Götzinger Achen

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Götzinger Achen
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Götzinger Ache bei Fridolfing

Götzinger Ache bei Fridolfing

Daten
Gewässerkennzahl DE: 18674
Lage Bayern
Landkreis Traunstein
Gemeinde Petting
Gemeinde Kirchanschöring
Gemeinde Fridolfing
Stadt Tittmoning
Flusssystem Donau
Abfluss über Salzach → Inn → Donau → Schwarzes Meer
Quelle Waginger See
47° 55′ 17″ N, 12° 48′ 24″ O47.921519032212.806625366211442
Quellhöhe 442 m ü. NHN[1]
Mündung im Gebiet von Tittmoning östlich der Stadt in die Salzach48.06136734074712.776852846146374Koordinaten: 48° 3′ 41″ N, 12° 46′ 37″ O
48° 3′ 41″ N, 12° 46′ 37″ O48.06136734074712.776852846146374
Mündungshöhe 374 m ü. NHNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 68 m
Länge 30,8 km[2]
Einzugsgebiet 234,73 km²[3]
Abfluss am Pegel Unverzug[4]
AEo: 135 km²
Lage: 26 km oberhalb der Mündung
NNQ (19.10.1947)
MNQ 1926/2006
MQ 1926/2006
Mq 1926/2006
MHQ 1926/2006
HHQ (08.07.1954)
250 l/s
982 l/s
2,87 m³/s
21,3 l/(s km²)
12,5 m³/s
39,2 m³/s
Schiffbar Freizeitschifffahrt (Kajaks)

Die Götzinger Achen oder auch Götzinger Ache ist ein ca. 31 km langer Fluss im Landkreis Traunstein in Bayern, das bei Petting dem Waginger See entfließt und im Gebiet der Stadt-Gemeinde Tittmoning von links und aus dem Süden in die untere Salzach mündet.

Name[Bearbeiten]

Der Name geht auf das Dorf Götzing der Gemeinde Fridolfing zurück, das links am Mittellauf liegt.

Geographie[Bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten]

Der Fluss entfließt dem – mit seinem kleineren oberen Teil Tachinger See zusammen über 6,5 km² großen – Waginger See in einer Flachwasserzone am Südostende auf 442 m ü. NHN. Zwischen Hochwasserschutzdämmen läuft er zunächst an Petting vorbei in östlicher Richtung. Bei der Einöde Unverzug nahe Petting mündet hier von rechts der Eisgraben zu. Etwa zweieinhalb Kilometer nach dem See kehrt er sich zwischen den Weilern Kirchhof und Spöck der Gemeinde nach Norden. Schon bald tritt er auf die Gemarkung der Gemeinde Kirchanschöring über. Nach dessen Weiler Zeifen wird er angestaut, aus dem kleinen See geht nach rechts ein Kraftwerkskanal ab in Richtung des Dorfes Lebenau in der Gemeinde Fridolfing im Osten, dessen Wasser dann in die Salzach abfließt.

Anschließend durchläuft der Bach Kirchanschöring selbst, an dessen Nordende bei der Bannmühle der Rodingbach von rechts mündet. Auf dem unterhalb sehr schlingenreichen Lauf wechselt er über aufs Gebiet von Fridolfing, wo er an der Querung der Kreisstraße TS 26 das namengebende Dorf Götzing rechts passiert. Wenig darunter verlässt er seine kleine Talmulde und wechselt auf Nordostlauf in die weite linke Flussebene der Salzach. Den Siedlungsbereich des Pfarrdorfs Fridolfing berührt er dabei nur im Nordwesten bei dessen Obermühle. Ab dem kleinen Dorf Kelchham der Gemeinde am linken Ufer tritt er in den Auenwald links der Salzach ein und hält nun in etwa parallelem Lauf nach Nordwesten außerhalb des Flutdamms meist einen Abstand von weniger als einem halben Kilometer von dieser. Nach dem Übertritt auf die Gemarkung der Stadt Tittmoning erreicht ihn noch von links und Süden sein mit 12 km Länge bei weitem größter Zufluss Stillbach. Weniger als anderthalb Kilometer später mündet er selbst im Auenwald östlich von Tittmoning von links in die untere Salzach.

