Göttinger Kleinbahn

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Gartetalbahn:
Stationen und Kunstbauwerke
Kursbuchstrecke (DB): ex 202c
Streckenlänge: 35,6 km
Spurweite: 750 mm (Schmalspur)
   
0,0 Göttingen Staatsbahnhof bis 1922
   
0,4 Göttingen Gartetalbahnhof ab 1922
   
1,1 Göttinger Brauhaus
   
2,0 Lindenkrug
   
4,0 Landwehrschenke
   
5,7 Garteschenke
   
7,5 Werkanschluss Steinbruch
   
9,3 Diemarden
   
10,7 Klein Lengden
   
10,8
   
11,9 Steinsmühle
   
12,0
   
12,8 Eichenkrug
   
13,9 Benniehausen
   
15,0 Waterloo
   
16,1 Gartebrücke
   
16,9 Wöllmarshausen
   
18,1 Rittmarshausen
   
18,7 Gartebrücke
   
19,2 Kerstlingerode
   
20,6 Beienrode
   
22,6 Weißenborn
   
26,5 Nathebrücke
   
29,6 Nesselröden
   
33,3 Westerode
   
Bahnstrecke Leinefelde–Wulften
   
35,6 Duderstadt

Die Gartetalbahn oder Göttinger Kleinbahn AG war eine Schmalspurbahn, die von 1897 bis 1957 von Göttingen nach Rittmarshausen und von 1907 bis 1931 weiter nach Duderstadt führte.

Entstehung und Geschichte[Bearbeiten]

Die Gartetalbahn AG wurde als Göttinger Kleinbahn AG am 16. November 1896 gegründet. Beteiligt waren der Landkreis und die Stadt Göttingen, die Gemeinde Rittmarshausen sowie die Bahnbau- und Betriebsunternehmung Lenz & Co GmbH, die bis 1938 auch den Betrieb führte. Anschließend lag die Betriebsführung beim Niedersächsischen Landeseisenbahnamt in Hannover.

Die Gesellschaft eröffnete am 19. Dezember 1897 eine Kleinbahn in der Schmalspur von 750 mm, die von Göttingen im Tal der Garte, eines Nebenflusses der Leine, aufwärts nach Rittmarshausen führte, wo sich stets der Betriebsmittelpunkt befand. Zehn Jahre später, am 1. Juli 1907 verlängerte man die Bahn sogar bis zur Kreisstadt des Nachbarkreises Duderstadt, die bereits 1889 an das Staatsbahnnetz angeschlossen worden war.

In Göttingen endeten die Personenzüge der Gartetalbahn direkt vor dem Göttinger Empfangsgebäude der Staatsbahn. Als die Bahnanlagen in Göttingen in den 1920er Jahren aufgrund des zunehmenden Straßenverkehrs höher gelegt wurden, musste der Personenbahnhof der Gartetalbahn um ca. 400 m nach Südsüdwest hinter die Unterführung der Groner Landstraße zurück verlegt werden. Im Bahnhof Göttingen-Süd der Gartetalbahn bestand bis zuletzt eine Umlademöglichkeit zwischen der Schmalspurbahn und der Staatsbahn.

Der Teilabschnitt Duderstadt–Rittmarshausen der insgesamt 36 km langen Strecke wurde – wegen allzu geringer Nachfrage – schon nach knapp 15 Jahren ab April 1922 wieder stillgelegt. Die Wiederaufnahme des Verkehrs in beschränktem Umfang war nur vorübergehend; das Ende kam unwiderruflich im Jahre 1931. Dagegen bestand der Personenverkehr von Göttingen bis Rittmarshausen fast sechzig Jahre lang, bis zum 30. Oktober 1957; Güterzüge – vor allem zum Transport der Zuckerrüben – fuhren sogar bis zum 1. März 1959. Danach wurde die Strecke abgebrochen.

Nach dem Ausscheiden der AG für Verkehrswesen, die an die Stelle von Lenz & Co getreten war, lagen nach dem Zweiten Weltkrieg 75 % der Aktien in der Hand des Landes Niedersachsen, 22 % in Privathand. Die Gesellschaft nannte sich seit 1946 Gartetalbahn AG und war ab 1957 ein Eigenbetrieb des Landkreises Göttingen, der noch bis 1983 eine Buslinie entlang der ehemaligen Bahntrasse betrieb.

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Bei der Betriebsaufnahme waren drei zweiachsige Dampflokomotiven (Nr. 1 bis 3) vorhanden, in den nächsten Jahren wurden noch zwei vierachsige Malletlokomotiven dazubeschafft (Nr. 11 und 12). 1940 wurde eine dreiachsige Lokomotive mit Schleppachse beschafft, die die abgängige Lok 3 ersetzte, nach dem Krieg kamen zwei dreiachsige Lokomotiven mit Schlepptender für die übrigen Zweikuppler (Nr. 4 und 5) aus Heeresfeldbahnbeständen und eine fünfachsige Schlepptenderlok (Nr. 12II) als Ersatz für die Mallets.

1954 wurde ein vierachsiger Triebwagen beschafft.

Es waren nie mehr als neun vierachsige und drei zweiachsige Personenwagen vorhanden, dazu noch zwei Pack-/Postwagen und bis zu 24 gedeckte und 53 offene Güterwagen.

Die Trasse heute[Bearbeiten]

An vielen Stellen sind noch heute Spuren der alten Trassenführung in der Landschaft vorhanden. Einige Beispiele sind:

  • Auffällig langer schmaler Grundstücksschnitt des DLR-Geländes am Brauweg.
  • Brückenfundamente am Leinekanal im Bereich der Jahnstraße
  • Bahndämme u. a. im Gartetal zwischen Gartemühle und Diemarden, zwischen Rittmarshausen und Kerstlingerode
  • Plateau des ehemaligen Bahnhofs Kerstlingerode, heute Standort der Gartetalschule.
  • Fundamente der Brücke über die Garte bei Wöllmarshausen (die Brücke selber wurde mit der Stilllegung der Bahn abgerissen und 2006 im Rahmen des Radwegebaus neu gebaut).
  • Der Güterschuppen beim ehemaligen Bahnhof Klein Lengden an der Straße zwischen Klein Lengden und Diemarden ist ein Nachbau von ca. 2006. Der fast baugleiche Originalschuppen, der an derselben Stelle stand, wurde im gleichen Jahr abgerissen.
  • Bahnhof an der Landstraße in Rittmarshausen, heute als Wohnhaus genutzt.
  • Lokschuppen in Rittmarshausen, wird heute gewerblich genutzt.

Heute ist ein Teil der Strecke Bestandteil des niedersächsischen Radfernwegnetzes, hier dem Weser-Harz-Heide-Radfernweg (nieders. Radfernweg/RFW 5), der von der Lüneburger Heide über den Harz und die Rhumequelle über Göttingen an die Weser führt.

Literatur- und Filmmaterial[Bearbeiten]

  • Karl Burmester: Göttinger Kleinbahn A.G. – Chronik der Gartetalbahn, 1897-1957: 60 Jahre Kleinbahngeschichte. Verlag Göttinger Tageblatt, Göttingen 1987, ISBN 3-924781-14-1
  • DVD Gartetalbahn, Hrsg. Institut f. wissenschaftlichen Film (IWF) gGmbH, Z12900
  • Gerd Wolff: Deutsche Klein-und Privatbahnen. Band 11: Niedersachsen 3 - Südlich des Mittellandkanals. EK-Verlag, Freiburg 2009, ISBN 978-3-88255-670-4.

Weblinks[Bearbeiten]