit vom 18. bis ins 20. Jahrhundert. Ferner zählt die Familie ab Lorenz von Görschen, Kaiserlicher Rat und Herr auf Groß-Görschen, durch die Heirat seiner Tochter Eva mit Erasmus von Bothfeld, Herr auf Burgwerben, zu den Urahnen einiger europäischer Königs- und Fürstenhäuser[1].

Georg Christoph von Görschen – Stammvater des Neuruppiner und Aachener Zweiges

Ab Georg Christoph von Görschen (1707–1748), Captain im Schwarzburgischen Regiment unter Johann Adolph von Diepenbroick, entwickelten sich drei Hauptlinien, wobei die erste im Gebiet um Auligk mit Sitz auf dem dortigen Rittergut bis Anfang des Ersten Weltkrieges geblieben ist. Einige Nachkommen aus dieser Linie siedelten sich später zum einen im Raum Fürstenwalde und zum anderen in New York an. Eine zweite Linie bildete sich über Georg Christophs Sohn und königlich sächsischen Oberforstmeister Otto Heinrich von Görschen (1746–1833), dessen Sohn Karl Heinrich von Görschen (1784–1860) sich berufsbedingt im deutsch-holländischen Grenzgebiet bei Aachen niederließ und dort zum Stammvater der Aachener Görschen wurde. Die dritte Linie zog über Groß Gaglow in den Raum Neuruppin und bekleidete über fünf Generationen hinweg hohe Offiziersränge. Als evangelisch geprägte Familie waren darüber hinaus noch viele Familienangehörige Ehrenritter oder Konventsmitglieder des Johanniterordens.

Die Familie von Görschen war unter anderem mit so bekannten Familien wie beispielsweise von Horn, von Massow, von Rockhausen, von der Mosel, und anderen verschwägert. In heutiger Zeit ist die Familie bis auf weniger als 15 bekannte Personen weitestgehend erloschen.

Bedeutende Familienmitglieder[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Auf blauem Schild ein schräg gestellter goldener Schlüssel mit nach oben abwärts gewendetem Bart. Auf dem Helm ein aufgerichteter Schlüssel zwischen zwei bis sechs schwarzen Hahnenfedern. Mehrere Variationen der Farben des Schlüssels und des Schildes sind in verschiedenen Quellen zu finden.

Literatur[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Goerschen family – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nachkommen Lorenz von Goerschen
  2. Gersen ist hier möglicherweise eine andere Schreibweise für Görschen. Vgl. Manfred Bensing: Thomas Müntzer. 4. Aufl. Bibliographisches Institut, Leipzig 1989, S. 49; Thomas-Müntzer-Ausgabe: Briefwechsel, hrsg. Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Evangelische Verlagsanstalt, 15. August 2011, S. 558; Berent Schwineköper: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands – Provinz Sachsen Anhalt, Bd. 11, A. Kröner-Verlag, 1975, S. 579; Kleine Schriften zur Reformationsgeschichte (1842–1880): Thomas Müntzer und der Bauernkrieg (1842–1878), Böhlau-Verlag, 1990, S. 325; Neue Mitteilungen aus dem Gebiete historisch-antiquarischer Forschungen, Bd. XIV (1878), Nr. 2, S. 405
  3. Hans Wolf von Görschen – Eintrag im Britischen Nationalarchiv