Hydrologisch gesehen ist das Gewässer nur der Unterlauf einer Lauffolge aus dem bei Lampertsham in der Gemeinde Pallling entstehenden Igelsbach, dem Tenglinger Bach, dem Waginger See und eben dem Götzinger Achen, die insgesamt eine Länge von fast 45 km[5] haben.

Im Mittel führt die Götzinger Achen der Salzach wenig unter 3 m³/s Wasser zu. Das mittlere Sohlgefälle ab dem Waginger See liegt bei 2,2 ‰. Einen Pegel (Messstellennummer: 18683000) gibt es an der Pettinger Einöde Unverzug.

Orte am Lauf[Bearbeiten]

vom Ursprung zur Mündung. Nur die Orte tiefster Schachtelungsstufe liegen am Lauf

  • Gemeinde Petting
    • Petting (Pfarrdorf, rechts meist in etwas Abstand)
    • Mandlberg (Weiler, linker Hügel)
    • Unverzug (Einöde, rechts)
    • Brandhofen (Weiler, linker Hang)
    • Kirchhof (Weiler, rechter Hang)
    • Spöck (Weiler mit Gewerbezone)
  • Gemeinde Kirchanschöring
    • Frohnholzen (Dorf, rechter Hang)
    • Zeifen (Weiler, überwiegend links)
    • Voglaich (Weiler, rechts)
    • Kirchanschöring (Pfarrdorf)
    • Bannmühle (Weiler, rechts)
    • Lackenbach (Dorf, links)
    • Neunteufeln (Einöde mit Gewerbezone, links)
  • Gemeinde Fridolfing
    • Karlachöd (Einöde, rechts)
    • Lixen (Einöde, links)
    • Umundum (Einöde, links)
    • Mayerhofen (Weiler, links)
    • Eizing (Weiler)
    • Götzing (Dorf, in Abstand links)
    • Anthal (Weiler, links)
    • Niederwinkeln (Einöde, rechts)
    • Furth (Einöde, links)
    • Fridolfing (Pfarrdorf, überwiegend rechts)
    • Obermühle (zum Pfarrdorf Fridolfing)
    • Brunn (Weiler, mit Abstand links)
    • Dietweis (Weiler, rechts)
    • Kelchham (Dorf, links)
  • Stadt Tittmoning
    • Waldering (Weiler, in Abstand links)
    • Roibach (Einöde, in Abstand links)
    • Wolfenhäusl (zum Kirchdorf Kirchheim, links)
    • Tittmoning (Hauptort, in großem Abstand links)

Geschichte[Bearbeiten]

Bis ins 20. Jahrhundert hinein wurde die Kraft der Götzinger Ache genutzt, um Wassermühlen zu betreiben. Im Weiler Zeifen, Gde. Kirchanschöring, befindet sich der namensgebende ehemalige, nun unter Denkmalschutz stehende Mühlenhof Zeifen, in dessen unmittelbarer Umgebung der Verlauf des Mühlbaches noch erkennbar ist, der die Flußschleife abgeschnitten hatte.
In Eizing bei Fridolfing erinnert die Mühle der Familie Aicher noch an diese Tradition, allerdings wird die Mühle heute nicht mehr mit Wasserkraft angetrieben.
Unterhalb des Weilers Spöck, Gde. Petting, befindet sich - in der Nähe der Kläranlage - eine kleine Staustufe, wo mit einer Turbine auch heute noch erzeugt Strom wird.
Ein weiterer, kurz vor Kirchanschöring liegender kleiner Stausee wird als Wasserreservoir für ein Kraftwerk bei Lebenau genutzt, dem das Wasser über einen Kanal zugeführt wird, der dann nahebei in die Salzach mündet.
In Kirchanschöring zweigt als Mühlbach zum angrenzenden Ortsteil mit der namensgebenden Bannmühle ein weiterer Kanal ab, dessen Wasser in die Ache zurückgeführt wird.

