Götz von Seckendorff

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Foto von 1914
Selbstbildnis von 1910

Götz von Seckendorff (* 3. Oktober 1889 in Braunschweig; † 25. August[1] 1914 bei Saint-Hilaire-lez-Cambrai in Frankreich) war ein deutscher Maler und Bildhauer.

Leben[Bearbeiten]

Seckendorff besuchte das Wilhelm-Gymnasium[1] in Braunschweig. Anschließend bewarb er sich an der Kunstakademie in München, wurde abgelehnt und zog nach Paris, der damaligen Hochburg der Malerei. Die Eindrücke seiner Reisen bis nach Tunis schlugen sich in seinen Zeichnungen, Gouachen und Ölbildern nieder. Kurz nach der Heirat mit Alice Winzer, Schwester des britischen Malers Charles Freegrove Winzer, wurde er eingezogen und fiel in den ersten Tagen des Ersten Weltkriegs in Frankreich mit 24 Jahren. Sein umfangreiches Œuvre ging zum großen Teil verloren. Die Wandmalereien sind größtenteils zerstört oder übermalt. Während der Herrschaft der Nationalsozialisten verschwanden weitere Bilder. Die Bildhauerarbeiten galten als verschollen, bis 2008 eine Plastik wieder auftauchte.

Heute wird der Nachlass von den Nachkommen seiner Schwester Therese, verh. von Wolff, verwaltet. Dort wird auch das Werkverzeichnis geführt.

Ausstellungen[Bearbeiten]

  • 1918: Gedächtnisausstellung für Wilhelm Trübner und Götz Freiherr von Seckendorff, Ausstellung Freie Secession.
  • 1919: XXVI. Gedächtnisausstellung für Götz von Seckendorff und Otto Schulze, Kestner-Gesellschaft Hannover
  • 1919: Seckendorff-Ausstellung, Lessing-Bund Braunschweig
  • 1919: Ausstellung Götz v. Seckendorff, Kunsthalle des Sächsischen Kunstvereins Dresden
  • 1919: Ausstellung Götz v. Seckendorff und Sepp Frank, Westfälischer Kunstverein Münster
  • 1919: Weihnachtsausstellung mit Werken von Götz v. Seckendorff, Kunsthaus Schaller Stuttgart
  • 1956: Gedächtnisausstellung Götz von Seckendorff, Kunstverein Braunschweig in der Villa Salve Hospes
  • 1989: Ausstellung zum 100. Geburtstag des Götz von Seckendorff, Städtisches Museum Braunschweig

Werke[Bearbeiten]

  • Reesendamm in Hamburg, 1910, Öl/Leinwand, Werkverz.Nr. A 10-11, Hamburger Kunsthalle
  • Selbstbildnis, um 1910, Öl/Leinwand, Werkverz.Nr. A 10-01, Städt. Museum Braunschweig

Theaterstück[Bearbeiten]

  • Zum Krieg zitierte Seckendorff Goethe mit dem Ausspruch „Welch ein Wahnsinn“. Im März 2009 wurde in Braunschweig das dokumentarische Drama von Gilbert Holzgang „Welch ein Wahnsinn – Der Braunschweiger Maler Götz von Seckendorff (1889 bis 1914)“ aufgeführt. Das Theaterstück beruht auf 250 Briefen des Malers und einem Bericht über sein Leben. Große Teile des Werks wurden in Form von Videoprojektionen vorgestellt. Das Theaterstück wurde im Juni 2010 vom Theater Zeitraum in Braunschweig wieder aufgeführt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Freie Secession. Ausstellung 1918. Berlin 1918. Neben der ordentlichen Ausstellung mit mehreren Sonderausstellungen: Gedächtnisausstellung für Wilhelm Trübner – Götz Freiherr von Seckendorff.
  • Die Briefe des Malers Götz von Seckendorff, Fritz Ohse (Hrsg.), Banas & Dette Verlag, Hannover 1919,
  • XXVI. Gedächtnisausstellung. Götz von Seckendorff, Otto Schulze. Kestner-Gesellschaft Hannover, Hannover 1919. Gedächtnis-Ausstellung mit 76 Exponaten von Seckendorff.
  • Bernhard von der Marwitz: Eine Jugend in Dichtung und Briefen an G. von Seckendorff, J. von Winterfeldt und andere. Otto Grautoff (Hrsg.). Sibyllen-Verlag, Dresden 1924.
  • Harald Oberg: Gegenwart und Zukunft. Jugendgedichte. Kulturpolitischer Verlag Berlin-Leipzig-München 1934, enthält ein Gedicht mit dem Titel An den Maler Götz von Seckendorff
  • Götz von Seckendorff. In: Ulrich Thieme, Felix Becker u. a.: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Band 30, E. A. Seemann, Leipzig 1936, S. 420.
  • Götz von Seckendorff, Katalog zur Ausstellung Oktober 1956 im Haus Salve Hospes. Peter Lufft (Hrsg.), Kunstverein Braunschweig 1956
  • Götz von Seckendorff. In: Hans Vollmer: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Bd. 4. E. A. Seemann, Leipzig 1958, S. 249f
  • Götz v. Seckendorff 1889–1914, Karl v. Wolff (Hrsg), Hannover 1989, erschienen zur Ausstellung im Braunschweiger Museum
  • Hommage à Götz von Seckendorff. Bulletin de La Société Paul Claudel, No 115, 3e trimestre 1989
  • Horst-Rüdiger Jarck, Günter Scheel (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon 19. und 20. Jahrhundert. Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1996, ISBN 3-7752-5838-8
  • Karl von Wolff: Kunst in brandenburgischen provinzialen Anstalten. Der Maler Götz von Seckendorff und seine Wandbilder in Eberswalde, Görden und Strausberg. In: Krankenhäuser in Brandenburg. Vom mittelalterlichen Hospital bis zum Krankenhaus in der Moderne. Kristina Hübener, Wolfgang Rose (Hrsg.), be.bra Wissenschaft Verlag, Berlin 2007, S. 225-241, ISBN 978-3937233420
  • J. Trygve Has-Ellison: Nobles, Modernism, and the Culture of fin-de-siècle Munich, University of Texas at Dallas. Oxford University Press 2008
  • Julius Meier-Graefe, Tagebuch 1903-1917 und weitere Dokumente. Catherine Krahmer (Hrsg) unter Mitwirkung von Ingrid Grüninger und Jeanne Heisbourg, Wallstein Verlag, Göttingen 2009, ISBN 978-3835304260

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Peter Lufft: Götz von Seckendorff, In: Horst-Rüdiger Jarck, Günter Scheel (Hrsg.): Braunschweigisches biographisches Lexikon. 19. und 20. Jahrhundert., S. 559

Weblinks[Bearbeiten]