Görzke

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Dieser Artikel behandelt die deutsche Gemeinde; zum kurbrandenburgischen General siehe Joachim Ernst von Görzke.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Görzke
Görzke
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Görzke hervorgehoben
52.17083333333312.370555555556100Koordinaten: 52° 10′ N, 12° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Potsdam-Mittelmark
Amt: Ziesar
Höhe: 100 m ü. NHN
Fläche: 75,21 km²
Einwohner: 1260 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 17 Einwohner je km²
Postleitzahl: 14828
Vorwahl: 033847
Kfz-Kennzeichen: PM
Gemeindeschlüssel: 12 0 69 224
Gemeindegliederung: Görzke und 4 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Breiter Weg 32
14793 Ziesar
Webpräsenz: amt-ziesar.de
Bürgermeister: Jürgen Bartlog (CDU)
Lage der Gemeinde Görzke im Landkreis Potsdam-Mittelmark
Bad Belzig Beelitz Beetzsee Beetzseeheide Bensdorf Borkheide Borkwalde Brück Buckautal Golzow Görzke Gräben Havelsee Kleinmachnow Kloster Lehnin Linthe Linthe Michendorf Mühlenfließ Niemegk Nuthetal Päwesin Planebruch Planetal Rabenstein/Fläming Rosenau (Brandenburg) Roskow Schwielowsee Seddiner See Stahnsdorf Teltow Treuenbrietzen Wenzlow Werder (Havel) Wiesenburg/Mark Wollin Wusterwitz Ziesar Groß Kreutz BrandenburgKarte
Über dieses Bild
Kirche aus dem 12. Jahrhundert
Straße nach Dangelsdorf

Görzke ist eine Gemeinde im Westen des brandenburgischen Landkreises Potsdam-Mittelmark. Die Gemeinde gehört zum Amt Ziesar.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Görzke liegt im Hohen Fläming im gleichnamigen Naturpark am Flüsschen Buckau, etwa 35 Kilometer südwestlich von Brandenburg an der Havel. Die westliche Gemeindegrenze bildet die Landesgrenze zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Neben der Buckau entspringt deren Nebenfluss Riembach in der Gemeinde.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde gehören neben dem Ort Görzke die Ortsteile:

Geschichte[Bearbeiten]

Urkundlich erstmals erwähnt wurde der Ort im Jahr 1161 als Gorceke. Der Name stammt aus der slawischen Zeit der Mark Brandenburg und bedeutet laut Fischer Siedlung an einem Berg. Um 1250 erhielt Görzke das Stadtrecht und wurde mit einer Stadtmauer umgeben. 1283 verlieh man dem Ort die eigene Gerichtsbarkeit und 1285 das Münzrecht. Seit 1680 gehört die Stadt zum brandenburg-preußischen Herzogtum Magdeburg und lag im damaligen Jerichower Kreis.

Görzke weist eine lange Tradition als Handwerkerort auf. 1706 schlossen sich die Töpfer des Ortes zu einer Innung zusammen und belieferten die umliegenden Dörfer und Städte mit Tonwaren. Diese Tradition kann alljährlich beim Töpfermarkt bewundert werden. Dieser Markt findet immer am Ostersonnabend und -sonntag statt.

1891 fand im Raum Görzke und den westlich bzw. nordwestlich angrenzenden Ortschaften die Herbstübung des Berliner Gardekorps statt. Nur wenig später wurde die Entscheidung zur Anlage und zum Aufbau vom Truppenübungsplatz Altengrabow getroffen.

In einer Puppenfabrik des Ortes wurde Ende der 1950er Jahre die Figur des Sandmännchens hergestellt.

Im Wald zwischen Görzke und Reppinichen hatte zu DDR-Zeiten ein metallverarbeitender Volkseigener Betrieb aus Leipzig ein Betriebs-Ferienlager für die Kinder seiner Betriebsangehörigen errichtet.[2]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Hohenlobbese wurde am 1. März 2002 eingemeindet.[3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung seit 1875.
- Blaue Linie: Bevölkerungsentwicklung des Gebietes in den heutigen Grenzen.
- Gepunktete Linie: Normierte Bevölkerungsentwicklung des Landes Brandenburg.
Görzke:
Bevölkerungsentwicklung in den Grenzen von 2013
Jahr Einwohner
1875 1 877
1890 1 877
1910 2 002
1925 2 002
1933 1 966
1939 2 048
1946 2 988
1950 2 908
1964 2 097
1971 2 117
Jahr Einwohner
1981 1 788
1985 1 740
1989 1 774
1990 1 761
1991 1 686
1992 1 656
1993 1 662
1994 1 665
1995 1 660
1996 1 659
Jahr Einwohner
1997 1 650
1998 1 636
1999 1 621
2000 1 601
2001 1 582
2002 1 580
2003 1 553
2004 1 510
2005 1 471
2006 1 460
Jahr Einwohner
2007 1 421
2008 1 395
2009 1 363
2010 1 345
2011 1 296
2012 1 300

Die Quellen der Daten finden sich detailliert in den Wikimedia Commons[4].

Politik[Bearbeiten]

Wahlbeteiligung: 58,8 % (2003: 53,48 %)
 %
50
40
30
20
10
0
44,93 %
36,26 %
10,98 %
7,82 %
keine
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2003
 %p
 10
   5
   0
  -5
-10
-15
-20
-25
+6,23 %p
+4,85 %p
+3,53 %p
+7,82 %p
-22,45 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
c EWV Knoppe
d EWV Eichelmann

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 20. Dezember 1999 genehmigt.

Blasonierung: „In Grün eine bewurzelte silberne Linde überdeckt von einem blauen Herzschild, belegt mit drei schrägrechten silbernen Bolzenpfeilen (Familienwappen von Schierstedt).“[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Görzke und in der Liste der Bodendenkmale in Görzke stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Bauwerke[Bearbeiten]

Bedeutendstes Bauwerk des Ortes ist die evangelische Dorfkirche, ein spätromanischer Feldsteinbau aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Die Kirche lag am Zugang zur ehemaligen Burg an der gleichfalls restlos abgetragenen Stadtmauer.

Musik[Bearbeiten]

Bekannt ist der Ort für das dort ansässige Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr, das 1975 gegründet wurde.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch den Ort führt die Bundesstraße 107. Görzke hatte bis 1973 (Personenverkehr) bzw. bis 1994 (Güterverkehr) Eisenbahnanschluss über die Bahnstrecke Wusterwitz–Görzke. Die erhaltenen Reste der Strecke, darunter eine im Bahnhof Görzke abgestellte Diesellok, stehen unter Denkmalschutz. Zwischen Ziesar und Görzke verläuft seit 2011 ein Radweg auf der Trasse.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag Berlin-Brandenburg 2005, ISBN 3-937233-30-X, ISSN 1860-2436, Seite 66

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Facebook-Eintrag
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
  4. Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  5. https://www.statistik-berlin-brandenburg.de/Publikationen/Stat_Berichte/2008/SB_B7-3-5_j05-08_BB.pdf#page=110
  6. http://www.wahlen.brandenburg.de/kw2003/kg/ergebnisse/gemeinde/1134.html
  7. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Görzke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien