Götzinger Achen

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Götzinger Achen
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Götzinger Ache bei Fridolfing

Götzinger Ache bei Fridolfing

Daten
Gewässerkennzahl DE: 1868
Lage Europa, Deutschland, Bayern
Flusssystem Donau
Abfluss über Salzach → Inn → Donau → Schwarzes Meer
Quelle Waginger See
47° 55′ 17″ N, 12° 48′ 24″ O47.921519032212.806625366211442
Quellhöhe 442 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung im Stadt-Gemeindegebiet von Tittmoning in die Salzach48.06136734074712.776852846146374Koordinaten: 48° 3′ 41″ N, 12° 46′ 37″ O
48° 3′ 41″ N, 12° 46′ 37″ O48.06136734074712.776852846146374
Mündungshöhe 374 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 68 m
Abfluss am Pegel Unverzug[1]
AEo: 135 km²
Lage: 26 km oberhalb der Mündung
NNQ (19.10.1947)
MNQ 1926/2006
MQ 1926/2006
Mq 1926/2006
MHQ 1926/2006
HHQ (08.07.1954)
250 l/s
982 l/s
2,87 m³/s
21,3 l/s km²
12,5 m³/s
39,2 m³/s
Schiffbar Freizeitschifffahrt (Kajaks)

Die Götzinger Achen oder auch Götzinger Ache ist ein Fließgewässer, welches aus dem Waginger See entspringt und im Gebiet der Stadt-Gemeinde Tittmoning, im Landkreis Traunstein, in die Salzach mündet. Der Name geht auf die Ortschaft Götzing zurück, welche an der Götzinger Ache liegt. Die mittlere Abflussmenge liegt bei ca. 3 m³/s. Als Besonderheit gilt, dass die Grundstücksgrenze oft immer noch durch die Mittelwasserlinie fixiert ist. Beliebt ist die Götzinger Ache bei Sportfischern, welche hier alle Fische der Barbenregion vorfinden.

Geographie[Bearbeiten]

Die Götzinger Ache verläuft durch die Gemeinden Petting, Kirchanschöring, Fridolfing und Tittmoning im Rupertiwinkel, dabei fließt sie u.a. an/durch die Orte

Geschichte[Bearbeiten]

Bis ins 20. Jahrhundert hinein wurde die Kraft der Götzinger Ache genutzt, um Wassermühlen zu betreiben. Im Weiler Zeifen, Gde. Kirchanschöring, befindet sich der namensgebende ehemalige, nun unter Denkmalschutz stehende Mühlenhof Zeifen, in dessen unmittelbarer Umgebung der Verlauf des Mühlbaches noch erkennbar ist, der die Flußschleife abgeschnitten hatte.
In Eizing bei Fridolfing erinnert die Mühle der Familie Aicher noch an diese Tradition, allerdings wird die Mühle heute nicht mehr mit Wasserkraft angetrieben.
Unterhalb des Weilers Spöck, Gde. Petting, befindet sich - in der Nähe der Kläranlage - eine kleine Staustufe, wo mit einer Turbine auch heute noch erzeugt Strom wird.
Ein weiterer, kurz vor Kirchanschöring liegender kleiner Stausee wird als Wasserreservoir für ein Kraftwerk bei Lebenau genutzt, dem das Wasser über einen Kanal zugeführt wird, der direkt in die Salzach mündet.
In Kirchanschöring zweigt als Mühlbach zum angrenzenden Ortsteil mit der namensgebenden Bannmühle ein weiterer Kanal ab, dessen Wasser in die Ache zurückgeführt wird.

1867 wurde der Ausfluss des Waginger Sees, also der Beginn der Götzinger Ache tiefergelegt, um Land vor allem am Süd- und Südostrand des Sees zu gewinnen; dabei sank der Wasserspiegel des Waginger Sees um 2 Meter.

Aue[Bearbeiten]

Mit Ausnahme der Wald und Auwaldabschnitte ist ein ökologisch intakter Uferstreifen nur in einzelnen Teilstücken vorhanden. Oft wird bis an den Rand der Götzinger Ache gebaut oder die Felder bestellt. Der Uferstreifen beschränkt sich dann oft auf die Uferböschung. Jedoch zeichnet sich im Bereich der Kirchanschöringer Senke die Götzinger Ache durch besonders naturnahe und aueähnliche Verhältnisse aus. Von Fridolfing bis zur Salzachaue wurde die Aue der Götzinger Ache durch Eindeichung und Begradigung beseitigt. Ab Kelchham fließt die Götzinger Ache in einem Altarmsystem der Salzach.

Wirtschaftliche Nutzung[Bearbeiten]

In Lebenau, einem Weiler im südlichen Gemeindegebiet von Fridolfing, befindet sich ein von der E.ON Bayern betriebenes Wasserkraftwerk, das von zwei Kanälen, einer davon aus der Götzinger Ache, gespeist wird. Das Unterwasser fließt direkt in die Salzach und nicht wieder in die Götzinger Ache zurück.

Hochwasserkatastrophen[Bearbeiten]

Mit dem Bau des Hochwasserdammes an der Salzach wurde die Gefahr einer Überflutung der im Salzachtal gelegenen Ortschaften und Weiler weitgehend gebannt. Die Hochwassergefahr bestand nun "nur noch" seitens eines Rückstaus der Götzinger Ache.
In der Gemeinde Fridolfing kam es wiederholt nach starken Regenfällen zu einem Austreten des Dorfbaches und der Götzinger Ache. Bei gleichzeitigem Rückstau durch die Salzach resultierten daraus immer wieder Hochwasserkatastrophen wie in den Jahren 1920, 1922, 1940, 1959, 1960 und 1985.
Die größte Hochwasserkatastrophe des 20. Jahrhunderts an der Götzinger Ache mit verheerenden Schäden ereignete sich am 8.-10. Juli 1954. Nach tagelangen schweren Regenfällen trat der Bach bei Niederwinkeln über die Ufer, sammelte sich im Fridolfinger Dorfbach und durchströmte als reißender Fluss den Ort. Ein großer Teil Fridolfings stand unter Wasser, neben den Gebäude- und Straßenschäden wurde die im Oberlauf liegende Brücke in Zeifen und ein weiterer Steg völlig zerstört.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Donaugebiet 2006. Einzelblatt Pegel Unverzug. Bayerisches Landesamt für Umwelt, abgerufen am 15. Februar 2013 (PDF, deutsch, Auf: hnd.bayern.de).