1867 wurde der Ausfluss des Waginger Sees, also der Beginn der Götzinger Ache tiefergelegt, um Land vor allem am Süd- und Südostrand des Sees zu gewinnen; dabei sank der Wasserspiegel des Waginger Sees um 2 Meter.

Aue[Bearbeiten]

Mit Ausnahme der Wald und Auwaldabschnitte ist ein ökologisch intakter Uferstreifen nur in einzelnen Teilstücken vorhanden. Oft wird bis an den Rand der Götzinger Ache gebaut oder die Felder bestellt. Der Uferstreifen beschränkt sich dann oft auf die Uferböschung. Jedoch zeichnet sich im Bereich der Kirchanschöringer Senke die Götzinger Ache durch besonders naturnahe und aueähnliche Verhältnisse aus. Von Fridolfing bis zur Salzachaue wurde die Aue der Götzinger Ache durch Eindeichung und Begradigung beseitigt. Ab Kelchham fließt die Götzinger Ache in einem Altarmsystem der Salzach.

Wirtschaftliche Nutzung[Bearbeiten]

In Lebenau, einem Weiler im südlichen Gemeindegebiet von Fridolfing, befindet sich ein von der E.ON Bayern betriebenes Wasserkraftwerk, das von zwei Kanälen, einer davon aus der Götzinger Ache, gespeist wird. Das Unterwasser fließt direkt in die Salzach und nicht wieder in die Götzinger Ache zurück.

Hochwasserkatastrophen[Bearbeiten]

Mit dem Bau des Hochwasserdammes an der Salzach wurde die Gefahr einer Überflutung der im Salzachtal gelegenen Ortschaften und Weiler weitgehend gebannt. Die Hochwassergefahr bestand nun "nur noch" seitens eines Rückstaus der Götzinger Ache.
In der Gemeinde Fridolfing kam es wiederholt nach starken Regenfällen zu einem Austreten des Dorfbaches und der Götzinger Ache. Bei gleichzeitigem Rückstau durch die Salzach resultierten daraus immer wieder Hochwasserkatastrophen wie in den Jahren 1920, 1922, 1940, 1959, 1960 und 1985.
Die größte Hochwasserkatastrophe des 20. Jahrhunderts an der Götzinger Ache mit verheerenden Schäden ereignete sich am 8.-10. Juli 1954. Nach tagelangen schweren Regenfällen trat der Bach bei Niederwinkeln über die Ufer, sammelte sich im Fridolfinger Dorfbach und durchströmte als reißender Fluss den Ort. Ein großer Teil Fridolfings stand unter Wasser, neben den Gebäude- und Straßenschäden wurde die im Oberlauf liegende Brücke in Zeifen und ein weiterer Steg völlig zerstört.

Besonderheiten[Bearbeiten]

Die Grundstücksgrenzen am Gewässer sind oft immer noch durch die Mittelwasserlinie festgelegt. Beliebt ist die Götzinger Ache bei Sportfischern, welche hier alle Fische der Barbenregion vorfinden.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Seehöhe des Waginger Sees, in Blau eingetragen auf dem BayernAtlas. Siehe bei den → Weblinks.
  2. Summe der relevanten Abschnittslängen ab Waginger See des Gewässerstrangs Igelsbach → Tenglinger Bach → Waginger See → Götzinger Achen nach Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Inn, Seite 71 des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2012 (PDF, 2,8 MB) (inklusive Folgeseite).
  3. Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Inn, Seite 71 des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2012 (PDF, 2,8 MB)
  4. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Donaugebiet 2006. Einzelblatt Pegel Unverzug. Bayerisches Landesamt für Umwelt, abgerufen am 15. Februar 2013 (PDF, deutsch, Auf: hnd.bayern.de).
  5. Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Inn, Seite 71 des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2012 (PDF, 2,8 MB)